Von seiner Lehrerin gefragt, wie viele der Zahlen an der Tafel durch 2 teilbar seien, antwortet der siebenjährige Fred: "Alle von denen". Mit dieser verblüffenden Antwort hatte die Lehrerin nicht gerechnet. Aber natürlich hat das Kind völlig Recht: Jede Zahl, auch eine ungerade, ist durch 2 teilbar.
Fred ist anders als seine Mitschüler: Er ist intelligenter. Und unglücklicher, weil ihm Freunde fehlen. Er wünscht sich ganz bescheiden nur jemanden, mit dem er sein Pausenbrot essen kann.
Jodie Foster (selber hochintelligent) erweist sich in ihrem erstaunlich sensiblen Regiedebüt als kompetente Beleuchterin der Schattenseiten des Hochbegabtseins. Humorvolle Einlagen kommen bei aller Ernsthaftigkeit auch nicht zu kurz. Kino-Debütant Adam Hann-Byrd (damals 9) ist eine Idealbesetzung. Man sieht seiner Performance an, dass er weiß, worum es geht. Belohnung: der "Young Artist Award". Weitere Rollen sollten für ihn folgen ("Wie ein Vogel im Wind", "Jumanji", "Der Eissturm" u.a.)
"Das Wunderkind Tate" zählt für mich zu den nachdenklichsten Kinohits der frühen 90er. Schade, dass die DVD über keinerlei Extras verfügt (außer einem Trailer und 5 verschiedenen Tonspuren).