Achtung! Lesen Sie nicht den Klappentext! Er verrät ein Detail, das erst recht spät bekannt wird. Und: Nehmen Sie sich Zeit für dieses Buch. Es ist ein Genuß. Auch wenn die Spannung sie zwingt, durch die Sätze zu hecheln. Disziplinieren Sie sich! Sie verpassen sonst Magnans melancholisch-groteske Bildersprache oder seine kunstvoll geplänkelten Dialoge zwischen dem Richter Chabrand (einem hitzigen Kommunisten) und dem gutmütig-abgehalfterten Komissar Laviolette.
Dieser Kommissar, der zwangsversetzt in die Haute Provence, muss einen präkeren Fall aufklären: Mehrere junge, attraktive Männer kommen auf seltsame Weise um. Ihr Schädel wurde mit großer Wucht zertrümmert. Alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben sich kurz vor ihrem Tod ein Fahrrad gekauft und, so scheint es, eine äußerst diskrete Geliebte gehabt.
Den Weg zur Lösung des Falles kreuzen ein paar mehr oder weniger liebenswürdige Dorfbewohner: Die Müllmänner, die die erste Leiche finden. Die Dorf-Esoterikerin mit ihrem Sohn, die fast inzestuös verschlungen ihre Visionen vor Laviolette ausbreiten. Die alte Dame, die den Mörder kennt, ihm Briefe schreibt, aber nicht zu Polzei geht. Und die geheimnisvolle Familie, die ein bizarres Haus bewohnt...
"Diese Verbrechen", schreibt der Autor, "und Kommissar Laviolette sind für mich ein Mittel, um eine Stimmung einzufangen, eine Abenddämmerung, ein Morgengrauen über dieser kargen, einsamen, tragischen Landschaft der Haute Provence."
Magnans Krimi ist ein Leckerbissen unter den vielen Junk-Food-Serien: Er gleitet hinunter als würde Gott persönlich in Samthosen die Speiseröhre hinunterrutschen und verursacht ein wohliges Gefühl in der Magengrube!