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Das Wolfskind.
 
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Das Wolfskind. [Broschiert]

David Malouf
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Produktinformation

  • Broschiert: 153 Seiten
  • Verlag: Wagenbach (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 380312316X
  • ISBN-13: 978-3803123169
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.105.307 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein älterer Mann erzählt von seinem Leben in der Verbannung am Schwarzen Meer. Er berichtet von dem wüsten kleinen Ort, verflucht die Barbaren, mit denen er nicht einmal reden kann und denkt an bessere Tage. Wer hier spricht, ist Ovid, der sich mit Kaiser Augustus überworfen hat und nach Tomis verbannt wurde. So endgültig wurde er aus seinem früheren Leben herausgeschleudert, daß er nur noch in Visionen zurückfindet. In diesen Tagträumen taucht auch ein Kind auf, das ihn an einen früh verstorbenen Bruder erinnert. Als die Jäger von einem Knaben berichten, der allein in der Natur lebt, wacht Ovid aus seiner Lethargie auf. Mühsam überredet er den ältesten, das Kind in die Gemeinschaft aufzunehmen - wie Vieh wird es eingefangen. Allmählich gewinnt es Vertrauen, und auch Ovid erlebt seine Metamorphosen neu - vom Ende her: beide versuchen einen neuen Anfang.

Autorenporträt

David Malouf wurde 1934 in Brisbane, Australien, geboren. Er schrieb Lyrik, Libretti und Romane.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wandlung zu einer neuen Bewußtseinsstufe, 2. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Wolfskind. (Broschiert)
Dieser Roman ist, so glaube ich, ziemlich unbekannt. Völlig zu Unrecht! David Malouf hat ein faszinierendes Buch geschrieben mit spiritueller Botschaft. Großartige Literatur! Schon im Prolog überzeugt der einfache, ausdrucksstarke Erzählstil, der sich während des ganzen Romans auf gleichmäßig hohem Niveau bewegt. Die Sätze sind kurz, die Sprache klar. Kraftvolle, überaus ästhetische Bilder erzählen von Traumsequenzen, Kindheitserinnerungen, Landschaftseindrücken und natürlich vom eigentlichen Handlungsfaden: In der Verbannung, am Schwarzen Meer, lebt der römische Dichter Ovid unter Barbaren, mit denen er sich kaum verständigen kann. Dort kümmert er sich um einen wilden Jungen, mehr Tier als Mensch, den er in den Wäldern einfangen ließ und der ihm bereits in Kindertagen als imaginärer Begleiter erschienen war. Dieses Kind möchte der Verfasser der "Metamorphosen" zu einem neuen Bewußtsein verhelfen. Er lehrt ihm Sprache und menschliches Verhalten, doch letztendlich ist Ovid es selbst, der eine Verwandlung durchlebt. Während der intensiven Lehrzeit, die er mit dem Jungen verbringt, tauschen Schüler und Lehrer die Rollen, und als eine Flucht vor der letzten Basis menschlicher Zivilisation nötig wird, ist er bereit, sein altes Wissen, seine Konditionierung und sein Selbstbild aufzugeben, um dem Jungen voll und ganz in die unendliche Weite des Grasmeeres zu folgen...

Interessant erscheint mir der Grundgedanke, ob es richtig war, das Wolfskind aus der Wildnis zu holen und in sein instinktives Bewußtsein einzugreifen. Ihm fehlte vor allem eine Vorstellung vom einenen Ich, ansonsten lebte der Junge im Einklang mit der Natur. Welche Form der Existenz ist für uns Menschen gültig? Während man im Buddhismus, in den asiatischen Ländern, danach strebt, sich vom eigenen Ego zu lösen, um das Leiden zu überwinden und inneren Gleichmut zu finden, glauben wir in der westlichen Gesellschaft genau an das Gegenteil. Unser Ego muß gepflegt, inszeniert und zur Schau gestellt werden...

Trotz inhaltlicher Tiefe, besticht der Roman in seiner Leichtigkeit. Malouf hat mich berührt. Unbedingt empfehlenswert für Leute, die offen für neue Erfahrungen sind und gerne festgelegte Sichtweisen hinterfragen. Top!
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