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Das Wirklichgewollte,
  
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Das Wirklichgewollte, [Unbekannter Einband]

Volker: Braun
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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Frankfurt/Main, Suhrkamp 2000, (1. Januar 2000)
  • ASIN: B002JKAAXQ
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Volker Braun
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Von Rezensent
Format:Gebundene Ausgabe
In den drei Erzählungen von Volker Braun - keine ist länger als 13 Seiten - werden Menschen, die bislang eine gesicherte Existenz hatten, plötzlich mit Unvorhergesehenem konfrontiert: ein italienisches Ehepaar, das, als es vom abendlichen Spaziergang in seine Villa zurückkehrt, ein Einbrecherpärchen (vermutlich Flüchtlinge vom Balkan) vorfindet; ein russisches Ehepaar, das in Sibirien Gleise verlegt hat und nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in einem Waggon auf einem sibirischen Bahnhof ein ärmliches Dasein fristet; ein 90jähriger brasilianischer Architekt, der aus Mitleid einen bettelnden Jungen aufgabelt und nachts, in seinem Bett liegend, plötzlich von der Bande des Jungen umzingelt wird.

Alle Alten in dem Buch blicken auf das 20. Jahrhundert zurück - sie befällt das, was in einem Film von Theo Angelopoulos einmal als die „Melancholie am Ende des Jahrhunderts" umschrieben wird - und die Alten fragen sich: war das, was sie erreicht haben, beruflich, politisch und privat, wirklich das, was sie gewollt haben? So sagt sich etwa der Architekt sehr bitter: "Das Jahrhundert hat, was sich denken ließ, getan."

Man merkt, daß hier jemand, der an sich (oder zumindest auch) Lyriker ist, Prosa schreibt: Manche Sätze gehen über eine Seite, und es ist eine äußerst dichte Sprache, die in einem Nebensatz alles deutlich machen kann. Volker Braun, der diesjährige Träger der Büchner-Preises - der bedeutendsten Auszeichnung für deutschsprachigen Literatur -, bricht im jeweils entscheidenden, dramatischsten Moment die Erzählung ab (wie wenn man im Kino sitzt und der Film ausgerechnet dann reißt, wenn der Gangster die Pistole zückt und auf das Opfer zielt). So bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, die Frage zu beantworten, was wirklich gewollt war (vielleicht insgeheim ja das, was den Figuren in den Erzählungen plötzlich widerfährt?) und wie es weitergehen könnte - mit der Geschichte, die uns Braun erzählt hat, und mit der Zeit, in der wir leben. Bravourös.

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Format:Gebundene Ausgabe
Die poetische, rhythmisch-getragene Sprache der Kurzprosa hebt den Leser an. Die drei Geschichten von "das Wirklichgewollte" sind inhaltlich völlig unterschiedlich. Jedoch haben sie mindestens eines gemeinsam: Das Rätselhafte.
Nachdem ich alle drei Erzählungen ein zweites Mal gelesen hatte, fiel mir auf, dass die Handlungen miteinander kommunizieren. Die Titel-Kernfrage taucht wiederholt auf: Was wollen Sie?" In revolutionären Gegensätzen zwischen Alt und Jung, Arm und Reich, beschreibt der Autor, wie, einmal in der Toskana, dann in Sibirien und in Rio, etwas Neues in Bestehendes einbricht und das Leben der Etablierten radikal verändert. In der, aus der neuen Situation entstehenden Handlungseskalation bleibt der Ausgang offen. Es bleibt dem Leser überlassen, ob Happy End oder Tragödie.
Fazit:
Eine brillant geformte deutsche Sprache kombiniert Spannung, wechselnde Orte und die revolutionären Ansätze eines sozialistischen Weltbildes. Sehr lesenswert!
14.07.2010
Hans-Peter Grünebach
Autor
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