Die britische Thrillerautorin Sarah Dunant ist hier einmal von ihrem erfolgreichen Pfad abgewichen und hat mit „Im Zeichen der Venus" eine tolle Mischung aus Fakten, Fiktion und Liebesgeschichte abgeliefert. „Im Zeichen der Venus" hat mich vom Erzählstil ein wenig an „Das Mädchen mit dem Perlenohrring" erinnert:
Erzählt wird die Geschichte der Florentinerin Alessandra Cecchi, der Tochter eines reichen Tuchhändlers. Der Reichtum der Cecchis ist in erster Linie dem Medicis zu verdanken und ist nach dem Tode Lorenzo de Medicis dem Untergang geweiht. Denn langsam aber sicher gewinnen der Dominikanermönch Girolamo Savonarola und seine Engelskrieger immer mehr an Macht. Savonarola mit seiner strengen Kritik an Prunk und bisherigem Lebenswandel der Florentiner wollte in Florenz ein „Neu-Jerusalem" schaffen. Entsprechend streng waren Zucht und Ordnung.
Alessandra ist so wie eine Frau nach Ansicht Savonarolas nicht sein sollte: intelligent, klug, belesen, mehrsprachig, mit eigenem Kopf und eigener Meinung und nebenbei auch noch künstlerisch begabt. Um Savonarola und seinen Engelskriegern keine Angriffsfläche zu bieten, heiratet die fünfzehnjährige Alessandra - auch auf Wunsch ihrer Eltern- einen wesentlich älteren Mann aus guter Familie. Wie sich schon in ihrer Hochzeitsnacht herausstellt, hat Cristoforo sie aber nur geheiratet, um selbst den Häschern zu entgehen...
Obwohl Alessandra Cristoforo geheiratet hat, ist sie in den Maler verliebt, der im Hause ihrer Eltern die Kapelle „dekorieren" soll. Der Kontakt mit ihm wurde ihr untersagt und die Gelegenheit für ein Zusammensein ergibt sich jedoch erst beinahe zu spät....
Fazit: Obwohl „Im Zeichen der Venus" auch als Krimi angekündigt wurde, nehmen die Morde eher eine ganz untergeordnete Rolle ein: Man erfährt, dass nach und nach fünf Menschen in Florenz auf grausamste Weise getötet wurden und erfährt am Ende dieses wunderbaren Buches, wer der Täter war. Das war es auch schon. Es geht wirklich in erster Linie um Alessandras (Lebens- & Liebes-)Geschichte und die ist so wunderschön, spannend und realitätsnah fabuliert, dass man die Nebenhandlungen ohnehin vergisst ;-). Wenn Ihnen „Das Mädchen mit dem Perlenohrring" gefallen hat, gefällt Ihnen „Im Zeichen der Venus" vermutlich auch. Sehr empfehlenswert!