Gleich vorweg: Wenn man dem Buch etwas vorwerfen kann, dann, dass es etwas zu sehr das Motiv des "edlen Wilden" betont.
Dennoch: Eine faszinierende, subtil fremdartige Kultur wird mit einer durchaus spannenden Handlung verknüpft. Wer LeGuin kennt, weiss, dass strahlerschwingende Action ihr Metier nicht ist oder vielmehr, dass solche Figuren bei ihr in der Regel schlecht wegkommen. Das Ganze wird durch LeGuins bildkräftige, ruhige und Sprache und Erzählweise, die oft trotz aller Spannung etwas melancholisches hat, sehr lesbar vermittelt.
Zur Handlung nur so viel: Menschliche Kolonisatoren benehmen sich in einer ausserordentlich komplexen Ökologie so, wie Kolonisatoren sich ihrer Meinung nach zu benehmen haben - mit zunächst durchaus den zu erwartenden Folgen.
Nebenbei hat man hier einmal einen Titel, der in der Übersetzung noch schöner ist als im Original ("The Word for World is Forest" ist zwar rhythmisch etwas besser, aber die wunderbare Alliteration geht im Deutschen einfach weiter).