Diesem tollen Film hängt völlig zu Unrecht der Ruf eines Gewaltmovies an. Natürlich - das anfängliche Gemetzel der Cheyenne an der Eskorte eines Geldtransportes ist hart, das Massaker der US-Kavallerie an den Bewohnern des Indianerdorfes ist äußerst grausam. Aber - kann man einem Film, der die grausame Realität in aller Deutlichkeit zeigt, wirklich vorwerfen, zu drastisch zu sein? In diesem Fall empfehle ich, sich über den Hergang des Massakers vom 29. November 1864 am Sand Creek zu informieren, als Colonel John M. Chivingtons Freiwilligenregiment ein barbarisches Gemetzel anrichtete, das diesem hier zugrunde liegt (auch wenn der Film 1877 spielt).
Das Image einer Gewaltorgie dürfte dem Film ohnehin auch erst in Deutschland verpasst worden sein ("Der härteste Film aller Zeiten"), wofür auch schon der martialische Titel spricht. Beachtet man hingegen den amerikanischen Originaltitel "Soldier Blue" ist man nicht mehr weit weg von "Saving Private Ryan", der auch nur die Realität der Landung der Aliierten in der Normandie zeigt, für seinen schonungslosen Realismus aber nicht so gescholten wurde.
Ein schöner Titelsong, gute Darsteller (Peter Strauss als zu bekehrender Blaurock, Candice Bergen - eine Augenweide, Donald Pleasence als teuflischer Waffenhändler sowie John Anderson als indianerhassenden Oberst Iverson), ein unterhaltsamer Mittelteil und ein schockierender Schluss, über den man getrost diskutieren kann - und durchaus auch soll!