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Produktinformation
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Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch liefert die Disc eher traurige Werte. Das verrauschte und wenig scharfe Bild im falschen Format und der armselige Ton enttäuschen. Das Cover ist unattraktiv und grobschlächtig gestaltet, es gibt keine Angaben zum Filmformat und die Cast & Crew-Angaben sind peinlich holprig formuliert und vor ihrem Hintergrund-Layout schwer lesbar. Nun gut, "Wiegenlied" liegt ungekürzt und immerhin nicht in einer Pan & Scan-Version vor. Ralph Nelsons Film ist holprig inszeniert, arbeitet mit einer peinlich plakativen und fehlgeleiteten Musikdramaturgie (Roy Budd) und seine Dialoge sind überwiegend hölzern. Wenn ein dermaßen stümperhafter Film eine hochtrabende Anklage gegen Unmenschlichkeit enthält, gerät diese leider in falsche Bahnen. Trotz allem gelingt es dem Film, wegen seiner expliziten Gewaltszenen zu erschüttern und Zornestränen hervorzurufen. Ein seltsamer Film, der ein fesselndes Faszinosum darstellt.MO
Bild: Das Bild begeistert wenig. Die Abtastung berücksichtigt nicht das Scopeformat (2,35:1), sondern liefert eine 1,78:1-Version ab. So fehlen also schon einmal Bildinhalte. Anamorph, aber wenig überzeugend kämpft die Disc gegen Unschärfen und ein merkliches Bildrauschen an. Überdies ist die 35mm-Vorlage teilweise sehr verkratzt, etwa bei 01.38.51 bis 01.44.10, wo eine arg strapazierte Filmrolle verwendet wurde und auch der Bildstand sich verändert (der schwarze Balken am oberen Bildrand ist dicker). Hierbei handelt es sich um die brutale Massakerszene, die so immerhin ungekürzt vorliegt. Artefakte frieren oft große Teile des Bildes ein (00.07.55, Landschaft), die Farben sind recht flau und der Kontrast vermag auch nicht, für stechende Plastizität zu sorgen. Mäßig.
Ton: Im Verhältnis zu den Tonwerten sahen wir uns im Bildbereich ja fast noch Luxuswerten ausgesetzt. Der Ton ist - gelinde gesagt - eine knacksende, schrille, zischelnde Zumutung. Die Stimmen brechen übersteuert aus und zischeln stark (00.05.00). Je lauter eine Szene gepegelt ist, desto weniger klar klingt sie und die Musik kommt eher gepresst und dünn, als in irgendeiner Weise klar herüber. Gerade noch erträglich. --movieman.de
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Diesen Western muss man in seinem Zeitkontext sehen, um auch mit der Brutalität einiger Szenen umgehen zu können. Er ist u.a. eine Anklage gegen Vietnam und bricht verschiedene Tabus, die bis dato den klassischen Western geprägt hatten. Der gnadenlose Rachefeldzug der vollkommen überlegenen Weißen, ausgelöst durch einen vergleichsweise harmlosen Indianerüberfall, lässt die Bestie Mensch erkennen, wenn sie sich im Recht fühlt - für Gott und Vaterland oder ähnlichen heren Unsinn.
Die Rolle der Candice Bergen, neben Sharon Tate eine der schönsten Frauen der Zeit, zeigt deutliche emanzipatorische Züge und dürfte wohl die erste Darstellung dieser Art in einem Western gewesen sein.
Leider ist diesem Meisterwerk durch die jahrzehntelange Verstümmelung der Ruf eines Gewaltvideos angewachsen, so dass sich das Interesse vieler auf die zugegeben sehr harten Passagen reduziert. Dabei ist diese Gewaltdarstellung künsterlisches Mittel das abstoßen soll und keinesfalls Gewalt verherrlicht oder damit Kasse machen will / wollte.
Für mich ein Meilenstein der Filmgeschichte - junges independent Kino der 70er Jahre.
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