Harald Fritzsch, ein mir als sehr guter Autor bekannter Physiker und Universitätsprofessor, schreibt hier eher zwei Klassen unter seinem gewöhnlichem Stil.
Der Buchtitel: "Das absolut Unveränderliche - Die letzten Rätsel der Physik" ist mir unerklärbar, weil er meiner Meinung nach kaum etwas mit dem Inhalt zu tun hat. Kann wohl eher als "Aufreißer" betrachtet werden.
Der Schreibstil in einer Diskussion, der im
Eine Formel verändert die Welt: Newton, Einstein und die Relativitätstheorie eine unglaublich gute Wirkung im Verständnis der Relativitätstheorie erziehlte, ist hier über weite Teile einfach nur unangebracht. Er wirkt künstlich, teilweise gar erzwungen, um den Monolog von Haller durch kurze Statements der anderen Beteiligten Newton und Einstein ein wenig zu unterbrechen. Was hat aber auch ein Newton in einer Diskussion zu suchen, der sich mit dem damaligen Wissen in den heutigen Themengebieten so gut auskennt, wie ein Freud in der heutigen Psychologie? Das bemerkt auch jeder durch seine sehr wenigen und kurzen Statements im Buch.
Desweiteren störend sind Abschweifungen ins fiktive Erzählen. Es interessiert nicht, welchen Wein die Diskussionspartner am Abend zu sich nehmen oder in welcher Herberge sie übernachten, ob Haller das Restaurant auswählt und sie Eis als Nachtisch verzehren.
Ebenso nervig sind die ständigen Lobeshymen an die Genialität Einsteins und dessen ständige Bemerkungen über "den Alten" oder "Ich hätte das auch gekonnt", "mein Freund, der sowieso" oder "dieses Teilchen, wer hat denn das bestellt?" etc.
Von den Konstanten der Physik fehlt über sehr weite Bereiche des Buches jede Spur. Dafür gibts lange Einführungen in die Geschichte der Teilchenphysik. Da sollte lieber auf andere Bücher verwiesen werden, bei denen man am Titel erkennt, dass es sich um Einführungen in das Thema handelt und auch darüber geschrieben wird. Beispielsweise sein eigenes Buch:
Quarks: Urstoff unserer WeltDie ersparten Seiten könnten dann durchaus mit mehr Erklärungen gefüllt werden, die ich an so vielen Stellen vermisste. Zum Beispiel die Ausführungen zu verschiedenen mathematischen Theorien, bspw. SO(5) oder SU(10), waren etwas zu dürftig für jeden, der damit noch nicht konfrontiert wurde.
Aber nicht alles war schlecht! Bei vielen kleineren Dingen (leider nicht immer) bemerkte man wieder die gewohnte Genialität des Autors etwas Unbekanntes klar und verständlich zu schildern. Trotz Defizite lernt man viel Neues.
Fazit: Für den, der sich mit dem Thema Teilchenphysik und dessen Probleme, die sich den heutigen Physikern stellen, befassen will, ist es mit Sicherheit ein lesenswertes Buch, das allerdings nicht ohne ständige Konzentration gelesen werden kann. Empfehlenswert auch Begleitlektüre und Internet parat zu haben um einzelne Seiten mit diesen Hilfsmittel aufzuarbeiten und ein wenig mehr Klarheit in die Kapitel zu bekommen.