15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der besten deutschen Filme, 13. Februar 2007
"Das Wunder von Bern" ist einer der besten deutschen Filme, die je gedreht wurden. Begeisterten Fußballfans sei gesagt, daß es in diesem Film zwar um die Weltmeisterschaft 1954 geht, aber nur sekundär und als Hintergrund. Im Vordergrund steht die Problematik und das Lebensgefühl im Nachkriegsdeutschland am Scheitelpunkt zwischen Stunde Null und Wirtschaftswunder. Sehr beeindruckend stellt Sönke Wortmann die Problematik von durch Krieg und dessen Folgen zerrütteten Familien, von Kriegsheimkehrern und deren Entfremdung von ihren Kindern und nicht zuletzt auch das Leben im Ruhrgebiet des Jahres 1954 in den Mittelpunkt, dessen Tristesse die beiden Brüder auf unterschiedliche Weise entkommen wollen: der große Bruder träumt von einem Leben im Sozialismus der jungen DDR, der Kleine träumt vom Fußball und dem Weltmeistertitel. Daß sein Verhältnis zu seinem Idol Helmut Rahn besser ist, als zu seinem eigenen Vater, der ein Jahrzehnt nach Kriegsende aus der Gefangenschaft zurückkehrt, ist nachvollziehbar. Alles in allem ein absolut gelungenes Werk. Besonders hervorzuheben ist auch die Kulisse. Sie stellt das Nachkriegs-Ruhrgebiet (aus dem ich selbst stamme) hervorragend und authentisch dar.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auswirkungen eines wahren Wunders, 24. Juli 2007
Ich erwartete viel, als ich damals ins Kino ging, um diesen Film zu sehen. Und ich wurde belohnt. Das Wort "Drama" bekommt durch diesen Film eine völlig neue Bedeutung, hier ist auch sehr viel Witz und Komik dabei. Besonders Katharina Wackernagel und ihre Mimik brachten den Kinosaal oft zum Lachen.
Louis Klamroth spielt seinen Vater Peter Lohmeyer - wie schon oft erwähnt - glatt an die Wand und überzeugt auf ganzer Linie. Besonders gefallen hat mir, dass in diesem Film nicht die Sorte Deutschen vorkamen, die immer noch pessimistisch sind und denken, im Gegenteil: die Mutter baut ein Lokal auf und sogar der Sohn hilft der Familie mit seinem Zigarettenverkauf.
Die Story war realistisch dargestellt und auch beim Fussballspiel war historisch alles korrekt, was heute nicht immer der Fall ist. Die einzige Ausnahme war hierbei das entscheidende Tor, welches durch die speziell auf den Film zugeschnittene Geschichte ein wenig verändert wurde. Und hier schneiden sich vielleicht auch die beiden Kreise dieser Geschichte. Leider gab es immer wieder Leute, die diesen Film verteufelt haben, weil er doch angeblich so wenig mit Fussball zu tun hätte. Es wäre eben viel zu einfach gewesen, wenn man aus diesem Stoff einen reinen Film über Fussball gemacht hätte, denn schließlich sollte dieser Film auch einen Einblick in das Leben der Deutschen geben, welche teilweise noch immer unter dem Trauma wegen des Zweiten Weltkrieges litten und erst durch diesen denkwürdigen Sieg bei der Weltmeisterschaft wieder Hoffnung und Selbstvertrauen ("Wir sind wieder wer") gewannen.
Von den Kinozuschauern war ich auch beeindruckt: ob Kind, Familie oder Rentner - alle waren dabei. "Das Wunder von Bern" oder "Deutschland kann doch noch gute Filme machen" - auch ein Wunder!
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wir sind wieder wer Das Wunder mit der Gänsehautgarantie !, 12. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Wunder von Bern (Special Edition, 2 DVDs) (DVD)
Mit diesem Film hat uns Regisseur Sönke Wortmann gezeigt das man auch in Deutschland gute Filme machen kann, vorausgesetzt man beschränkt sich auf die wirklich interessanten Themen und versucht nicht große Hollywoodproduktionen zu kopieren. Das der deutsche Film seit Jahren ein wenig vor sich hinkränkelt ist ja schon bekannt, aber trotzdem versteht man es in Deutschland gute Filme zu machen. Die deutsche Filmindustrie muß sich nur auf Themen beschränken die uns Deutsche bewegen wie es ja in Filmen wie „Das Boot, „Stalingrad", „Comedian Harmonists", „Das Experiment" oder auch jetzt „Das Wunder von Bern" gemacht wurde. Es interessiert mich persönlich nicht wenn man in Deutschland versucht mit einem Film wie „Anatomie" große Hollywoodfilme zu kopieren, den dort hat man dazu andere Mittel und meist gehen solche Versuche dann auch in die Hose. Filme zu interessanten und bewegenden Themen der deutschen Geschichte sind für mich immer ein guter Grund sich mal wieder deutsches Kino reinzuziehen.
Sönke Wortmann verstand es perfekt ein Stück deutscher Geschichte für die Leinwand umzusetzen und schuf mit „Das Wunder von Bern" einen der größten deutschen Filme überhaupt.
Nach über zehnjähriger Kriegsgefangenschaft kehrt Richard Lubanski (Peter Lohmayer) 1954 als gebrochener Mann in seine Heimatstadt Essen zurück. Sein Sohn Matthias (Louis Klamroth) hat als Taschenträger und Glücksbringer in dem Fußballer Helmut Rahn (Sascha Göpel) längst einen Ersatzvater gefunden. Ehefrau Christa (Johanna Gastdorf) hat mit großen Entbehrungen und ohne Ernährer sich und Ihre drei Kinder durch die Nachkriegsjahre gebracht. Jetzt, mit der Rückkehr des Familienvaters, soll alles anders werden, doch leider geht der Schuss anfangs nach hinten los. Vater Richard, gezeichnet von der russischen Gefangenschaft, ist mit sich und der Welt verbittert und versucht alles was er in den letzten Jahren an Erziehungsmassnahmen versäumt hat im Eiltempo nachzuholen.
Zum gleichen Zeitpunkt bereitet sich die deutsche Fußballnationalmannschaft in München auf die WM Endrunde in der Schweiz vor.
Familienvater Richard Lubanski entgleitet langsam alles aus den Händen und in seiner Verzweiflung sucht er Hilfe in Gott und der Kirche. Für Sohn Matthias gibt es nur einen großen Wunsch, er muß unbedingt nach Bern zum Endspiel der Fußball WM, das die deutsche Mannschaft erreicht hat. Dort muß er sein Idol Helmut Rahn unterstützen, den dieser kann ja die ganz großen Spiele ohne Ihn nicht gewinnen.
In der Nacht vor dem Endspiel wird er dann von Vater Richard geweckt, den dieser hat eine Überraschung für In parat.
Sönke Wortmann gelang es perfekt Realität und eine fiktive Handlung zu verknüpfen. Mit einer Prise Humor wird der Weg der deutschen Nationalelf ins Finale von Bern mit großer Authensität aufgezeigt. Jedes Spielergebnis des deutschen Teams während der WM wird dem Zuschauer auf andere Art und Weise mitgeteilt. Beim Halbfinalsieg über Österreich erlebt man den kleinen Matthias zum Beispiel auf dem Bolplatz und als Ton läuft der Orginal Radiokommentar des österreichischen Runfunks von 1954. Ein Auswärtsspielergenis von RW Essen erfährt Matthias dann unter anderm durch seine Brieftauben.
„Das Wunder von Bern" ist ein Film für Jung und Alt, egal ob fußballinteressiert oder nicht, der Film ist ein Stück deutsche Geschichte. Die Besetzung des Films hätte auch besser nicht ausfallen können. Peter Lohmayer ist einfach nur perfekt in seiner Rolle und sein leiblicher Sohn Louis Klamroth ist die Entdeckung des Films. Faszinierend ist aber vor allem die Auswahl der deutschen Nationalelf, den diese sieht den richtigen Spielern von 1954 einschl. des Trainer Sepp Herberger (Peter Franke) verblüffend ähnlich.
Sicher wurde Deutschland danach noch zweimal Weltmeister, aber keiner dieser Titel ist vergleichbar mit diesem Titel von 1954 der eine Art Aufbruchsstimmung in Deutschland schuf und nicht nur aus sportlicher Hinsicht wichtig war.
Die Taktik von Sönke Wortmann geht voll und ganz auf und er schuf mit „Das Wunder von Bern" ein Stück Filmgeschichte mit eingebauter Gänsehautgarantie. Bewusst verzichtet er mit Ausnahme des Endspiels auf Fußballsequenzen und das ist ein absolut gelungener Schachzug.
Wem läuft es nicht eiskalt über den Rücken wenn er noch einmal die Reportage von 1954 hört....... Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müßte Rahn schießen, Rahn schießt .... Toooor, Toooor, Toooor !!!!!!!
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