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Dass es bei diesem Wunder von Bern um mehr als nur um Fußball ging, das zeigt auch Sönke Wortmann in seiner Kinoadaption dieses historischen Mythos, denn im Film spielt der Turnierverlauf für die deutsche Elf um Bundestrainer Sepp Herberger nur die zweite Geige, hinter der Geschichte der Essener Familie Lubanski. Die muss sich mit ihrem frisch aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Ehemann und Vater Richard erst einmal an die neue Situation in der Nachkriegsgesellschaft gewöhnen und darin ihren Weg finden, und steht so stellvertretend für die ganze Nation.
Gekonnt verquickt Wortmann soziale Realität, authentisches Zeitkolorit (Brieftauben bringen die aktuellen Fußballergebnisse), auflockernden Humor und den Weg zum mythischen Endspielerfolg, dessen detailgetreue Nachstellung dann geschickter Weise auch die einzigen richtigen Fußballszenen markiert. So gelingt etwas, das man hier zu Lande kaum für möglich gehalten hätte: Ein Sportfilm mit so viel ehrlichem, emotionalen Pathos, dass er sich hinter seinen offensichtlichen amerikanischen Vorbildern (wie Eine Klasse für sich oder Der Unbeugsame) nicht zu verstecken braucht. Mit solch überraschender und kluger Taktik wird auch der deutsche Film wieder wer. --Frank-Michael Helmke
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Sönke Wortmann verstand es perfekt ein Stück deutscher Geschichte für die Leinwand umzusetzen und schuf mit „Das Wunder von Bern" einen der größten deutschen Filme überhaupt.
Nach über zehnjähriger Kriegsgefangenschaft kehrt Richard Lubanski (Peter Lohmayer) 1954 als gebrochener Mann in seine Heimatstadt Essen zurück. Sein Sohn Matthias (Louis Klamroth) hat als Taschenträger und Glücksbringer in dem Fußballer Helmut Rahn (Sascha Göpel) längst einen Ersatzvater gefunden. Ehefrau Christa (Johanna Gastdorf) hat mit großen Entbehrungen und ohne Ernährer sich und Ihre drei Kinder durch die Nachkriegsjahre gebracht. Jetzt, mit der Rückkehr des Familienvaters, soll alles anders werden, doch leider geht der Schuss anfangs nach hinten los. Vater Richard, gezeichnet von der russischen Gefangenschaft, ist mit sich und der Welt verbittert und versucht alles was er in den letzten Jahren an Erziehungsmassnahmen versäumt hat im Eiltempo nachzuholen.
Zum gleichen Zeitpunkt bereitet sich die deutsche Fußballnationalmannschaft in München auf die WM Endrunde in der Schweiz vor.
Familienvater Richard Lubanski entgleitet langsam alles aus den Händen und in seiner Verzweiflung sucht er Hilfe in Gott und der Kirche. Für Sohn Matthias gibt es nur einen großen Wunsch, er muß unbedingt nach Bern zum Endspiel der Fußball WM, das die deutsche Mannschaft erreicht hat. Dort muß er sein Idol Helmut Rahn unterstützen, den dieser kann ja die ganz großen Spiele ohne Ihn nicht gewinnen.
In der Nacht vor dem Endspiel wird er dann von Vater Richard geweckt, den dieser hat eine Überraschung für In parat.
Sönke Wortmann gelang es perfekt Realität und eine fiktive Handlung zu verknüpfen. Mit einer Prise Humor wird der Weg der deutschen Nationalelf ins Finale von Bern mit großer Authensität aufgezeigt. Jedes Spielergebnis des deutschen Teams während der WM wird dem Zuschauer auf andere Art und Weise mitgeteilt. Beim Halbfinalsieg über Österreich erlebt man den kleinen Matthias zum Beispiel auf dem Bolplatz und als Ton läuft der Orginal Radiokommentar des österreichischen Runfunks von 1954. Ein Auswärtsspielergenis von RW Essen erfährt Matthias dann unter anderm durch seine Brieftauben.
„Das Wunder von Bern" ist ein Film für Jung und Alt, egal ob fußballinteressiert oder nicht, der Film ist ein Stück deutsche Geschichte. Die Besetzung des Films hätte auch besser nicht ausfallen können. Peter Lohmayer ist einfach nur perfekt in seiner Rolle und sein leiblicher Sohn Louis Klamroth ist die Entdeckung des Films. Faszinierend ist aber vor allem die Auswahl der deutschen Nationalelf, den diese sieht den richtigen Spielern von 1954 einschl. des Trainer Sepp Herberger (Peter Franke) verblüffend ähnlich.
Sicher wurde Deutschland danach noch zweimal Weltmeister, aber keiner dieser Titel ist vergleichbar mit diesem Titel von 1954 der eine Art Aufbruchsstimmung in Deutschland schuf und nicht nur aus sportlicher Hinsicht wichtig war.
Die Taktik von Sönke Wortmann geht voll und ganz auf und er schuf mit „Das Wunder von Bern" ein Stück Filmgeschichte mit eingebauter Gänsehautgarantie. Bewusst verzichtet er mit Ausnahme des Endspiels auf Fußballsequenzen und das ist ein absolut gelungener Schachzug.
Wem läuft es nicht eiskalt über den Rücken wenn er noch einmal die Reportage von 1954 hört....... Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müßte Rahn schießen, Rahn schießt .... Toooor, Toooor, Toooor !!!!!!!
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