Mit diesem Buch hat Patricia Highsmith wohl ihre Kunst des packenden Psychothrills auf die Spitze getrieben. Im Grunde geschieht in diesem Buch wenig, aber gerade dieser Umstand, die stickige Atmosphäre, in der sich das bißchen Handlung abspielt und ein wahrhaftiger Strudel aus für den Protagonisten verwirrenden Gefühlen um homoerotische Liebe, Hoffnung und die Allgegenwart des Todes machen das Buch zu etwas ganz besonderem nicht nur im Thrillergenre allgemein, sondern auch im eigenen Highsmith-Kosmos. Denn auch in ihren Büchern waren selten die Schauplätze (hier ist es im Grunde nur ein einziger) so stilisiert, die Charaktere so ausführlich gezeichnet, die Spannung so ungreifbar und unverständlich. Bereits von der ersten Seite an spürt der Leser, daß ihn mit diesem Buch etwas erwartet, daß er seinerseits nicht erwartet, und bis zu den letzten Zeilen glaubt man, man warte immer noch auf die Highsmith-typischen emotionale Explosion - doch diese bleibt aus. Daß Buch muß man in jedem Fall zweimal lesen, da man erst nach dem ersten Mal verstanden hat, daß hier wie im klassischen Roadmovie - und der Klassenunterschied könnte aufgrund der schieren Bewegungslosigkeit in diesem Buch nicht größer sein - der Weg das Ziel ist - brilliant! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)