Da man ja gemeinhin davon ausgehen kann, dass der zweite Teil einer Trilogie meist der Schwächste ist - nicht nur bei Hollywood-Krachern, sondern zumeist auch in den Gefilden der Literatur - war ich versucht, meine Vorfreude auf den zweiten Band der Erzferkelprophezeiung etwas zu dämpfen. Wie sollte es dem Autor auch gelingen, den fulminanten ersten Teil zu toppen?
Völlig unbegründet, diese Sorgen: Herr von Aster zeigt sich mit "Das abartige Artefakt" von seiner allerbesten Seite! Die dem aufmerksamen Leser ans Herz gewachsenen Figuren des ersten Teils stehen wieder einmal vor der Herausforderung, das Zwergenreich zu retten, droht doch das Ende von jedem, allem und dem Rest! Doch keine Herausforderung ist zu groß für den Schicksalszwerg, der ewige Schmied hat auch noch ein Wörtchen mitzureden und auf die uralte Frage, wer denn wohl den Bewacher bewacht, wird nebenbei auch noch eine Antwort gefunden.
Der mitreißende und vielschichtige Handlungsverlauf wird versüßt von der liebevollen Ausarbeitung der großartigen Charaktere, die der Leser selbst dann noch liebgewinnt, wenn er sie eigentlich nicht leiden kann - wer außer Herrn von Aster wäre denn noch imstande, einem knuffeligen Auftragsmörder Leben einzuhauchen? Große Unterhaltung mit hohem Suchtfaktor - nicht zu lesen beginnen, wenn noch Termine anstehen!