Es fängt so harmlos an: Alltag in einem hoch angesehenen englischen Knabeninternat, Schulalltag vor 50 Jahren, die üblichen Raufereien, Schulstress, Ferienträume, Familienprobleme und der zeitlose Ärger mit den Lehrern- oder den Schülern. Nichts Sensationelles, und doch: schon auf den ersten Seiten lauert zwischen den Zeilen das Böse. Nicht genau erkennbar, nicht definierbar, ganz unbestimmt und doch vorhanden. Hat es mit dem mysteriösen Tod eines Schülers zu tun, der vertuscht wird, wo es nur geht? Hat es mit der seltsamen und ungewöhnlichen Freundschaft zweier Jungen zu tun, die sich anbahnt, vertieft, andere Schüler auf grausame Weise in ihren Bann zieht und für den Horrortrip richtungsweisend wird? Ein Journalist ist es schließlich, der die schrecklichen Geschehnisse im Internat nach Jahren aufdeckt. Patrick Redmond setzt von der ersten Seite an ein Rad in Bewegung, das sich unweigerlich mit höchst behutsam sich steigerndem Tempo, aber dennoch unaufhaltsam weiterschraubt, es ist fast , als stünde jemand hinter einem, schubste einen weiter, von Seite zu Seite, tiefer und tiefer ins Geschehen hinein. Die Gänsehaut, das Entsetzen über das, was sich hinter der angeblich heilen Internatswelt abspielt und die in Zeitlupe sich ausbreitende Spannung sind bis zuletzt garantiert.( Auch wenn es gegen Ende vielleicht ein oder zwei Leichen zuviel gibt) Grandios erzählt und beschrieben, zurückhaltend in der Sprache und doch schockierend in der Aussage: der erste Roman des noch jungen englischen Autors ist absolut empfehlenswert, psychologisch aufs Feinste durchdacht und verwoben, gradlinig aufgebaut ohne abfallende Passagen, von Anfang an das Ziel fest im Auge.