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Das Wetter vor 15 Jahren
 
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Das Wetter vor 15 Jahren [Gebundene Ausgabe]

Wolf Haas
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 223 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe; Auflage: 1. Auflage (September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455400043
  • ISBN-13: 978-3455400045
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (73 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 109.584 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolf Haas
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der österreichische Autor Wolf Haas schreibt Krimis. Gute Krimis, um genau zu sein. Die mal schnoddrigen, mal launigen, immer aber vor allem auch sprachwitzigen Bücher rund um seine Hauptgestalt, den Privatdetektiv Brenner, sind zu Recht berühmt. Jetzt hat Haas wieder einen Detektivroman geschrieben, aber einen, der sich als Liebesgeschichte tarnt. Und der aus ganz anderen Gründen Schnüfflergeschick erfordert. Denn eigentlich ist der Roman nicht mal ein Liebesroman. Das Wetter vor 15 Jahren nämlich ist ein Roman über einen Liebesroman -- in Form eines viertägigen Interviews, dass konsequent in Dialogform geführt wird: ein Mitschnitt-Interview, das ein (fiktiver) Autor namens Wolf Haas mit einer typischen Journalistin führt. Allmählich erst entschlüsselt sich dem Leser die Geschichte, der Plot und die Hintergründe des eigentlich ja nie geschriebenen Buchs: wie in einem echten Krimi eben.

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt. Jedes Jahr zur Urlaubszeit fährt Vittorio Kowalski mit seinen Eltern aus dem Ruhrgebiet ins österreichische Farnach. Hier lernt er Anni kennen, die er anschließend 15 Jahre lang aus den Augen, nicht aber aus dem Gedächtnis verliert. Während der Zeit ohne Anni beschäftigt sich Vittorio mit dem Farnach’schen Wetter, das er für jeden folgenden Tag auswendig weiß. Mit diesem Wissen schafft er es sogar zum Wettkönig von Thomas Gottschalks „Wetten, dass...?“ (obwohl er auf die Frage nach dem Wetter am letzten Tag, an dem er Anni sah, also am ersten Tag seines Wettergedächtnisses, fast keine Antwort weiß). Durch eine gefälschte Karte seines Freundes Riemer, die angeblich von Anni stammt, wird er in den Tourismusort nach Österreich zurückgelockt -- nur, um zu erfahren, dass seine Jugendliebe in den nächsten Tagen den Hotelbesitzer Lukki heiraten soll, der Vittorio schon als Kind die Hölle heiß gemacht hat. Aber vielleicht kann der junge Mann aus dem Ruhrpott doch noch das Schlimmste verhindern?

Gegen Mitte des Buches gibt es dann doch noch einen Toten -- eine Passage, die anzeigt, dass Vittorio und Anni im doppelten Sinne ihre Unschuld verloren haben. Und auch das Ende des Buches ist ein wahrer Paukenschlag. Mit Das Wetter vor 15 Jahren hat Haas bewiesen, dass er auch spannende und originelle Bücher schreiben kann, wenn er gerade einmal keine Krimis schreibt. Und dass diese eben doch so was wie Krimis sind. --Thomas Köster

kulturnews.de

15 Jahre Wetterbericht, ein "Wetten dass ...?"-Auftritt, ein fiktiver Roman und ein echter Roman in Interviewform: Wolf Haas stellt einen enormen artifiziellen Bau zwischen uns und die einzigen zwei Küsse seiner Protagonisten. Ist das die neue Form des Liebesromans? Ganz klar, muss man zumindest für Wolf Haas feststellen, der bis jetzt nur Krimis mit Bedeutungsüberhang geschrieben hat. "Das Wetter vor 15 Jahren" ist so vielschichtig, wie der Titel doppeldeutig - Wetter heißt im Österreichischen auch ganz konkret Unwetter und Sturm. Was genau vor 15 Jahren mitten im Mordsgewitter zwischen Vittorio Kowalski und seiner Jugendliebe geschah, und wie sehr es Kowalskis Leben von da an bestimmte, erarbeiten ein fiktiver Wolf Haas und eine Journalistin in tagelangen Interviews. Bis ganz zum Ende hin, kurz vor dem letzten noch preiszugebenden Geheimnis das Aufnahmegerät ausgesch ... (jw)

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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nix Brenner, aber  dings: Ein tolles Buch., 16. Oktober 2006
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Wetter vor 15 Jahren (Gebundene Ausgabe)
Ein Schriftsteller namens Wolf Haas wird von "Literaturbeilage" interviewt, fünf Tage nacheinander, und es geht um das neue Buch: "Das Wetter vor 15 Jahren". Darin erzählt der andere, der Spiegel-Haas vom Bochumer Bauingenieur Kowalski, der als Fünfzehnjähriger im österreichischen Urlaubsort seiner großen Liebe begegnete, sie aber verlor, um sie fünfzehn Jahre später wiederzutreffen, im Nachgang eines Auftrittes bei "Wetten, daß", bei dem Kowalski die genauen Wetterdaten jedes Tages der vergangenen fünfzehn Jahre nennen konnte, und zwar für jenen Urlaubsort irgendwo in den Alpen.

Das Originelle ist, daß über jenes Buch nur gesprochen wird, denn wir lesen das Interview. Während "Literaturbeilage" hinter jedem Detail eine Andeutung, ein Mysterium vermutet, kämpft Haas augenzwinkernd gegen jene Bedeutungssucht und die Unbill des Interpretiertwerdens an, wobei sich quasi eine Rekursion auftut, denn letztlich bleibt die Frage unbeantwortet, wodurch etwas Bedeutung erlangt: Durch die Intention oder die Interpretation.

Wolf Haas ist dieses Experiment auf grandiose Weise gelungen; "Das Wetter vor 15 Jahren" ist ein unglaublich amüsantes, spannendes und selbstironisches Buch, das nicht nur nebenbei eine Lanze dafür bricht, etwas entspannter mit Literatur (und -beilagen) umzugehen, zudem eine ergreifende, absichtlich nicht wirklich glaubwürdige Liebesgeschichte (eigentlich: zwei) spinnt und niemals der Versuchung erliegt, den Autor (auch nicht den gespiegelten) zu erheben und die Kritik abzukanzeln. Spaßig, witzig, intelligent, großartig gemacht. Unbedingt lesen! Leider ist es (zu) schnell vorbei.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das ist mal was ganz anderes, 12. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Wetter vor 15 Jahren (Gebundene Ausgabe)
Vittorio Kowalski aus dem Ruhrpott muss als Kind mit seinen Eltern jeden Sommer in einem österreichischen Dorf im Niemandsland verbringen. Dort verliebt er sich in die Pensionstochter und der Tag, an dem sich die beiden finden, wird der letzte sein. 15 Jahre wird Kowalski nicht mehr seine Jugendliebe sehen, bis er aus einem neurotischen Drang anfängt das Wetter in diesem österreichischen Dorf sich Tag für Tag zu merken und damit bei Wetten, dass? zu einer kurzzeitigen Berühmtheit gelangt und seine Anni wieder sieht.

Soweit so banal, könnte als Vorlage für jede Soap - opera oder Groschenroman dienen. Und was macht Wolf Haas daraus? Den Roman an sich gibt es gar nicht in dieser Form. Was gibt ist das Gespräch eines Autors namens Wolf Haas mit einer Literaturkritikerin einer Zeitungsbeilage. Und dieses Interview erstreckt sich über ca. 230 Seiten. Die beiden besprechen ausführlich den Inhalt des Romans und analysieren die Charaktere, bestimmte Stellen und Sprache und Stil des Autors, verwickeln sich aber auch immer wieder in persönliche Neigungen und Ansichten.

Die Frage stellt sich von selbst: Wer will oder soll das lesen? Ein neuer Roman, der eigentlich ein aufgeblähtes literarisches Interview ist?

Antwort: Jeder! Wolf Hass hat die lange Zurückgezogenheit nach seinen Brenner  Krimis genutzt um nun mit einem Knaller wieder zurückzukommen. Es ist ein großes Wagnis ein Buch im Interviewstil zu schreiben und es ist auch ein großes Risiko, aber schon alleine dafür, dass Haas es gemacht hat und somit den laxen Literaturbetrieb aufmischt, sollte man alleine schon das Buch lesen. Doch gibt es noch viele weitere Gründe. Der Haassche Witz ist erprobt und kommt auch hier voll zur Geltung, und neben der eigentlichen Geschichte um Kowalski spinnt sich zwischen den Interviewpartnern eine eigene. Da geht es um Konfrontationen zwischen Österreich und Deutschland, Autor und Kritikerin, Mann und Frau und Haas lässt keinen Stereotyp aus, den er ironisch belächelt. Wie bei einem Tennisspiel fliegen die Sympathien des Lesers mal zum Autor, mal zur Kritikerin, die sich zwar ganz natürlich darstellen, aber beide ziemliche Macken haben. Daraus ergibt sich ein vergnügliches Leseabenteuer, dass diesen Herbst einzigartig sein dürfte und das man deshalb nicht auslassen darf.

Einziger Wermutstropfen: Haas verlässt sich ein bisschen zu sehr auf seinen Wortwitz, so dass bei manchen Passagen des Buches die Sinnhaftigkeit fehlt und sie eher fehl am Platz wirken. Aber darüber einfach hinweg lesen
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Knaller im Bücherherbst 2006!, 8. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Wetter vor 15 Jahren (Gebundene Ausgabe)
Eines vorweg: Wer glaubt, der neue Roman von Wolf Haas habe nichts mit seinen (zu recht) legendären Brenner-Romanen zu tun, der irrt sicht. Thematisch aber geht Haas neue Wege, wenn nun die Liebe im Mittelpunkt der Handlung stellt (aber stand die Liebe in den Brenner-Romanen nicht auch eigentlich im Mittelpunkt?). Dass diese Liebe aber unkonventionell, ja skurrile Züge animmt, war zu erwarten und die Erwartung wird auch erfüllt. Haas versammelt ein merkwürdiges Personal um eine gewitzte Handlung. Bemerkenswert vor allem: Die Erzählweise als Interview. So etwas habe ich noch nicht gelesen und war zuerst skeptisch, doch die Doppelbödigkeit von Erzählung und das gleichzeitige Sprechen über die Erzählung selbst bietet eine immer wieder herausfordernde Multiperspektivität. Ein mehr als gelungenes Experiment, bei dem an jeder Stelle der berüchtigte Humor der Brenner-Romane durchschimmert! Äußerst lesenswert!!!
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