Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
85
4,3 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:7,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 1000 REZENSENTam 19. Juni 2015
"Jetzt sind wir wieder wer", sprach Nationalmannschaftskapitän Fritz Walter und fasste damit die immense Bedeutung dieses Erfolges zusammen, die weit über das rein Sportliche hinaus ging. Für eine sich mühsam und eingeschüchtert aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs befreiende Nation war dieser kaum für möglich gehaltene Sieg gegen die angeblich unschlagbaren Ungarn das erste kollektive Hochgefühl, das Zeichen dafür, dass es ab jetzt wieder aufwärts ging.

"Das Wunder von Bern" ist mit über 3 Millionen Kinobesucher bislang Sönke Wortmanns zweiterfolgreichster Film nach "Der bewegte Mann", den sogar 6,5 Millionen Deutsche sehen wollten.
Wortmann ist mit der Geschichte von Deutschland unerwartetem Sieg bei der Fußballweltmeisterschaft in Bern das Kunststück gelungen aus einer speziellen deutschen Thematik ein Epos mit internationalem Spielberg-Touch zu zimmern. Die ganze Machart erinnert daher an den Stoff, aus dem die Academy Awards sind.

Dabei hat dieses unvergessene Endspiel im Berner Wankdorfstadion am 4. Juli 1954 mit dem Sieg durch das entscheidende Tor von Helmut Rahn wie kein anderes Ereignis eine legendäre Symbolkraft entwickelt. Spontan löste in Deutschland dieser Titelgewinn einen riesigen Freudentaumel aus. Neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg schien der Erfolg ein ganzes Volks aus dem Entbehrungen und Depressionen der Nachkriegszeit zu reißen. Das Ereignis markiert irgendwie den Anfang des deutschen Wirtschaftwunders und wird gelegentlich als die spirituelle Geburtsstunde der damals noch jungen Bundesrepublik Deutschland angesehen. Rainer Werner Fassbinder hat in seinem Meisterwerk "Die Ehe der Maria Braun" die emotionale Radioübertragung ebenfalls als zweite Spur sehr kritisch dem Schicksal der Titelheldin entgegengestellt.

Wortmann ist da weniger an einer kritischen Bestandsaufnahme interessiert, er ist eher der opulente und emotionale Chronist und gerade in den Schlußszenen - einmal schießt der kleine Junge stellvertretend für eine neue Generation im Stadion den Ball zu seinem Freund Rahn, dem dann das Wunder von Bern gelingt und zum zweiten in der letzten Einstellung als der Zug mit der Aufschrift "Fuball Weltmeister 1954" durch ein ländlich geprägtes Deutschland fährt. Darin fahren die Spieler, die Ruhm mit nach Hause bringen, aber auch eine neue Einstellung in den Köpfen, die sich etablieren wird, nur ahnt zu diesem Zeitpunkt als die Bauern auf dem Feld den Zug mit dem Helden bestaunen noch keiner was von dieser Erlösung.

Ein großes Lob gebührt dem Kameramann Tom Fährmann, der für die Zuschauer in sehr atmosphärisch wirkenden Einstellungen das Leben im Ruhrgebiet kurz nach dem Krieg lebendig werden lässt. Dort lebt der kleine fußballbegeisterte Mattes (Louis Klammroth) mit seiner Mutter Christa (Johanna Gastorf) und dem beiden älteren Geschwistern Bruno (Mirko Lang) und Ingrid (Birte Wolter). Die Frau betreibt eine Kneipe und hat so die Kinder ohne ihren Mann großgezogen, der nun schon 12 Jahre in russischer Gefangenschaft sitzt. Mattes schwärmt für RotWeiß Essen, für seine beiden Kaninchen und für den angehenden Nationaspieler Helmut Rahn (Sascha Göpel), bei dem er Balljunge sein darf. Die zwar arme, aber eher unbeschwerte Zeit ist kurz vor Beginn der WM vorbei, denn Vater Richard (Peter Lohmeyer), ein ehemaliger Bergarbeiter, kehrt endlich heim. Doch die Integration verläuft schwierig. Er benimmt sich wie ein Fremder und wird dadurch der Familie auch immer mehr zur eigentlichen Last, gerade weil er "alte Verhältnisse und Ordnungen" wieder herstellen möchte und ihm dies in keinster Weise gelingt. Der ältere Bruno liebäugelt mit der KPD und will Rockstar werden, Tochter Ingrid flirtet mit den englischen Soldaten. Und den kleinen Mattes kennt er nicht mal, da der 9 Monate nach seinem letzten Fronturlaub geboren wurde.
Als zweiter Handlungstrang läuft das eigentliche Wunder von Bern ab. Denn Sepp Herberger (Peter Franke) und sein Kapitän Fritz Walter (Knut Hartwick) brechen mit dem deutschen WM-Kader in die Schweiz auf. Mit dabei auch der Essener Helmut Rahn, der immer dann die Spiele gewinnt, wenn der kleine Mattes im Stadion anwesend ist. Aber der kann das Geschehen in der Schweiz nur mit dem Radio oder an einem der noch seltenen Fernseher verfolgen und hat momentan wegen dem gemeinen Vater ganz andere Sorgen...

Gelegentlich ist der Film ein bisschen zu sentimental, aber alles in allem ist Wortmann eine packende Geschichte aus der noch jungen Historie der Bundesrepublik gelungen. Peter Lohmeyer spielt den Vater, der plötzlich zuhause wie ein Fremder agiert, sehr gut und natürlich gewährt ihm Wortmann das für den Film notwendige Happyend. Er kriegt den Bogen wieder in letzter Sekunde - man kann sich aber denken, dass nicht jeder dieser positiven Wendung fähig war. Zum Lohn für den opulenten Familienfilm gabs dreimal den deutschen Filmpreis. Einmal in Silber, zweimal in Gold als Publikumspreis für den besten Kinofilm des Jahres und an Lohmeyer als beliebtester Darsteller.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Februar 2007
"Das Wunder von Bern" ist einer der besten deutschen Filme, die je gedreht wurden. Begeisterten Fußballfans sei gesagt, daß es in diesem Film zwar um die Weltmeisterschaft 1954 geht, aber nur sekundär und als Hintergrund. Im Vordergrund steht die Problematik und das Lebensgefühl im Nachkriegsdeutschland am Scheitelpunkt zwischen Stunde Null und Wirtschaftswunder. Sehr beeindruckend stellt Sönke Wortmann die Problematik von durch Krieg und dessen Folgen zerrütteten Familien, von Kriegsheimkehrern und deren Entfremdung von ihren Kindern und nicht zuletzt auch das Leben im Ruhrgebiet des Jahres 1954 in den Mittelpunkt, dessen Tristesse die beiden Brüder auf unterschiedliche Weise entkommen wollen: der große Bruder träumt von einem Leben im Sozialismus der jungen DDR, der Kleine träumt vom Fußball und dem Weltmeistertitel. Daß sein Verhältnis zu seinem Idol Helmut Rahn besser ist, als zu seinem eigenen Vater, der ein Jahrzehnt nach Kriegsende aus der Gefangenschaft zurückkehrt, ist nachvollziehbar. Alles in allem ein absolut gelungenes Werk. Besonders hervorzuheben ist auch die Kulisse. Sie stellt das Nachkriegs-Ruhrgebiet (aus dem ich selbst stamme) hervorragend und authentisch dar.
0Kommentar| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. November 2014
Ich schaue eigentlich kein Fußball. Klar die WM schon, aber sonst bin ich als Frau eher uninteressiert und kann keinen 11 Meter erklären.
Trotzdem hat mich der Film sehr angesprochen. Hier geht es nicht um Fußball sondern um eine spannende und rührende Geschichte während der WM.
Super Schauspieler und tolle realtische Darstellung des Nachkriegsdeutschlands.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 24. Juli 2007
Deutschland im Sommer 1954: Richard Lubanski kehrt nach über zwölf Jahren sowjetischer Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie nach Essen zurück. Er merkt schon bald, dass die einst so vertraute Welt für ihn völlig fremd geworden ist. Sein Sohn Bruno ist überzeugter Kommunist, seine Tochter flirtet mit britischen Besatzungssoldaten und sein zweiter Sohn, Matthias, der während seiner Abwesenheit geboren wurde, hat sich mit dem deutschen Nationalspieler Helmut Rahn einen Ersatzvater besorgt. Während Richard verzweifelt versucht, sich wieder in seine Familie und die Gesellschaft einzufügen, gelingt es der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz, überraschend ins Endspiel einzuziehen...

Ich erwartete viel, als ich damals ins Kino ging, um diesen Film zu sehen - und dieser Gang hat sich gelohnt. Das Filmgenre "Drama" bekommt durch diesen Film eine völlig neue Bedeutung, denn hier finden auch Witz und Komik ihren Platz. Besonders Lucas Gregorowicz und Katharina Wackernagel als Paul und Annette Ackermann brachten den Kinosaal häufig zum Lachen. Aber auch die anderen Schauspieler haben mich voll und ganz überzeugt, wobei man die Augen natürlich vor allem auf den jungen Hauptdarsteller richten muss: Louis Klamroth spielt seinen Vater Peter Lohmeyer glatt an die Wand und überzeugt auf ganzer Linie. Besonders gefallen hat mir außerdem, dass in diesem Film endlich mal nicht die jammernden Deutschen vorkommen, die vom Krieg gezeichnet wurden und immer noch pessimistisch denken. Ganz im Gegenteil, die Mutter baut ein Lokal auf und sogar der jüngste Sohn hilft der Familie mit seinem Zigarettenverkauf.

Die Story wird realistisch dargestellt und auch beim dargestellten Endspiel war historisch alles korrekt, was heute nicht immer der Fall ist. Die einzige Ausnahme war hierbei das entscheidende Tor, welches durch die speziell auf den Film zugeschnittene Geschichte ein wenig verändert wurde. Und hier schneiden sich vielleicht auch die beiden Kreise dieser Geschichte. Leider gab es immer wieder Leute, die diesen Film verteufelt haben, weil er doch angeblich so wenig mit Fußball zu tun hätte. Dabei wäre es meiner Meinung nach viel zu einfach gewesen, wenn man aus diesem Stoff einen reinen Fußballfilm gemacht hätte, denn schließlich soll dieser Streifen auch einen Einblick in das Leben der Deutschen geben, welche teilweise immer noch unter dem Trauma wegen des Zweiten Weltkrieges litten und erst durch diesen denkwürdigen Sieg bei der Weltmeisterschaft wieder Hoffnung und Selbstvertrauen gewannen. Man hatte das Gefühl, wieder jemand zu sein.

Von den Kinozuschauern war ich auch beeindruckt. Vom Grundschüler bis zum Senioren war jede Altersklasse vertreten. Das ist (ganz im Gegensatz zum im Film dargestellten Stoff) allerdings kein Wunder, denn dieser Streifen spricht restlos alle Generationen an.
0Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 18. Dezember 2015
Ich hatte den Film bisher nur als DVD und habe ihn mir wegen der besseren Bildqualität als Blu-ray zugelegt. Verglichen mit der 12 Jahre alten DVD ist eine Qualitätsverbesserung auf Blu-ray vorhanden. Das Bild ist gut ausgeleuchtet und gestochen scharf. Die Farben sind frisch und satt. Mir sind keinerlei Bildmängel aufgefallen. Der Ton ist nach meinem Empfinden kraftvoll und klar.

Auch wenn das Thema des Films der Gewinn unseres ersten Fussball-WM-Titels ist, dürfte er auch für Fussball-Laien interessant sein. Er spiegelt das Leben in der Nachkriegszeit exakt wieder. Die Nebenstory spielt im Ruhrgebiet, dort wo Helmut Rahn (der Schütze des Sieg-Tores) aufgewachsen ist. Es ist die Zeit vor dem deutschen Wirtschaftswunder, immer noch kommen ehemalige Kriegsgefangene nach Deutschland zurück. Eine ganze Generation lebt nach den Kriegsjahren befreit auf und erhält mit dem Titelgewinn ein Stück Selbstvertrauen zurück. Ich finde es ganz beachtenswert, wie detailgetreu alles arrangiert wurde. Die Kleider, die Möbel die Autos der 50er Jahre, einfach Klasse gemacht. Das Ruhrgebiet als damaliger deutscher Wirtschaftsmotor ist super dargestellt. Das liegt natürlich auch daran, dass der Regisseur des Films, Sönke Wortmann, dort aufgewachsen ist.

Auf der Blu-ray gibt es jede Menge Extras in DEUTSCHER SPRACHE. Man glaubt gar nicht, als wie angenehm ich es empfinde, keine Untertitel lesen zu müssen.

Ich kann den Kauf der Blu-ray empfehlen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Juni 2004
Dieser Film mag für manche ein wenig zu aufgesetzt, zu hollywood-like wirken. Aber ehrlich gesagt schaue ich mir diesen Film lieber 1000mal an, als Horst Köhler sagen zu hören, dass er Deutschland liebe. Dieser Film ist die bisher Einzige verfilmte, und deshalb einzigartige, Liebeserklärung an unser Land. Und wer als Fußballfan und -spieler bei den Szenen in der Kabine und beim entscheidenden Tor keine feuchten Augen bekommt, dem ist wirklich absolut nicht mehr zu helfen...
Zum Abschluss noch ein Zitat aus dem Guardian (!):
"But I sniffled a bit towards the end. What? The hint of an English tear when Germany win the World Cup? A cheek as moist as the Bundeskanzler's? Some things are bigger than either of us."
Einige Dinge sind größer als wir...Danke, Sönke!
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Mai 2006
Den Film habe ich für meinen Sohn gekauft, weil er ein echter Fußballfreak ist und alles liebt, was auch nur annähernd mit Fußball zu tun hat. Wir wollten den Film gemeinsam ansehen, aber nach ungefähr zwanzig Minuten hat er sich aus dem Zimmer geschlichen: Mit Fußball hatte das nach seiner Auffassung wirklich nichts zu tun. Ich hingegen blieb sitzen und je länger zusah, um so mehr beeindruckte mich die Geschichte.

Tatsächlich sah ich keine Fußballgeschichte, sondern eine Gesichte über das junge Nachkriegsdeutschlands und seine Menschen.

Kaputte Menschen, vom Krieg seelisch und körperlich zerstört, junge Menschen voller Hoffnungen und Idealen, Kinder, die auf öden Hinterhöfen in einer aufstrebenden Industrieregion groß werden und kein anderes Spielzeug haben als einen zerfledderten Fußball und entschlossene Menschen, die in Aufbruchsstimmung sind und am liebsten alles vergessen wollen was vorher war, Menschen, die das zerstörte und gedemütigte Land neu aufbauen wollen und wieder jemand sein wollen.

Und was wäre besser geeignet um das alles auszudrücken, als die Fußballweltmeisterschaft von 1954? Denn in dem legendären Endspiel gegen Ungarn passiert ein wahres Wunder und Deutschland wurde Weltmeister, wurde wieder wer.

Das Wunder von Bern ist ein sensibler und gut recherchierter Nachkriegsfilm, und wer sich in diesem Gebiet auskennt, wird mir zustimmen, dass es einer der besten deutschen Nachkriegsfilme ist, aber der Film ist kein Fußballfilm. Kein Film über sportlichen Ehrgeiz, Ausdauer, hartes Training, spannende Spiele, kein Film über Sporthelden und den Sieg in der letzten Sekunde. Man erlaube mir, mir für einen Augenblick vorzustellen was ein amerikanischer Regisseur aus dem damaligen WM-Sieg für ein Filmspektakel gemacht hätte!

Da ich den Film unter diesen Vorraussetzungen gekauft habe, war ich natürlich enttäuscht und ich möchte alle warnen, die glauben sie könnten in diesem Film das WM-Feeling von damals in einem spannenden Fußballthriller nacherleben. Das ist nicht so. Fußball ist hier nur der Rahmen und kommt gemessen an dem Titel des Filmes viel zu kurz.
0Kommentar| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. September 2014
- und 60 Jahre später ein absolutes Muss!
Gerade im neuen Weltmeisterjahr sehr sehenswert.
Zudem viel Historie, toll auch für Kinder zu sehen, unter welchen Bedingungen damals gelebt, oder auch nur Fussball gespielt wurde (Strohbälle, Lederball, die Fussballer gehen regulären Berufen nach und sind nicht hochbezahlte Profis etc)
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2003
Das hatte man selten! Ein deutscher Film mit Tiefgang, vor dem man geneigt ist den Hut zu ziehen.
Dass 1954 mehr als die Weltmeisterschaft gewonnen wurde und dass dieser Sieg im Finale mehr war als nur ein sportlicher Erfolg, zeigt Regisseur Sönke Wortmann in beeindruckenden Bildern. Die Nachkriegszeit, die Gefühle, das Lebensniveau und die Hoffnungen der Bevölkerung sind erstklassig skizziert worden. In großartiger Manier spielt Peter Lohmeyer den Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft, der sich schwer tut, wieder ins Familienleben zurück zu finden und seine Erfahrungen zu verarbeiten. Sicher war es ein Glücksgriff, dass Vater und Sohn im Film auch im wahren Leben im gleichen Verhältnis stehen. Doch nicht nur aus diesem Grund harmonieren Louis Klamroth und Peter Lohmeyer hervorragend miteinander. Die Geschichte neben dem Fußball wirkt in jeder Sekunde glaubwürdig und bannt den Zuschauer. So war es wirklich! Kleidung, Sprache, Wohnungseinrichtung, selbst die Kleiderhaken erinnern an die fünfziger Jahre und lassen den Film authentischer wirken. So spielen Vater und Sohn ihre Rollen so intensiv, dass es kaum möglich ist, am Ende nicht mitzuleiden und die Tränen zurückzuhalten.
Betrachtet man den Gleis der Fußballgeschichte sind auch hier Liebe zu den Details zu beobachten. Die Fußballszenen sind erstklassig nachgestellt - Wortmann verzichtet auf Original-Schwarz-Weiß-Einspielungen und lässt den Zuschauer mitten im Spielgeschehen dabei sein. Fabelhaft! Die deutsche Mannschaft, speziell Trainer Sepp Herberger, „der Boss" Helmut Rahn und Mannschaftskapitän Fritz Walter sind einwandfrei gecastet und besetzt worden. Das hier und dort schauspielerisches Talent vermisst wird, ist dem Film nicht anzumerken. Wortmann lässt hier auch Witz und Charme einfließen, was dem Film, der doch eine traurige und dramatische Grundthematik besitzt, einen süßen Beigeschmack gibt und abrundet. Es wird mit dem Wortwitz des Trainers („Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten.") gespielt, als auch mit den Dialogen unter den einzelnen Nationalmannschaftsspielern. Dieser Mix aus Dramatik und angenehmen Humor lässt bis zum Höhepunkt des Films keine Langeweile aufkommen und gebannt hofft der Zuschauer auf den Höhepunkt des Films. Spätestens beim Aufschrei des Sportreporters und dem Schlusspfiff des Spiels lässt sich die Gänsehaut nicht mehr verbergen.
Kritisch ist auch mir aufgefallen, dass die ungarische Nationalhymne nicht angespielt wurde. Allerdings bin ich der Meinung, dass mit der Spielersitzung ausreichend auf den Endspielgegner eingegangen wurde - schließlich wurde auch auf deutscher Seite nicht jeder einzelne Spieler durchleuchtet. Dieses sollte sicher auch nicht Ziel dieses Films sein. Es handelt sich hierbei nicht um eine Fußballstudie, sondern ein Stück Zeitgeschichte. Und das ist von Wortmann dank 1A-Casting, Liebe zum Detail und erstklassiger schauspielerischer Leistung in beeindruckender Manier zum Ausdruck gekommen. Danke für diesen Film!
Anm.: Die Extras lassen auf den ersten Blick nichts zu wünschen übrig. Das ist ein Grund dafür, warum ich hier fünf Sterne statt der eigentlich vorgesehenen vier (Dass Matthias Lubanski alias Louis Klamroth am Ende an der Seitenauslinie steht, halte ich für einen Tick zuviel des Guten.) verteilt habe.
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Januar 2004
Wer hätte gedacht, dass ein Film über das größte Fußballwunder unserer Zeit ein Film für die ganze Familie werden könnte???
Sönke Wortmanns Film "Das Wunder von Bern" beweist in eindrucksvoller Art und Weise, wie der Fußball die Massen verbindet und zugleich Teil im Leben der Menschen war und noch immer ist. Diese Geschichte, welche natürlich auf einer wahren Begebenheit basiert, handelt aber nicht nur vom Erfolg unserer deutschen Elf im Frühsommer 1954, sondern zeigt auch die innerfamiliären Probleme auf, welche sich durch den Krieg und seine Folgen im Deutschland der Nachkriegszeit ergeben haben.
Peter Lohmeyer spielt die Rolle des entfremdeten Vaters, welcher verstört und mit alten Wertvorstellungen aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, in einer eindrucksvollen Art und Weise. Die schauspielerische Leistung seines Filmsohns, welcher auch im richtigen Leben sein Filius ist, kommt genauso stark zum Tragen wie die des Vaters.
Die in der Folge nach der Rückkehr des Vaters entstehenden Probleme in einer intakten Familie machen deutlich, wie schwierig die Lage der Menschen war und wie verständnisvoll und einfühlsam man sein musste, um mit der gegenwärtigen Situation klarzukommen. Die Rolle der Mutter, welche zweifelsohne als emanzipierte Person bezeichnet werden kann, fügt der Geschichte die letzte Würze hinzu. Sie ordnet sich nicht dem heimkehrenden Vater unter sondert bietet Parolie, um so die Familie wieder zusammenzuführen.
Eine großartige Geschichte, rund um Fußball, Familie und alltägliche Probleme, wie sie realistischer und lebhafter kaum sein könnte. Zudem sind fantastische Kameraeinstellungen verwendet worden, die den Film extrem authentisch wirken lassen. Die Milieus Ruhrgebiet, dargestellt in nebligem grau und Schweiz, als farbenfrohes und erholsames Paradies, zeigen zu dem einen Gegensatz auf, wie er krasser und eindrucksvoller kaum sein könnte.
Ein RIESE des deutschen Films, welcher in jede DVD-Sammlung gehört; großartig!!!
0Kommentar| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

15,99 €