Der Klang der Aufnahme ist warm und rund, die Möglichkeiten eines modernen Konzertflügels werden nicht verleugnet: Weder die Pianistin noch die Aufnahmetechniker versuchen, den Klang eines Cembalos zu imitieren, wie man es eventuell den Bach-Aufnahmen Glenn Goulds unterstellen könnte. Im Vergleich zu dessen sehnigem, brillant klarem und transparentem Klang wirkt die vorliegende Aufnahme eher dem romantischen Tonfall zugeneigt. Dem gegenüber steht die gänzlich unprätentiöse Spielweise der Künstlerin, die alle romantische Überschwänglichkeit und Virtuosität meindet: Die Tempi und Interpretationen wirken nie exzentrisch oder gesucht, alles ergibt sich organisch aus der Musik selbst, die ganz im Vordergund steht. Trotzdem ist der Charakter der Einspielung nicht trocken, sondern eher andächtig und beseelt. Eine wunderbare Ergänzung zu Aimards Aufnahme der Kunst der Fuge.