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Das Zentrum [Taschenbuch]

José Saramago , Marianne Gareis
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 5 (1. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499233304
  • ISBN-13: 978-3499233302
  • Originaltitel: A Caverna
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 162.989 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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José Saramago
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Um die Situation des modernen Menschen zu beleuchten, schreibt der portugiesische Autor und Nobelpreisträger José Saramago düstre Parabeln. Immer wieder führen diese in den Untergrund des Mythos zurück, in Alle Namen etwa zu Orpheus und Eurydike. Und immer wieder steht die menschliche Verblendung im Zentrum, wie in Die Stadt der Blinden, wo ein ganzes Kollektiv in vollkommene geistige Umnachtung stürzt. Blind ist der moderne Mensch, laut Saramago, blind wie die Bewohner von Platos Höhle. "Wir lebten niemals tiefer in der Höhle als heutzutage", konstatierte er deshalb in einem Interview, und fuhr fort, dass dieses Schattenreich der schlafenden Vernunft heutzutage die Shopping-Mall geworden sei.

Saramagos neuer Roman Das Zentrum heißt im Original A Caverna, ein Titel, der den Bezug zu Platos Höhlengleichnis deutlich hervortreten lässt. Die deutsche Übersetzung hingegen stellt den realen Ort der Handlung klarer in den Mittelpunkt: Spielt doch das Buch in eben jenem Einkaufszentrum, das die Menschheit und ihre Nachgeborenen nach Ansicht des kommunistischen Autors zu bloßen Konsumenten degenerieren lasse. An seiner Peripherie, in einem kleinen Dorf, fristen der alte Töpfer Capriano Algor und seine Tochter sowie deren Mann Marçal Gacho ihr kärgliches Dasein. Tagtäglich fahren Algor und Gacho mit ihrem klapprigen Laster zum Supermarkt, um ihre Waren abzuliefern -- bis plötzlich das industrielle Leben sie rechts zu überholen droht. Aber so einfach will die pfiffige Familie es dem Kapitalismus und der alles egalisierenden Globalisierung nicht machen. Und dann tut sich schließlich sogar noch eine zweite, wahre, wundervolle Grotte auf, die ein Bautrupp durch Zufall öffnet -- und die vielleicht die echte platonische Höhle ist.

Neben Die Stadt der Blinden und Alle Namen gehört Das Zentrum zu Saramgos so genannter Trilogie der menschlichen Zustände. Nach seinem Erscheinen in Portugal erfuhr der Roman innerhalb kürzester Zeit mehrere Auflagen und ging mit Rekordzahlen über den Ladentisch. Auch hier zu Lande steht zu hoffen, dass das Das Zentrum zu einem Bestseller avanciert. Denn so schwierig es ist, Moral und narrativen Anspruch zwischen zwei Buchdeckeln zu vereinen, so fulminant ist Saramago dies geglückt. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Ein strahlendes Meisterwerk der Aufklärung, voller Menschenliebe und poetischer Brillanz Der alte Cipriano Algor betreibt mit seiner Tochter Marta in einem portugiesischen Dorf eine kleine Töpferei. Seine Waren verkauft er an das Einkaufszentrum. Eines Tages wird ihm mitgeteilt, dass man im Kunststoffzeitalter auf seine Dienste verzichten könne. Der Markt hat kein Interesse an Tongeschirr. Doch so schnell mag Cipriano nicht aufgeben. “Und dann taucht ein Buch auf, einfach geschrieben und leicht wie das Glück, um es mit einem kurzen Wort auf die einfachste Art zu sagen. Und man denkt, da ist es ja endlich, und wer es nicht liest, ist selbst daran schuld.”(Süddeutsche Zeitung)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wieder mal gelungen 19. Mai 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Jose Saramago ist ein Phänomen. Während nahezu alle meine Lieblingsautoren irgendwann einen enttäuschenden Roman vorgelegt haben, konnte ich mich bei Saramago noch mit allen seinen Werken anfreunden. Das Zentrum bildet erneut keine Ausnahme.

"Das Zentrum" ist ein monströses, modernes Bauwerk, ausgestattet mit Wohnzellen, Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitangeboten. Wer einmal dort einzieht, läßt sein Leben komplett vom Zentrum bestimmen. Cipriano Algor, ein alter Töpfer, wohnt (noch) auf dem Land und verkauft seine Tonwaren an das Zentrum. Erst als seine Waren nicht mehr angenommen werde, muß auch er sein Leben nach dem Zentrum ausrichten.

Aber obwohl Cipriano sich und seine Arbeit ständig anpasst, gegenüber Zentrums-Bediensteten geradezu unterwürfig auftritt, lässt sich ein innerer Widerstand nie brechen. Das Ende der Geschichte ist zwar vorhersehbar aber gelungen; bei Saramago kommt es eben nicht nur auf die Handlung im Einzelnen an, sondern auch auf seine Erzählweisen und Wortwahl. Ihm gelingt ein Spagat zwischen Utopie und Tradition; gelegentlich greift er selbst in die Geschichte ein, führt den Leser weiter voran.

Auch wenn mir frühere Werke (Hoffnung im Alentejo, Alle Namen, Der Stuhl/Erzählungen) noch deutlich besser gefallen und "Das Zentrum" fast schon zu leicht zu lesen ist, kann man das Buch wohl empfehlen. Bei strenger Auslegung der 5er-Skala knappe 4 Sterne.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesen, lesen, lesen! 8. November 2003
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Wer Saramagos "Hoffnung im Alentejo" kennt, hält eine Steigerung für kaum möglich. Dem ist aber nicht so - dieses Buch ist die Steigerung!
Was ist der Unterschied zu "Hoffnung im Alentejo"? "Das Zentrum" ist - man gestatte mir den Ausdruck - "altersweiser" - und lesbarer. Den erstgenannten Roman muss man sich eher "erkämpfen", zum "Zentrum" findet man schneller Zugang (trotz der teilweise unendlich langen Sätze!)
Worum geht es? Der alte Cipriano Algor betreibt (zusammen mit seiner Tochter Marta) eine kleine Töpferei, die ihre Produkte an das "Zentrum" liefert (=Einkaufszentrum). Aber plötzlich hält das Kunststoffzeitalter Einzug - und damit sind die Waren Ciprianos uninteressant geworden.
Und dann soll auch noch die Tochter mit ihrem Mann, der im "Zentrum" als Wachmann angestellt ist, in eben diesem eine Wohnung beziehen. Was wird nun aus dem alten Cipriano?
"Das Zentrum" ist ein Buch, das man jedem nur ans Herz legen kann. Nach der Lektüre ist man - wenigstens für kurze Zeit - ein anderer Mensch (nicht zuletzt auch deswegen, weil Saramago immer wieder menschlich-philosophische Fragen aufwirft).
Selber schuld, wer dieses Buch nicht liest!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
José Saramago ist ein Autor, der es aufs Beste versteht, sprachgewaltig und dennoch mit Feingefühl eine Geschichte von einem banalen und tristen Anfang zu einem völlig unerwarteten Ende zu entwickeln und als ein Kunstwerk ganz besonderer Art auf den Leser wirken zu lassen.

Zum einen ist es die traurige Geschichte eines Töpfers vom Dorf, der in regelmäßigen Abständen seine Ware im Zentrum abgibt - bis eines Tages daran kein Interesse mehr besteht. Davon schwer getroffen treten am selben Tag zwei Wesen in das Leben des Töpfers, die Witwe Isaura und ein herrenloser Hund, die seinem Leben wieder Sinn geben. Zusammen mit seiner Tochter arbeitet der Töpfer dann an neuen Produkten, in der Hoffnung, das Zentrum könnte sich dafür interessieren.
Während zwar das Glück und der Wohlstand der Menschen in dem Roman vom Zentrum abhängt, ist gerade das Zentrum der Ort, an dem später der Töpfer gar nicht leben will - und eben doch wie gegen seinen eigenen Willen hinzieht. Sein Schwiegersohn hat nämlich, wie es nur Privilegierten zusteht, dort eine Wohnung erhalten.
Zum anderen aber wird dem Töpfer erst vor Ort, also im Zentrum, klar, wie er seinem Leben doch noch Sinn geben kann. Aufgerüttelt durch den Besuch der Höhle, die unter dem Zentrum freigelegt wurde, beschließt der Töpfer, wieder zurückzukehren, in sein altes Leben im Dorf, hoffend darauf, dass der Hund und die Witwe noch dort wohnen.
Saramago malt das Bild einer wunderbaren Rettung aus einer kafkaesken Sinnlosigkeit.

In anderen Sprachen habe ich dieses äußerst wertvolle Werk unter dem Titel "Die Höhle" gesehen (wie im portugiesischen Orginal), was schon beim Öffnen des Buches erkennen lässt, was später im Zentrum sich offenbaren soll: die Wahrheit des Lebens und der Selbsttäuschung.

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Die neuesten Kundenrezensionen
Ein großes philosophisches Gleichnis leicht verpackt
Mit "Das Zentrum" ist Saramago ein leicht lesbares philosophisches Kunstwerk voller Poesie über Liebe und Mitgefühl geglückt. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von laxschrift veröffentlicht
Eine sehr schöne Geschichte voller starker Symbolkraft.
Cipriano Algor ist ein einfacher Töpfer und führt zusammen mit seiner Tochter Marta ein materiell karges jedoch recht glückliches Leben auf dem Dorf. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von sonnenblumensammler
Ohne Mehrwert
Der Globalismus ist nicht nur an den Aktienmärkten, bei Werksschließungen oder in den Trauerreden von Politikern zu finden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2008 von Polar
liebenswerte Erzähling mit kritischem Anspruch
Es ist ein leichtes für den Leser, sich mit den Hauptfiguren, einem alten Töpfer und seiner Tochter, die mit einem Wachmann in einem nahen Einkaufzentrum verheiratet ist,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Dezember 2006 von subcomandante
Zum Teil schief, aber anrührend
Man kann sich an diesem Buch stoßen, vor allem an der Beschreibung des "Zentrums". So einen Ort gibt es nicht, oder jedenfalls nicht im Kapitalismus, sondern wenn, dann... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. September 2006 von Provencefan
freiwillige Entmündigung
Cipriano Algor kommt vom Zentrum zurück in das Dorf, in dem er mit seiner Tochter lebt - wie schon sein Vater, Großvater und Urgroßvater - mit der Nachricht, das... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2005 von Esther
Toller Roman!
Ein kleiner Töpfer droht aus der modernen Welt zu fallen und kämpft. Einer der schönsten Romane Saramagos; auf alle Fälle einer der lesbarsten. Lesen Sie weiter...
Am 11. Juli 2005 veröffentlicht
wundervoll!
Die Geschichte eines Töpfers, der dabei ist, aus der modernen Welt zu fallen, wo alles größer, bunter, toller und aus Plastik sein muss, wo die Menschen auf engem... Lesen Sie weiter...
Am 8. Juli 2005 veröffentlicht
Gesellschaftliche Bestandsaufnahme
"Das Zentrum" ist das erste Buch von José Saramago, das ich gelesen habe, und es wird mit Sicherheit nicht das letzte sein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. August 2004 von Katharina K.
selten so gelangweilt
Dieses Buch war mein erster Saramago und wird wohl auch mein letzter bleiben. Aufgrund der Empfehlung des Buches in einer Zeitschrift war ich mutig und habe es mir bestellt. Lesen Sie weiter...
Am 20. Juni 2004 veröffentlicht
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