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Das andere Ende der Leine: Was unseren Umgang mit Hunden bestimmt
 
 
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Das andere Ende der Leine: Was unseren Umgang mit Hunden bestimmt [Gebundene Ausgabe]

Patricia B. McConnell , Gisela Rau
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (138 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Muss für alle Menschen, die ihr Leben mit einem Hund teilen" (Stanley Coren, Autor)

Schweizer Hundemagazin 1/2005

"Das Buch ist eine Rosine, die es aus dem großen Hundeliteratur-Kuchen herauszupicken lohnt."

WUFF 2/2005

"Hinter diesem eher banalen Titel verbirgt sich ein sehr interessantes Buch für Hundefreunde, denen wirklich daran gelegen ist, ihren Vierbeiner zu verstehen und Missverständnisse in der Kommunikation zu vermeiden.(...) Wir (...) lassen uns als "Zivilisations-Primaten" gerne von der Autorin "zum Affen machen" - und lernen wieder einmal dazu."

Das Deutsche Hunde Magazin 1/2005

"Aus einer ganz neuen Perspektive beschreibt Patricia Mc Connell die Beziehung zwischen Hund und Halter. In ihrem Buch erklärt sie, wie das, was wir als Hundebesitzer tun, auf unsere Hunde wirkt."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Februar 2005

(....) Obwohl oder gerade ich keinen Hund mein eigen nenne, fühle ich mich nach der Lektüre des ausführlichen und aus einem Herz für Hunde geschriebenen Buches wohler, wenn ich an den knurrenden und zerrenden Verhaltenskomplex am anderen Ende der Leine denke - das Vertrauen, eine friedenschaffende und angemessene Beziehung zum anderen Ende der Leine zu gelangen, hat sich verstärkt. Doch auch und gerade Hundebesitzer mit oder ohne Sorgen und Neurosen sollten sich dieses Buch unter den Arm klemmen und sich zu ihrem Hund aufs Sofa legen und nachlesen, was sie in ihrem Hundebesitzerleben alles falsch und was sie richtig gemacht haben" (...(

Kurzbeschreibung

... Was unseren Umgang mit Hunden bestimmt

Dies ist eigentlich kein Buch über Hunde-, sondern eines über Menschenerziehung! Intelligent, wissenschaftlich, humorvoll und oft verblüffend erklärt die Autorin, welche typischen Missverständnisse zwischen dem "Affen" Mensch und dem "Wolf" Hund einer ungetrübten Beziehung oft im Wege stehen. Menschen wie Affen umarmen gerne, was sie lieben - für Hunde ist das eine glatte Beleidigung. Zahlreiche Aha-Erlebnisse und vergnügtes Schmunzeln sind beim Lesen garantiert! McConnell ist Professorin für Zoologie an der Universität von Wisconsin-Madision und zertifizierte Tierverhaltenstherapeutin.

Über den Autor

Patricia B. McConnell ist Honorarprofessorin der Zoologie an der Universität von Wisconsin-Madison, USA, und zertifizierte Tierverhaltenstherapeutin. Ihr Unternehmen "Dog´s Best Friend Ltd." ist auf das Training von Familienhunden und die Behandlung aggressiver Hunde spezialisiert. Patricia McConnell ist in den ganzen USA als Referentin höchst beliebt. Sie ist regelmäßig in der Radiosendung "Calling All Pets" zu hören, die über mehr als hundert Rundfunkanstalten in den USA gesendet wird und in der sie Hörer zum Problemverhalten ihrer Haustiere berät. Außerdem wirkte sie an der Fernsehsshow "Petline" bei Animal´s Planet mit. Sie arbeitet täglich mit ihren drei Border Collies und ihrer Pyrenäenberghündin auf ihrer Schaffarm bei Madison. Ihre Webseite ist dogsbestfriendtraining.com

Auszug aus Das andere Ende der Leine von Patricia B. McConnell, Patricia B. MacConnell. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Begrüßung auf Caniden – und Primatenart

Stellen Sie sich vor, Sie gehen die Straße entlang, sehen einen Bekannten und freuen sich, ihn zu treffen. Was tun Sie? Die meisten von uns rufen seinen Namen, winken vielleicht, um Aufmerksamkeit zu erregen und gehen geradewegs auf ihn zu. Besonders höflich ist es, ihm beim Näherkommen direkt ins Gesicht zu sehen und zu lächeln. Wenn Sie nahe genug sind, um ihn zu berühren, strecken Sie vielleicht Ihre Hand aus, um die seine zu schütteln oder schlingen beide Arme in einer herzlichen Umarmung um seine Brust. Vielleicht bewegen Sie auch Ihr Gesicht direkt auf das seine zu und küssen ihn auf die Wange. Das Allerhöchste an Freundlichkeit ist es, tief in seine Augen zu sehen und ihn direkt auf den Mund zu küssen. Mmmmmh, so schön und liebevoll. Allerdings nicht, wenn Sie ein Hund sind. Diese ach-so-freundliche Primatenannäherung ist in der Hundegesellschaft absolut ungezogen. Sie könnten genauso gut auf den Kopf eines Hundes pinkeln.
Direkte Annäherungen mit dem Kopf voran können für Hunde bedrohlich sein, besonders für scheue bei der Begegnung mit unbekannten Menschen oder Hunden. Beobachten Sie, wie sich zwei gut sozialisierte, aber einander unbekannte Hunde im Park begrüßen. Der höflichste aller Hunde nähert sich von der Seite an, vielleicht in einem 90-Grad-Winkel. Sie vermeiden direkten Blickkontakt. Zwei Hunde, die sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und sich gegenseitig in die Augen starren, bedeuten hingegen ein Problem – ein großes Problem, das ich manchmal bei Fällen von Aggression gegenüber anderen Hunden sehe. Zwar können sich auch Hunde gelegentlich mit dem Gesicht voran begrüßen, aber es ist nicht höflich und führt zu Spannung, manchmal zu Aggression.2 Wenn wir auf Primatenart geradewegs und Gesicht voran auf Hunde zugehen, reagieren diese oft, als würden sie bedroht. Ich muss inzwischen Tausende von Hunden gesehen haben, die sich wohl fühlen, wenn man bei der Begrüßung neben ihnen steht und Sie zu sich kommen lässt, die aber aggressiv bellen, sich nach vorne werfen und möglicherweise sogar beißen, wenn man direkt auf sie zugeht, direkt in ihre Augen starrt und mit der Hand über ihren Kopf tätschelt. Höfliche Hunde vermeiden nicht nur direkte Annäherungen, sie begrüßen unbekannte Hunde auch nicht, indem sie ihnen ihre Pfote über den Kopf patschen.
Buchstäblich Hunderte von Kunden haben mir tränenreich Szenarien beschrieben, die dem mit Mitsy Erlebten glichen. Sie bewegen sich mit Hunden auf der Straße, die Angst vor Fremden haben. Ein Fremder nähert sich und geht direkt auf den Hund zu. Mein Kunde bleibt stehen, warnt deutlich, dass der Hund scheu ist und bei Fremden nicht sicher und ersucht, den Hund bitte nicht zu streicheln. Der Fremde sagt etwas in der Art von "Aber warum denn nicht" oder "Oh, aber ich mag Hunde", beugt sich von Gesicht zu Gesicht zum Hund hinab und streckt die Hand über dessen Kopf. Der Hund weicht entweder ängstlich zurück und lernt dabei ein weiteres Mal, dass Menschen sozial behindert sind, oder er bellt, schnappt oder beißt.
Meine jahrelangen Bemühungen, scheuen Hunden zu mehr Vertrauen in Fremde zu verhelfen, haben mich gelehrt, wie stark unser tief verfestigtes Begrüßungsverhalten wirklich ist. Im Anfangsstadium der Behandlung scheuer Hunde ist entscheidend, dass die Menschen ihre Annäherung schon unterbrechen, lange bevor sich der Hund unwohl zu fühlen beginnt. Aber der Drang, frontal auf einen Hund zuzugehen, die Hand auszustrecken und ihn zu berühren ist so stark, dass er für manche Menschen geradezu überwältigend ist. Es scheint, als könnten wir uns gar nicht zurückhalten. Dieses zwanghafte Bedürfnis, greifend unsere eigenen "Pfoten" auszustrecken, kommt nicht einfach aus dem Nichts: Anfassen und Streicheln hinter dem Kopf ist ein übliches Zeichen der Zuneigung bei vielen Primaten, Schimpansen und Menschen inbegriffen. Der amerikanische Werbeslogan "Reach out and touch someone" – "Streck deine Hand aus und berühre jemand - mit der Doppeldeutung, sich aufzuraffen und jemand emotional zu ber!
ühren" erinnert uns daran, wie tief verwurzelt die Aspekte von "Hand ausstrecken" und "Anfassen" in unserem sozialen Verhalten sind.
Ich hatte mit Hunderten von Fällen wie dem von Mitsy zu tun und lernte dabei, dass es egal ist, was ich sage und auch egal, was mein Gesprächspartner sagt: die Handlung, gerade auf einen Hund zuzugehen und die Hand zur Begrüßung auszustrecken, ist so fest programmiert, dass ich Menschen oft körperlich daran hindern muss, es zu tun. Die einzige Lösung ist, mit zwei Personen zu arbeiten: eine bleibt beim Hund und die andere neben dem Fremden, bereit, sich zwischen Fremden und Hund zu stellen, wenn ersterer nicht der Versuchung einer typischen Primatenbegrüßung widerstehen kann. Ich habe gelernt, einen höflichen "Body Block" anzuwenden, damit die Menschen nicht zu nahe kommen und ich wende ihre schon ausgestreckten Hände vom Hund ab, indem ich ihnen einen Hundekuchen oder Ball zuwerfe. 3 Genauso wie Primaten ihre Hände zur Begrüßung ausstrecken wollen, so können wir Menschen scheinbar nicht widerstehen, Dinge aufzufangen, die sich auf uns zu bewegen. "Würden Sie bitte dem Hund dieses Leckerchen hinwerfen?" frage ich dann und werfe es entschlossen dem netten Menschen zu, der sich gerade auf dem Bürgersteig dem Hund nähert. Die meisten Menschen sind dann so mit Fangen beschäftigt, dass sie damit aufhören, die Hand nach dem Hund ausstrecken zu wollen. Ehrlich, man kann Menschen erziehen – es ist nur viel schwieriger als bei Hunden.

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