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Das Zimmer: Roman
 
 
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Das Zimmer: Roman [Gebundene Ausgabe]

Andreas Maier
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 203 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (6. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518421743
  • ISBN-13: 978-3518421741
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 172.880 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Andreas Maier
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der begabteste Schwadroneur unter den jüngeren Autoren.«

(Ulrich Greiner Die Zeit )

»Mit ›Das Zimmer‹ ist Andreas Maier ein Meisterwerk der scharfen Beobachtung und der kleinen Wunder gelungen.«

(Friedmar Apel Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Es geht um nichts Geringeres als um die die Verteidigung der Provinz, die hier zugleich eine Verteidigung der Kindheit ist. Andreas Maier besingt seine so statische Herkunftswelt ohne falsche Idyllisierung oder Idolisierung.«

(Christopher Schmidt Süddeutsche Zeitung )

»Das Zimmer ist eine Heimatvermessung, die weit über die übliche Erinnerungsprosa und gängige Kindheitsbeschwörungen hinausgeht. Maier entwickelt aus den Details und dem Besonderen eine Analyse der bundesdeutschen Geschichte und bleibt dabei doch ganz und gar erzählerisch.«

(Jörg Magenau Der Tagesspiegel )

»Es ist eine liebevolle Hommage an das Gestern, die Andreas Maiers Roman aus den Lebenssplittern eines Mannes zusammensetzt, der ›stets mit einem Fuß im Paradies‹ gestanden hat.«

(Dietmar Jacobsen literaturkritik.de )

»Andreas Maiers Roman Das Zimmer ist die nachgetragene Liebeserklärung an einen Lebens-Verlierer, der zeitlebens von seiner Mitwelt als idealtypischer Versager und klassisches Opfer missbraucht wurde. Und er liefert die Mentalitätsgeschichte einer Generation, die sich für die Mondlandung und eine forcierte Motorisierung enthusiasmierte und in Folge davon mit tristen ›Ortsumgehungsstrassen‹ abgespeist wurde.«

(Michael Braun Neue Zürcher Zeitung )

»Das Zimmer ist ein Heimatroman, in dem Maier den Muff in der Idylle auslotet und die Lieblosigkeit spürbar macht, die sie zusammenhält. Dass man den beginnenden Zerfall der Provinz als Leser trotzdem bedauert, ist die große Kunst dieses Schriftstellers.«

(Der Spiegel )

»Andreas Maier malt in seinem Roman nicht nur das Portrait seines Onkels J. und die Topografie einer untergegangenen »Wetterau«, sondern er verfremdet damit auch unsere Gegenwart zur Kenntlichkeit, formuliert Trauer über den Fortschritt und die von ihm bedingten Verluste. Ein zutiefst melancholisches Buch.«

(Jochen Rack Bayern 2 )

»Maiers Roman leistet Außergewöhnliches: er entdeckt eine Kindheitslandschaft wieder, und er setzt seinem Sonderlingsonkel ein Denkmal, ohne zu idyllisieren oder zu denunzieren. … Seine Prosa macht sich in die übersehenen Gemeinden der Provinz auf, umkreist sie, begibt sich auf Hochsitze, die Überblick erlauben, und macht das Zwiespältige des Heimatbegriffs deutlich. … Das alles leistet Maier mit einem pointierten Stil, der Ironie, Komik und Übertreibung trefflich mischt. Nicht nur die Wetterau muss ihm dafür dankbar sein.«

(Rainer Moritz Die Presse )

Kurzbeschreibung

Mit einem Bein steht er noch im Paradies, dafür hat die Geburtszange gesorgt. Immer ist er ein Kind geblieben, und wurde doch stets älter, und leben mußte er auch irgendwie. Nun ist er schon dreißig und hat seine große Liebe, einen VW-Variant Typ 3, mit dem fährt er zwischen den blühenden Rapsfeldern umher. Es ist das Jahr der ersten Mondlandung, 1969, als man in Frankfurt am Main noch Treppensteigen geht in den Bordellaltbauten um den Bahnhof herum. Ein Tag im Leben Onkel J.s. Hin- und hergerissen zwischen Luis Trenker, der Begeisterung für Wehrmachtspanzer und den Frankfurter Nutten, wird J. plötzlich als ein Mensch erkennbar, der außerhalb jeden Schuldzusammenhangs steht, noch in den zweifelhaftesten Augenblicken. Einer, der nicht zugreift, weil er es gar nicht kann, während die Welt um ihn herum sich auf eine heillose Zukunft wie auf die Erlösung vorbereitet. Nach den Romanen "Wäldchestag", "Klausen", "Kirillow", "Sanssouci" und "Onkel J. Heimatkunde" setzt Andreas Maier neu an: Das Zimmer ist ein Erinnerungsporträt und Roman zugleich, vielleicht der Beginn einer großen Familiensaga, eine Reflektion über Zeit und Zivilisation, über die Würde des Menschen und wie sie erhalten bleiben kann. "Der begabteste Schwadroneur unter den jüngeren Autoren." Ulrich Greiner, Die Zeit

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kindheitserinnerungen plus x 22. November 2010
Von Muu
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe lange überlegt, ob ich über dieses Buch eine Rezension schreiben soll (bzw. kann). Aber da es mir partout nicht aus dem Kopf gehen will, werde ich es versuchen.

Dieses Buch besticht vor allem durch seine erstaunliche Ehrlichkeit. Völlig ungeschönt wird der von Geburt an behinderte Onkel J. so dargestellt, wie ihn die Kinderaugen des Erzählers wahrgenommen haben. Und obwohl einige der Ausführungen an die Grenze des Beleidigenden stoßen, schneidet der besagte Onkel beim Leser letztlich gut ab. Oftmals wurde betont, es ginge dem Autor um die Würde des Menschen. Ich habe mich ein wenig mit diesem Begriff befasst und kann damit nur übereinstimmen, wenn sich diese Würde auf ein "mit sich selbst im Reinen sein" beschränkt. Der Onkel lebt in einem funktionstüchtigen Mikrokosmos und ist zufrieden mit den kleinen Freuden seines Lebens. Insbesondere die vollkommene Abkoppelung von dem Werteverständnis der anderen (die ihn nicht respektieren) ist hier ein Thema.

Der Autor versteht es, zwischen realen und erdachten Erinnerungen hin und her zu wechseln, ohne dass man diese Grenze immer mitbekommt oder als relevant empfindet. In der Art, wie sich der Autor an seine Kindheit erinnert, habe ich meine eigene Wahrnehmung wiedererkannt. Ich werde fast ein wenig melancholisch ob der Selbstverständlichkeit, mit der er zu seiner Vergangenheit steht (und zu seiner Heimat und Familie). Ebenfalls erstaunlich ist, wie nüchtern er darüber berichten kann.

Dieses Buch hat mir alles gegeben, was ich von einem Roman erwarte. Es war unterhaltsam, hat mich zum Nachdenken gebracht und ich musste mir häufig eingestehen: "Das hättest du jetzt nicht so wahrgenommen. Und hättest du es doch so wahrgenommen, hättest du es nicht in Worte fassen können." Und das ist schließlich der Grund, warum man einem Künstler Geld für sein Werk gibt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen 2006 , die bei Suhrkamp unter dem Titel "Ich" veröffentlicht wurden, hatte der hessische Schriftsteller Andreas Maier schon einem breiteren Publikum Rechenschaft gegeben über die Hintergründe seines Schreibens:

"Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im Matthäusevangelium schon alle dastehen, in perfekten logischen Sequenzen, schärfer, als Wittgenstein es je gekonnt hätte, eine erschöpfende Analyse dessen, warum wir falsch sind und warum wir dadurch schuldig werden vor allem und vor jedem, nämlich bloß kraft unseres wahrheitsfernen Tuns. Eine literarische Form dafür zu finden ist sehr schwer, ich glaube, man kann keine Form dafür finden, dass wir falsch sind, keine ernste, denn eine Form, die sich vom Einverständnis des Lesers verabschiedet, ist keine Form, sondern für den Leser eine Zumutung, wie ja auch das Matthäusevangelium. Das größte philosophische Werk des Abendlandes. Das uns nichts sagt als bloß: Seid nicht. Das uns sagt: Wenn ihr aufhört, zu sein, dann seid ihr. Meine Damen und Herren, wenn wir uns im Matthäusevangelium wieder finden, dann immer nur auf der Seite der Hohepriester, immer auf der Seite der Kleingläubigen, der Rechthaber, der Schriftgelehrten und Sophisten. Also auf Seiten derer, die sich verteidigen, die verteidigen, was sie haben, als sei das richtig, das ist unser tägliches Brot, die Selbstverteidigung, aber dieses Brot hat uns Gott nicht gegeben, und übrigens auch die Philosophie nicht, und die Literatur auch nicht. Und Sie begreifen vielleicht gar nicht, was das ist. Da Sie alles, was Sie haben und tun und wollen und erlangen, für natürlich und gut halten, und wenn Sie kurz nachdenken würden, aber im Ernst nachdenken, kehrten Sie um, aber das werden Sie nicht tun."

Die unter dem Titel "Onkel J. Heimatkunde" vorgelegten gesammelten Kolumnen von Andreas Maier waren ein treffendes Beispiel dafür. Mit Spannung habe ich deshalb den ersten Band einer von ihm angekündigten, noch nicht begrenzten Romanreihe (man spricht von 10 Bänden) über seine Heimat, die Wetterau erwartet. Im Roman "Das Zimmer", vom autobiographischen Ich-Erzähler geschrieben, begegnet uns jener Onkel J. wieder. Sein Zimmer, in das sehr viel später der zu Lebzeiten des Onkels noch kleine Andreas Maier einziehen wird, sein Leben und seine Philosophie werden erzählt. Dazu nimmt Maier einen Tag aus dem Leben des Onkel und schildert seinen Ablauf vom frühen Aufstehen noch in der halben Nacht, seiner Fahrt nach Frankfurt, wo er arbeitet, seinen Diensten für die Familie nach seiner Rückkehr am Nachmittag und vor allen Dinge den Aufenthalt in seinem geliebten Forsthaus Winterstein, wo er seinen Schoppen trinkt. Onkel J. besitzt einen nazibraunen VW Variant, den er von seinem Schwager bekommen hat. Dieses Auto ist sein Ein und Alles, ermöglicht ihm die Momente von Freiheit, für die die lebt.

Maier schreibt (und deutet auch weitere Folgen seiner "Ortsumgehung" an):

"Ich bin bislang nie auf den Gedanken gekommen, über meinen geburtsbehinderten Onkel J. zu schreiben. Über ihn und sein Zimmer. Über das Haus und die Straße. Und über meine Familie. Und unsere Grabsteine. Und die Wetterau, die die ganze Welt ist. Die Wetterau, die für die meisten Menschen nach einer Autobahnraststätte benannt ist, A 5, Raststätte Wetterau. Und die heute in eine Ortsumgehungsstraße verwandelt wird. Die Wetterau ist eigentlich eine Ortsumgehungsstraße mit angeschlossener Raststätte. Wenn ich das sage, lachen sie. Und es war doch einmal meine Heimat. Meine Heimat, eine Straße, Und nun schreibe ich eine Ortsumgehung, während sie draußen meine Heimat ins Einstmals planieren, und ich beginne mit meinem Onkel in seinem Zimmer. Das ist der Anfang, aus dem sich alles ableitet."

Das Buch hat den Rezensenten, der unweit der Wetterau seine ersten drei Jahrzehnte verbracht und sie gut kennt, nachhaltig beeindruckt und bewegt. Jener vielversprechende Beginn einer traurig- verrückten Familiensaga, die mehr ist als das, eine Buchprojekt, das eine Reflexion sei will über Zeit und Zivilisation und, vergleiche das Eingangszitat aus Maiers Poetikvorlesung, die Würde des Menschen und wie sie erhalten werden kann.

Man wird abwarten müssen, ob Andreas Maier das hohe literarische Niveau über das ganze Romanprojekt über wird halten können. Das vorliegende Buch jedenfalls zeigt, dass er viel mehr ist als ein "Heimatdichter". Maier ist eine der wichtigsten Stimmen in der gegenwärtigen deutschen Literatur. Es nimmt deshalb nicht Wunder, dass "Das Zimmer" für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert worden ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Heimatroman 29. Februar 2012
Von capkirki
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich war so begeistert von dem zweiten Band - "Das Haus" - der "Familiensaga" von Andreas Maier, dass ich mir auch den ersten kaufen musste.

Aber wie das so ist, wenn man mit zu grossen Erwartungen an ein Buch rangeht, man kann fast nur enttäuscht werden. Und so war ich von diesem Auftakt der Saga nicht wirklich angetan.

Es ist keinesfalls ein schlechtes Buch!
Mir gefällt Maiers direkt Art, sein schnörkelloser Schreibstil und natürlich bin ich auch hier von dem "Heimatteil" des Buches begeistert. Auch die Geschichte, die er erzählt, berührt auf ihre eigene Weise.

Es geht um Maiers Onkel, den wir nur als J. kennenlernen. Onkel J. ist von Geburt an behindert. Für ihn selbst ist das nicht schlimm, denn er lebt in seiner ganz eigenen, unschuldigen Welt. Was jetzt passiert, hat er gleich wieder vergessen. Wenn die Mitschüler ihn fast totschlagen, steht er am nächsten Tag wieder da und will "dazu" gehören. Wenn der Vater ihn demütigt, himmelt er ihn am Abend wieder an, wenn die Kollegen sich über ihn lustig machen, freut er sich trotzdem auf seine Arbeit in Frankfurt.
Auch der Autor hat als Kind kein gutes Verhältnis zum stinkenden Onkel, der sich nicht wäscht und hat panische Angst davor, in das Zimmer oder die Werkstatt des Onkels gehen zu müssen ' das Zimmer in dem er nun als Erwachsener sitzt und dieses Buch schreibt.

Andreas Maier beschreibt das Leben seines Onkels anhand eines normalen Tages.
Aufstehen, anziehen, zum Bad Nauheimer Bahnhof laufen, Zugfahrt nach Frankfurt, die Arbeit bei der Post, Bier, Zigaretten, Rückfahrt, die Pflichten zu Hause, die Fahrt zum Winterstein, um dort seine "Freunde" und Jäger zu treffen.
Während seiner Erzählung, wechselt Maier zwischen echten und fiktiven Erinnerungen, springt in den Zeiten hin und her, nimmt den Tod des Onkels vorweg und landet dann wieder bei einer Schulgeschichte - es könnte so sein, man weiss es nicht, vielleicht war es doch anders und vielleicht ist es gar nicht passiert, schliesslich war er nicht dabei.
Das ist genau der Punkt, der mich an dem Buch gestört hat. Er schreibt über etwas, das er vielleicht weiss, springt in die Zukunft, um dann doch wieder auf das Ausgangsereignis zurück zu kommen. Für meinen Geschmack waren das zu viele Verschachtelungen und zu viel "könnte". Ausserdem scheint der Autor besessen zu sein von "Ortsumgehungen", speziell DER Ortumgehung in der Wetterau - der B3. Er erwähnt sie unzählige Male in dem Buch.

Was mir dagegen sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass Maier ganz nebenbei ein Bild des hessischen Alltags in den 60er Jahren zeichnet. Indem er einen Tag im Leben seines Onkels beschreibt, lässt er uns teilhaben an der Arbeitswelt der damaligen Zeit, an den Familienzuständen, der Nachbarschaft, der Einstellung der Menschen, kurz dem Alltag und seiner Entwicklung. Es gab wirklich schöne Szenen, wie z.B. die, in der sich jeder bewusst wird, wieviel Verkehr es mittlerweile auf der Kaiserstrasse in Friedberg gibt. Für solche Zeilen liebe ich Maier.

Für den Rest des Buches eher weniger.
Trotzdem werde ich auch den dritten Teil der Saga lesen, denn wie gesagt, Andreas Maier hat seine ganz eigene Art, vom Leben zu erzählen. Und natürlich spielt auch der Faktor Wetterau eine grosse Rolle für mich. Aber wenn ich das Wort "Umgehungsstrasse" noch einmal lese, flipp ich aus ;)

3 von 5 Sternen.
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