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Das Zimmermädchen
 
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Das Zimmermädchen [Englisch] [Gebundene Ausgabe]

Annegret Held
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Man stelle sich das Wörtchen "putzmunter" einmal bildlich vor, zum Beispiel als Mensch. Ein fleißiges Zimmermädchen, aufgeweckt und erlebnishungrig, ein bisschen naiv vielleicht, aber was heißt das schon mit 19 Jahren auf dem "ersten alleinigen Ausflug in die Welt"? Et voilà: Carla. Für eine Saison und ein besseres Taschengeld arbeitet sie als Zimmermädchen auf der Frieseninsel Langeoog. Es ist die Zeit, als man noch Fräulein sagte. Wir sind in Deutschlands Norden, wo man mit spitzen Mündern spricht. Eine wie Silke Sörensen, die "wie aus einem alten Gemälde gefallen" der Friesenpension "Zum Deichgrafen" vorsteht, duldet keine Schlamperei.

Aber Carla ist tadellos. Was bei ihren Kolleginnen natürlich nicht so gut ankommt. Und auch die strenge Chefin wird immer unerbittlicher, je gründlicher Carla putzt und wienert. Nichts Ungewöhnliches also. Eigentlich ist an und in der Pension, dieser "glücksgespaltenen Fräuleinsammlung", gar nichts ungewöhnlich, es ist das Grab jeder Jugend. Backfisch-Tristesse. Stöckelschuhe mit Riemchen, Maiglöckchenduft, Vanilletabakstengel. Da kommt es ganz recht, dass eine Gruppe von Ärzten einzieht, die sich zum jährlichen Kongress auf der Insel treffen.

Das Zimmermädchen, eine Arzt-Novelle? Wenn man so will, ja. Oder besser: ein Heimatfilm aus vergangenen Tagen, der an einem beliebigen Sonntagnachmittag im Öffentlich-Rechtlichen läuft. Es geht um die banale Welt der kleinen Dinge, Arbeit, Fiesheiten, Träume, Schäume etc. Annegret Held hätte den Alltag irgendeines Dienstmädchens auf der Welt beschreiben können. Die Handlung ist austauschbar und geht gegen null. Warum um Himmels willen will man dieses Buch trotzdem zu Ende lesen?

Weil Annegret Held ihre einfache Geschichte hinreißend erzählt. Kein intellektueller Wulst, kein abgedrehter Plot, keine exaltierte Erzählkonstruktion. Ihr Stil ist klar, keineswegs unterkühlt, die Dialoge frech und, wie Carla sagen würde, "hemmungslos" modern. Vor allem aber kann Annegret Held mit Worten plastische Dekors und Stimmungen herstellen. Die Langeweile, die Sittlichkeit, die Steifheit in der Meeresbrise am Nordseebad, im Kopfkissen-Knick und in der Tischdecke ist greifbar. Oder die Albernheit, wenn sich die Zimmermädchen am Moorgeist betrinken und nachts verbotenerweise einem Doktor ins Zimmer spannen, um endlich zu erfahren, warum dessen Bett morgens immer nach einer "schweren, arabischen Nacht" aussieht.

Die Höhepunkte von Das Zimmermädchen verbindet Annegret Held mit skurrilen Sprachbildern und Vergleichen, klitzekleine Leckerbissen, die dieses Buch unter anderem so lesenswert machen. Was passiert, nachdem sich Carla aus den "leichenweichen Händen und Friedhofsarmen" des Sudel-Doktors befreit hat? Willkommen im "Deichgrafen". Da hinten steht der Ohrensessel, lesen Sie selbst! --Nikolaus Stemmer

Elke Heidenreich, WDR 2, 4. Juli 2003

Wenn Sie Urlaub auf Langeoog machen, dann kommen Sie um dieses Buch gar nicht drumrum. Aber auch sonst lohnt es sich. Es erzählt vom Leben der Zimmermädchen, die unsern Kram aufräumen, während wir uns amüsieren. Carla ist 19 Jahre alt, sie will Geld verdienen und sie will was erleben, am liebsten die große Liebe. Aber lauter alte Paare oder Fräuleins wohnen in der Pension in Langeoog, in der sie arbeitet. Eines Tages reisen die Fräulein ab und es kommen lauter Ärzte zu einem Kongreß angereist, und da muß doch einer dabei sein, mit dem Carla die große Liebe erlebt oder irgendetwas, was man aus Arztromanen kennt? Aber: "Ich war wie erschlagen von der Belanglosigkeit der heranrollenden Ärzte." Überaus vergnüglich zu lesen ist es, wie ein 19jähriges Mädchen sich das Leben und die Liebe vorstellt und den täglichen Wahnsinn in einer deutschen Pension beobachtet. Ihr fällt viel Interessantes auf, z.B. daß es ein Unterschied ist, ob ein kleiner oder ein großer Mensch betrunken ist. Große schlingern mehr. Nehmen Sie dieses leichte, witzige Buch bitte mit in den Urlaub und beobachten Sie nach der Lektüre doch mal Ihrerseits das Zimmermädchen! (Rezension: Elke Heidenreich)

Kurzbeschreibung

Einstmals war Carla Zimmermädchen auf Langeoog. Wie jedes Zimmermädchen musste Carla tagein, tagaus Betten beziehen und aufschütteln, Flure saugen, Treppen wischen und Fenster putzen. In ihrer Freizeit lag sie in den Dünen und ereiferte sich mit anderen Zimmermädchen über den Mangel an attraktiven Männern. Doch eines Tages reisten die Teilnehmer des Ärztekongresses an, plötzlich bevölkerten lauter gut aussehende Doktoren die Friesenpension «Zum Deichgrafen» ... Annegret Held ist eine Meisterin der literarischen Gratwanderung zwischen Komik und Tristesse, zwischen Banalität und Raffinesse - in «Das Zimmermädchen» stellt sie dieses Können erneut unter Beweis.

«So, dann konnte ich ja jetzt endlich in die Neunzehn. Ich nahm mir Eimerchen und rosa Gummihandschuhe und frische Handtücher und meinen allgewaltigen Schlüsselbund. Dieses Geräusch liebte ich am meisten, das Geräusch des drehenden Schlüssels im friesischen Schloss, das Klacken, die Tür öffnete sich. Sesam, Sesam. Ich sah erst mal nicht viel. Es war alles dunkel, und eine eigenartige Schwüle lag in dem Zimmer. Es roch nach schwerem Parfüm und Räucherwerk und Körperausdünstungen und schwersten menschlichen Gefechten. Aber wie sollte der Doktor Wüller das alleine hinbringen, in der ersten Nacht auf Langeoog, eine solche Geruchsintensität und gleichzeitig schwüle Schwingungen wie nach einer schweren, arabischen Nacht? Ich stieß die Fensterläden auf und ließ Licht herein und sah die Verwüstung.»

Klappentext

»Überaus vergnüglich zu lesen, wie sich ein 19-jähriges Mädchen das Leben und die Liebe vorstellt und gleichzeitig den täglichen Wahnsinn in einer deutschen Pension beobachtet.«
Elke Heidenreich -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Annegret Held, geboren 1962, war als gelernte Polizei-Hauptwachtmeisterin einige Jahre auf Streife, ehe sie Ethnologie und Kunstgeschichte studierte. Bekannt wurde sie mit ihrem Roman "Die Baumfresserin", den Robert Gernhardt als "einzigartig" lobte. Annegret Held lebt in Pottum bei Koblenz. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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