oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Das Wirklichgewollte
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Das Wirklichgewollte [Gebundene Ausgabe]

Volker Braun
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 6,99 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Makellose Gewalt

Volker Brauns düstere Erzählungen

«Was wollen Sie?», fragt das schöne, in der Toscana gestrandete albanische Flüchtlingsmädchen den alten Professor, der herzklopfend vor ihr das Hemd öffnet. «Was wollen sie?», fragt am Ende der Geschichte der alte Professor seine mit ihm im Blut liegende Ehefrau, als die Albanerin und ihr dunkeläugiger Freund überlegen grinsend vor ihnen stehen wie unverschämte Sieger. «Was will sie, was will er», fragt der Erzähler in der zweiten Geschichte, als der arbeitslose Lehrer im sibirischen Niemandsland den Kopf der verelendeten Ingenieursfrau, die zu ihm duschen kommt, in die Hände nimmt. «Was willst du, [. . .] was willst du», so steht es als eine Figur der Verschränkung im letzten Text, wo es einem neunzigjährigen reichen Architekten in Rio nicht gelingt, einen neunjährigen Knaben von der Strasse zu holen und wie ein Wolfskind bei sich aufzuziehen.

Die Frage, Aufforderung und Ablehnung zugleich, bündelt Angst und Verlangen, Gier nach Leben und bange Erwartung, dass es endlich vorbei sei. Denn die, die fragen, wissen die Antwort genau. Manchmal haben sie nur nicht den Mut, sie zu verstehen. Dann bricht die Geschichte ab (sie bricht «wirklich» ab, ohne Satzzeichen, als habe es dem Autor die Sprache verschlagen).

«Das Wirklichgewollte», jüngstes Bändchen des diesjährigen Büchnerpreisträgers Volker Braun, versammelt drei sehr kurze Erzählungen. Es sind motivische Variationen über die Frage des Alters, danach, was ein Leben noch am Leben halten kann. Ihr überzeugendstes Argument ist die Erotik, ihr verdrängter und atemlos gesuchter Fluchtpunkt der Tod.

Das Leben der Protagonisten ist geleistet. Es war erfolgreich wie das des Professorenehepaars, das auf seinem Landgut ein sanftes Paradies zwischen Nüssen und Wein geniesst, oder es ist gescheitert wie das des ehemaligen Eisenbahningenieurs und seiner Frau, die nach dem Untergang der Sowjetunion auf den einst gefeierten, nun stillgelegten Strecken in einem Waggon dahinvegetieren. Gemeinsam ist den Figuren ihre politische Desillusionierung: Die Revolutionen, die Gerechtigkeit für alle verhiessen, fanden nicht statt, nicht in Italien, nicht in Russland, nicht in Südamerika.

Das Alter bringt nun den Überfall einer nicht geahnten Gewalt. Es kommt eine amoralische Jugend mit mythischer Kraft, die – jeder gegen jeden – das schiere Überleben will und dafür auch tötet. Für die gesetzten Erwachsenen bleiben sie faszinierend. Sie wollen ihr Bestes im doppelten Wortsinn. Die Alten, die schon stinken (wie Erde, wie altes Laub), suchen neuen Atem und weiche Glätte («Ihre Hand lag auf der jungen Haut wie auf der Folter», so über die italienische Professorengattin, nachdem sie den Albaner zum Waschen gezwungen hat). In Volker Brauns sprachlich makellos schönen Miniaturen gibt es am Ende des Lebens keine humane Perspektive mehr. Die Jugend meutert wie eine böse Erlösung, als dürfe das Leben nicht und niemals mit dem Tod versöhnen.

Angelika Overath

Pressestimmen

"Volker Braun, der geniale, wegen seiner handwerklichen Qualitäten und auf Grund seiner Beharrlichkeit berühmte Mensch, ist jetzt ein in neuen Zwängen lebender deutscher Schriftsteller. Als solcher sollte er uns neu provozieren." (Konrad Franke Süddeutsche Zeitung )

Kurzbeschreibung

Volker Braun wurde in diesem Jahr mit dem "Georg-Büchner-Preis" ausgezeichnet. In "Das Wirklichgewollte" erzählt er Geschichten, die Unerträgliches und zugleich Unlösbares schildern. Geschichten wie diese: Giorgio Badini genießt mit seiner Frau den Ruhestand auf einem toskanischen Landgut. Aber die Alten sehen plötzlich ihr Haus von einem jungen Paar besetzt - Flüchtlinge oder Verbrecher? Darf man ihnen helfen oder muss man sie fürchten?

Über den Autor

Volker Braun wurde 1939 in Dresden geboren. Nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte, arbeitete er von 1957 bis1960 in einer Druckerei in Dresden, beim Tiefbau-Kombinat Schwarze Pumpe und absolvierte einen Facharbeiterlehrgang im Tagebau Burghammer. Von 1960 bis 1964 studierte er dann Philosophie in Leipzig und zog nach dem Ende des Studiums nach Berlin, wo er bis 1966 als Dramaturg am Berliner Ensemble arbeitete. Von 1977 bis 1990 arbeitete er am Berliner Ensemble. Im Wintersemester 1999/2000 erhielt er die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel. Braun erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Büchner- Preis im Jahr 2000 und den ver.di-Literaturpreis 2007. Volker Braun lebt heute in Berlin.

1939
Geburt in Dresden

1957/58
Druckereiarbeiter in Dresden, nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte

1958/59
Tiefbauarbeiter im Kombinat Schwarze Pumpe

1959/60
Facharbeiterlehrgang, Maschinist für Tagebaugroßgeräte im Tagebau Burghammer

1960-1964
Studium der Philosophie in Leipzig

1964
Erich-Weinert-Medaille

1965
Nach Beendigung des Studiums Umzug nach Berlin, Heirat; Geburt einer Tochter

1965/66
Dramaturg am Berliner Ensemble

1971
Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR

1972-1977
Mitarbeiter des Deutschen Theaters Berlin

1970
Mitglied des PEN-Zentrums der DDR

1973
Mitglied im Vorstand des Schriftstellerverbandes

1977-1990
Mitarbeiter am Berliner Ensemble

1977
Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

1980
Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste, Berlin DDR

1981
Lessing-Preis des Kulturministers der DDR

1983
Mitglied der Akademie der Künste der DDR

1986
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen

1987
Mitglied im Präsidium des Schriftstellerverbandes

1988
Nationalpreis 1. Klasse

1989
Berliner Preis für deutschsprachige Literatur

1990
Mitglied der Akademie der Künste Berlin (West)
USA-Aufenthalt
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt
Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik (Ost-PEN)

1991
im Beirat der Zeitschrift "Sinn und Form"; Kuratoriumsmitglied der Literaturwerkstatt Berlin

1992
Schiller-Gedächtnis-Preis des Landes Baden-Württemberg
1993
Gast der Villa Massimo in Rom; Mitglied der (gesamtdeutschen) Akademie der Künste, Berlin

1994
Gast der University of Wales

1996
Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden
Poetikvorlesung an der Universität Heidelberg
Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
Deutscher Kritikerpreis

1998
Erwin-Strittmatter-Preis des Landes Brandenburg
Hans-Erich-Nossack-Preis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft BDI

1999
Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel im Wintersemester 1999/2000

2000
Büchner-Preis

2005
Goldener Schlüssel der Stadt Smederevo

2007
ver.di-Literaturpreis 2007

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de