Das Unvorstellbare ist geglückt, denn Altvater Badden wurde bezwungen und der Mithranidoon damit wieder sicher. Die ungewöhnlichen Sieger - Cormack der verstoßene Abellikaner, die Barbarenschamanin Milkeila, der Wegelagerer Bransen, der erblindete Mönch Jond und die beiden "abtrünnigen" Pauris - können trotzdem nicht bleiben und machen sich auf den Weg gen Süden, um bei der Lady Gwydre den Kopf des Samhaistaners abzuliefern. Bransen hofft darauf, dass er das ihm versprochene freie Geleit bekommt. Die Pauris sind auf der Suche nach ihren südlich lebenden Verwandten. Cormacks und Milkeilas Weg ist noch gänzlich ungeklärt.
Doch ihnen allen ist keine Ruhe vergönnt. Der Konflikt im Norden war nicht der einzig schwelende in Honce. Die zwei mächtigsten Fürsten des Landes führen einen Krieg um die Vormacht, nachdem sich einer der Beiden - Fürst Delaval - zum König über alle Fürstenlehen aufgeschwungen hat. Blutig sind die Kämpfe und vor allem die einfachen Menschen leiden unter dem Krieg, der an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten ist. Die abellikanische Kirche hat bislang versucht Neutralität zu wahren und jeden Verwundeten zu versorgen, ungeachtet seiner Herkunft.
Die Ereignisse beginnen vollends aus dem Ruder zu laufen, als Fürst Delaval einem heimtückischen Attentat zum Opfer fällt und sein inkompetenter Protegé und Neffe Yeslnik die Macht erlangt. Yeslnik hatte in früheren Zeiten die "Bekanntschaft" des Wegelagerers gemacht. Die Todesumstände seines Mentors veranlassen den selbsternannten neuen König zu der Annahme, dass Bransen für den Tod Delavals verantwortlich ist. Eine gnadenlose Jagd beginnt und jeder Freispruch durch die Lady Gwydre verliert seine Gültigkeit. Auch die Abellikaner sehen sich zunehmend dem Druck durch den unerfahrenen König ausgesetzt, der sich mit ihrer neutralen Haltung nicht einverstanden erklärt. Innerhalb des Ordens sorgen Ränke und Missgunst für einen tiefen Riss, der auf eine Spaltung der abellikanischen Kirche hindeutet.
Lady Gwydre und die Helden der Schlacht von Alpinador haben die Reise zur ersten Kapelle der abellikanischen Kirche unternommen, um dem Urteil über Cormack beizuwohnen und für ihn zu sprechen. Als die Lage sich mehr und mehr zuspitzt, schließen sie sich den standhaften Mönchen der Kapelle Abelle an, denn sie sind Willens, den rivalisierenden Fürsten Einhalt zu gebieten und die unparteiische Position der Kirche zu stärken. Der fälschlicherweise angeklagte Bransen verlässt die Kapelle, um den wahren Mörder Delavals zu finden und damit seinen Namen rein zu waschen. Vollkommen überraschend stößt er dabei auf vermeintliche Jhesta Tu Mystiker, wie seine verstorbene Mutter eine war, und schließt sich ihnen an, um von ihnen zu lernen und seine Wurzeln kennenzulernen. Doch war dies wirklich die richtige Entscheidung? Eine Folgenschwere war es in jedem Fall...
Der zweite Band des "Zeitalter der Dämonenkriege" startet genauso spannend, wie der Erste endete. Glücklicherweise beginnt Salvatore dieses mal nicht mit einer langatmigen Einführung, so dass der Leser sich sofort in der Geschichte wieder findet.
Die politischen und religiösen Intrigen verschärfen und vertiefen sich zusehends und überrollen das zusammengewürfelte Abenteurergrüppchen, was doch eigentlich nur zur Ruhe kommen möchte (mit Ausnahme der Pauris vielleicht), auf das Heftigste. Die Entwicklungen haben mich sehr mitfiebern lassen und Pater de Guilbe, den ich schon in "Todfeind" nicht leiden konnte, habe ich inbrünstig hassen gelernt. Der verbitterte und jähzornige Abellikaner ist in meinen Augen eine sehr authentische Figur. Etwas das ich über Yeslnik nicht sagen kann - der Charakter ist für mich unglaubwürdig, betrachtet man seine Eigenschaften in Kombination mit seiner gesellschaftlichen und politischen Position. Vielleicht sollte ich dieses Urteil jedoch in Anbetracht unserer eigenen Geschichtsschreibung überdenken, denn es wurden schon viele Herrscher nur durch Geburt, nicht durch Eignung, legitimiert.
Bransen gibt mir auch in diesem Buch wieder Rätsel auf - der abgeklärte und erfahrene, ja oft zynische Wegelagerer mutiert gegen Ende zu einem naiven Zeitgenossen, nur weil er Kriegern aus dem Land seiner Mutter begegnet, die sich zu dem recht zweifelhaft verhalten. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
"Waffenbrüder" ist eine würdige Fortsetzung der Reihe und wer "Todfeind" gut fand, wird an diesem Buch viel Freude haben. Für Fans ist das Buch so oder so Pflicht!