- Unbekannter Einband
- Verlag: Frankfurt/Main, Suhrkamp 2000, (1. Januar 2000)
- ASIN: B002JKAAXQ
- Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation
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Alle Alten in dem Buch blicken auf das 20. Jahrhundert zurück - sie befällt das, was in einem Film von Theo Angelopoulos einmal als die „Melancholie am Ende des Jahrhunderts" umschrieben wird - und die Alten fragen sich: war das, was sie erreicht haben, beruflich, politisch und privat, wirklich das, was sie gewollt haben? So sagt sich etwa der Architekt sehr bitter: "Das Jahrhundert hat, was sich denken ließ, getan."
Man merkt, daß hier jemand, der an sich (oder zumindest auch) Lyriker ist, Prosa schreibt: Manche Sätze gehen über eine Seite, und es ist eine äußerst dichte Sprache, die in einem Nebensatz alles deutlich machen kann. Volker Braun, der diesjährige Träger der Büchner-Preises - der bedeutendsten Auszeichnung für deutschsprachigen Literatur -, bricht im jeweils entscheidenden, dramatischsten Moment die Erzählung ab (wie wenn man im Kino sitzt und der Film ausgerechnet dann reißt, wenn der Gangster die Pistole zückt und auf das Opfer zielt). So bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, die Frage zu beantworten, was wirklich gewollt war (vielleicht insgeheim ja das, was den Figuren in den Erzählungen plötzlich widerfährt?) und wie es weitergehen könnte - mit der Geschichte, die uns Braun erzählt hat, und mit der Zeit, in der wir leben. Bravourös.