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Das Zeitalter des Irrationalen: Politik, Kultur und Okkultismus im 20. Jahrhundert
 
 
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Das Zeitalter des Irrationalen: Politik, Kultur und Okkultismus im 20. Jahrhundert [Ungekürzte Ausgabe] [Gebundene Ausgabe]

James Webb , Marco Frenschkowski , Michael Siefener
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Marixverlag; Auflage: 1., Aufl. (8. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865391524
  • ISBN-13: 978-3865391520
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 15,2 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 352.499 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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James Webb
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Für ein tieferes Verständnis des esoterischen Mikrokosmos und seiner nicht nur subkutanen Einflüsse auf die künstlerischen und politischen Avantgarden der Moderne ist Webbs Arbeit unverzichtbar" --Konkret 2/2009

Kurzbeschreibung

Das maßgebliche Buch zum Einfluss des Okkulten auf Politik und Kultur im 20. Jahrhundert!The Occult Establishment gilt als die wegweisende Studie über die Präsenz okkulter Ideen, Motive und Bewegungen im kulturellen und politischen Establishment des 20. Jahrhunderts, vor allem in den Jahren zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. C. G. Jung und der Monte Verita, Nietzsche und die Vorgeschichte des Nationalsozialismus, die Entstehung der Esoterikszene und die vielfältigen Vernetzungen der okkulten Gruppen und Gemeinschaften werden neben vielen angrenzenden Themen detailliert analysiert, wobei sonst kaum bekanntes biographisches Material verwendet wird. Der Schwerpunkt in Webbs Darstellung liegt nicht nur auf der Ideengeschichte, sondern auf den vielschichtigen Beziehungen der relevanten Persönlichkeiten untereinander. Die internationale Einbettung nicht zuletzt der deutschen Okkultszene wird anschaulich sichtbar gemacht. Der Einfluss okkultistischer Ideen und Gruppen auf Literatur, Musik, Kunst und Politik wird verifizierbar und solide dokumentiert und auf seine kulturelle Bedeutung befragt. Auch andere Alternativszenen (vegetarische Bewegung, Freikörperkultur, Künstlergruppen, utopisch-politische Vereine und andere) treten in den Blick und werden kulturgeschichtlich gewürdigt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Opulent und informativ 22. Oktober 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Werk beschäftigt sich mit den okkulten Strömungen der Neuzeit. Es ist eine außergewöhnlich umfangreiche und minutiöse Darstellung der wichtigsten mystischen, magischen und okkulten Bewegungen des beginnenden 20. Jahrhunderts in Europa bis in die Gegenwart.
Verfolgt man die Beschreibungen, die der Autor über bekannte esoterische Geistesgrößen wie etwa Franz Hauptmann oder Rudolf Steiner gibt, fragt man sich unwillkürlich, ob dieser ganze esoterische Gedankenkreis ' aus dessen Quellen die heutige Esoterik ja sehr viel Orientierung bezieht ' wirklich noch mit dem gesunden Menschenverstand im Einklang steht. Dabei zeigt sich Webb als durchaus nüchterner und unparteiischer Chronist. Es geht ihm nicht darum, einen spektakulären Verriss der Esoterik zu leisten. Zugleich ist er auch kein kritikloser Anhänger der Esoterik, der alles was etwas mystisch klingt, in den Himmel hebt.
Hört man zum Beispiel, dass sich ein Mitglied der Theosophischen Gesellschaft darüber beschwert, nie Briefe von den rätselhaften Meistern aus dem Himalaya zu erhalten, und Franz Hartmann ihm vorschlägt, "er solle sich selbst ein paar Briefe schreiben und später behaupten, er hätte sie aus dem Blauen heraus erhalten, wie es bei den Mahatmas-Briefen üblich war" (S. 99), fragt man sich schon, ob mit diesen Leuten noch alles in Ordnung war. "Hartmanns Lösung war einfach: er erbot sich, auf einen Stuhl zu steigen und die Briefe auf Jugdes Kopf herabfallen zu lassen." (ebd.)
Von Rudolf Steiner erfahren wir im Übrigen, dass er neben seiner Frau eine Geliebte hatte und deswegen von seiner Wohnung zu den angrenzenden Räumen der Theosophischen Gesellschaft eine Tür durchbrechen ließ, um seine Geliebte jederzeit besuchen zu können. Später mietete er ein möbliertes Haus mit zwei Wohnungen, wo er mit seiner Frau, den Kindern und der Geliebten (Marie von Sivers) wohnte. Natürlich hatte seine Frau Anna (verwitwete Eunike) irgendwann davon genug und zog aus. Webb betont hier jedoch, dass diese Aussagen von der Tochter Annas aus deren früherer Ehe, Emmy, stammen, die möglicherweise von Eifersuchtsgefühlen gegenüber Steiner beeinflusst war, den sie als männlichen Eindringling in die Familie empfunden haben mag (S. 96f.).
Auch die Schilderung der Vorgänge in der Künstler- und Philosophen-Kommune Monte Verita gibt Anlass zur Verwunderung. Nicht nur, dass der O.T.O. (Ordo Templi Orientis) dort eine große Rolle gespielt hat, macht die Sache (meines Erachtens) schlüpfrig. Karl Gräser, Theosoph und eines der Gründungsmitglieder, hatte einen Bruder, "der in einer Toga dort auftauchte und vegetarische Gedichte rezitierte. Er wurde fort geschickt, erschien später erneut, diesmal mit einer Hellseherin und acht Kindern, deren er sich auf fortschrittliche Art entledigte, in dem er sie einfach "für eine kleine Weile" in der Obhut eines freundlichen Passanten auf der Straße ließ und nicht wieder abholte." (S. 89)
Monte Verita war natürlich berühmt. Es trafen sich dort Leute wie Bakunin, Lenin, Hesse, Buber, George u.v.a. Eine Freundin von Annie Besant, "die führende Asconer Okkultistin Frau Dr. Paulus" (S. 91), sah sich im Alter von 92 Jahren als die Wiedergeburt Giordano Brunos an. Ein anderer unterhielt sich mit Zarathustra, Jesus, Lao-Tse und Sokrates (ebd.).
Es zeigt sich hier doch deutlich, welch seltsame Blüten die Esoterik zu treiben vermag. Im Rückblick werden diese frühen esoterischen Bewegungen leider oft idealisiert. Aufschlussreich ist eine derartige Untersuchung auch im Hinblick auf unsere heutigen esoterischen Strömungen. Halbwissen und Verrücktheiten finden sich auch heutzutage noch recht häufig.
Rudolf Steiner spielt in dem Buch noch in tiefer gehender Hinsicht eine Rolle. Der Hass gegen Steiner, der sich in der Folge in der Öffentlichkeit verstärkte, rührt laut Webb daher, dass er als Teil der jüdischen-freimaurerischen Verschwörung zum Umsturz der Welt angesehen wurde. (S. 105)
Noch eine nette Anekdote sei berichtet: der esoterische Schriftsteller Gustav Meyrink erhielt 1917 vom deutschen Außenministerium den offiziellen Auftrag, 'einen Roman zu schreiben, in dem die Freimaurer für den Ausbruch des Krieges verantwortlich gemacht wurden. Es sollte ins Englische und Schwedische übersetzt werden, 500.000 Exemplare sollten gedruckt und auf der ganzen Welt verteilt werden. Meyrink erhielt einen ganzen Stapel Bücher für seine Recherche, doch er wandte ein, Gustav Frenssen oder Ludwig Ganghofer seien vermutlich für diese Arbeit besser geeignet." (S. 266) Das Ministerium wollte jedoch nicht diese deutschtümelnden Autoren, "man sagte ihm, dass die Geschichte glaubhafter wäre, wenn er sie schriebe, und er nahm den Auftrag an." (ebd.) Wie man weiter lesen kann, erschien später ein Diplomat und überredete Meyrink, den Auftrag fallen zu lassen.
Madame Blavatsky, Papus, Adolf Hitler, Sigmund Freud und C.G. Jung, Timothy Leary, Ken Kesey, Ronald D. Laing, Dada, Alan Watts, Haight Ashbury, Wassermannzeitalter, Aleister Crowley ' die Liste ist schier endlos. Das Buch ist ein grandioses Kompendium und Panorama der abendländischen Esoterik. Bemerkenswert ist, dass der Autor, James Webb, diese Unmenge an Informationen zusammen trug, als es noch keine Computer und kein Internet gab. Für das Frühjahr plant der Marix-Verlag die Herausgabe des zweiten Bandes.
Ronald Engert, Redaktion Tattva Viveka (www.tattva-viveka.de)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
James Webb und Gurdjieff 10. November 2011
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Zwar gibt es mindestens fünfzig Memoiren und Studien über Gurdjieff, doch leider nur wenige in deutscher Sprache.

Um nur ein einziges Beispiel zu nennen: Es wäre ein großer Gewinn für deutsche Gurdjieff-Interessierte, läge "The Harmonious Circle" des außergewöhnlichen, leider zu früh verstorbenen, Schotten James Webb auf deutsch vor. Allerdings steht in Webbs zweibändigem Hauptwerk "Die Flucht vor der Vernunft" (19. Jahrhundert) und "Das Zeitalter des Irrationalen" (20. Jahrhundert) auch schon einiges über Gurdjieff und seine Lehre. Darüber hinaus sind diese zwei Bücher die besten zum Thema "Politik, Kultur und Okkultismus im 19. und 20. Jahrhundert", sie sind auf jeden Fall äußerst lesenswert und jedem am Thema Interessierten wärmstens zu empfehlen.

Von den wenigen deutschsprachigen Gurdjieff-Biographien ist "Georg Iwanowitsch Gurdjieff: Magier, Mystiker, Menschenfänger" des englischen Professors James Moore zweifellos die beste, ausführlichste, umfassendste und gründlichste. Dazu kommt noch: Das Buch ist auch spannend geschrieben, ist unterhaltsam und lerhrreich und liest sich leicht.
Der Autor, damals neunzehn Jahre alt, ist 1949 mehrmals Gurdjieff begegnet. Später stand er mit vielen bekannten Gurdjieff-Anhängern in Kontakt, so mit Olga de Hartmann, Jeanne de Salzmann, Jane Heap, Louise March und anderen, sowie mit zahlreichen weniger bekannten. Er schreibt: "Seit 1956 habe ich den ernsthaften Versuch unternommen, Gurdjieffs Methodologie anzuwenden." Bessere Voraussetzungen für ein gelungenes Werk kann man nicht haben.
Moore berichtet in seinem Buch von einem Besuch Aleister Crowleys in Gurdjieffs Prieuré in Fontainebleau. Der erwähnte James Webb berichtet von zwei dortigen Besuchen, Marco Pasi ("Aleister Crowley und die Versuchung der Politik") auch noch von einem Treffen von Gurdjieff und Crowley in Paris. Im "Tarot der Idioten" sitzen die beiden im Pariser Café de la Paix und diskutieren über Tarot, Kabbala, Astrologie und anderen magischen Wissenschaften.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
James Webb beschreibt auf 608 Seiten die Entwicklung und Verknüpfungen der irrationalen Gesellschaft. Unheimlich genau und minutiös widmet sich der Autor auch noch der kleinsten Strömung und dem unbekanntesten Verfasser okkulter Beiträge.
Dabei verliert er teilweise den großen Zusammenhang aus den Augen und verzettelt sich in unnötigen Zerfaserungen. Wer sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen will, findet hier ein umfassendes Kompendium, das aber für die Masse der Leser schnell uninteressant werden wird. Webb ist bemüht stets sachlich zu sein und sich nicht irgendwelcher Spekulationen hinzugeben. Auch sollte man sich bereits im Thema und bei den auftretenden Personen auskennen, denn Webb gibt zu den bekannten Größen (Steiner, Olcott, Blavatsky, Crowley, Jung, u.a.) kaum Erläuterungen zu deren Dogmen, Weltanschauungen und Werken.
Wer also nicht derart vorgebildet ist, wird sich schnell in Beschreibungen über dutzende Strömungen und deren Verzahnung ineinander wiederfinden, die man schnell ermüdend und als sinnlos empfinden wird.
Es sollte an Hand dieses Werkes nicht überraschen, dass Webb Zeit seines Lebens, welches er durch Suizid im Alter von 34 Jahren beendete, leider keinen wirtschaftlichen Erfolg verbuchen konnte.
Dieses Buch ist etwas für alle, die sich bereits im Thema auskennen und nicht vor Detailfülle und Umfang zurückschrecken. Es ist nicht geeignet für die, die mal reinschnuppern wollen.
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