Frau Hamel hat in fleißiger Recherche ein Buch geschrieben, dass sich nicht zuletzt durch die zahlreichen Abbildungen auch für interessierte Laien verständlich liest. Dass dieses umfangreiche Thema nicht komplett zwischen zwei Buchdeckeln zu bewältigen ist, ist dabei klar. Es verschafft aber eine gute Übersicht, ohne den Spagat zwischen Archäologie, Linguistik und Genetik über zu strapazieren.
Als Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass Frau Hamel die Vasgonen-/Atlantiden-Hypothese ihres Mentors Theo Vennemann relativ umfangreich und unkritisch behandelt. Eine ausführlichere Erörterung des Für und Wider der Thesen von Renfrew bzw. Gimbutas zu den Indoeuropäern wäre ebenfalls erwünscht gewesen, den Druckraum dafür hätte eine Weglassung der "Vennemannschen Wortlisten" am Ende des Buches allemal gelassen. So aber ist das Buch in Teilen das Sprachrohr einer umstrittenen und unbewiesenen Ansicht, deshalb Punktabzug.