Ich bin wirklich ein großer Fan schwedischer Filme unterschiedlicher Genres. Für mich ist es nach wie vor fast schleierhaft, wie kleine Länder wie Schweden oder auch Dänemark und Island, mit einer relativ kleinen Bevölkerungsdichte eine so enorm große Anzahl an wirklich sehenswerten Filmen veröffentlicht. Dies auch nicht erst seit der Einbindung diverser Krimiserien in das spätabendliche Fernsehprogramm öffentlich - rechtlicher Sendeanstalten. Bereits 1938 stellte der deutsche Soziologe und Filmkritiker Siegfried Kracauer in seinem Aufsatz "Mauritz Stiller und der Schwedenfilm" fest:" Wo immer die Umwelt in schwedischen Filmen auftaucht, erfüllt sie eine Funktion, und die Schönheit ist deren Nebenprodukt." Dies gilt meiner Meinung nach bis heute. Allerdings halte ich die Feststellung, bei "Das Zeichen des Mörders" würde es sich um einen der besten Thriller des Jahres handeln, einen Film der einfach alles hat, für eine masslose Übertreibung und Überschätzung. Er ist nicht schlecht, ich gebe ihm ja auch noch drei Sterne, allerdings fehlt ihm einiges um in der langen Liste der großen Thriller der letzten Monate mithalten zu können (zum Beispiel "Red Riding Triology")......zur Geschichte:
Ein geistesgestörter Serienkiller überzieht die schwedische Hauptstadt Stockholm mit einer Serie von Morden, wobei er stets seine Signatur hinterlässt. Zurückliegende Fälle, in denen Selbstmord als Todesursache in den Akten der Polizei landete, können im Laufe der Filmeinleitung ebenfalls dem selben Täter zugerechnet werden, was darauf schliessen lässt, dass der Mörder das Töten nicht nur aus Selbstzweck zur eigenen Befriedigung sieht, sondern Beachtung finden möchte und das Ende, also die Aufklärung, vielleicht einkalkuliert. Johann, ein arroganter aber auch hoch intelligenter und spitzfindiger junger Student der Polizeiakademie gerät aufgrund der überproportionalen Leistungen in den Fokus der ermittelnden Behörde und so wird er von der Sondereinheit als verdeckter Ermittler in der Universität von Uppsala eingesetzt, denn dort kam es zu einem erneuten, sonderbaren Mordfall. Als angeblicher Student verliebt sich Johann nicht nur in eine Kommilitonin, sondern kommt dem Mörder Schritt für Schritt auf die Spur.......
Aufgrund einer überschaubaren Anzahl an Charakteren fällt es einem nicht sonderlich schwer, den Mörder recht schnell zu entlarven, was, in Anbetracht der Tatsache, dass der Film enorm dramatisch und fesselnd beginnt, zu einem recht raschen Spannungsabfall führt. Dies ist insofern schade, als dass es meiner Meinung nach nicht sonderlich schwierig gewesen wäre den Kreis der Verdächtigen leicht zu erweitern, nicht nur aufgrund eines Handlungsstranges, welcher eine lange Zeit in einer Universität mit tausenden von Studenten verweilt. Auch wirkt der Plot insgesamt ein wenig hölzern und holperig, während auf der einen Seite bestimmte Rollen ausführlich vorgestellt weden, wird bei anderen nahezu komplett darauf verzichtet, was der Gesamtstimmung des Films nicht gerecht wird. Auch ist die Zuspitzung, in der der Mörder enttarnt wird, dann eine Spur zu fix, und meiner Empfindung nach zu unkonkret und zu konstruiert, auch wenn es niemand anderes geben konnte, der als Mörder in Frage kommt. Die Erklärung oder die psycholoische Tiefe hätte es noch einmal herausreissen können.
Atemberaubend ist mal wieder die filmische Umsetzung, die Kamerafahrten und -einstellungen, aber die Qualität und das filmische Vermögen sind ja seither nahezu eine Selbstverständlichkeit des schwedischen Kinos und deren Regisseure und Kameraleute. Auch wissen die Schauspieler durch die Bank zu überzeugen, auch wenn ich mir ein paar new faces gewünscht hätte, aber vielleicht liegt das Fernbleiben dann, der Einleitung entsprechend, doch an der relativ kleinen Bevölkerungsdichte eines Landes wie Schweden.