Es ist stets erfreulich, wenn man dann und wann junge, viel versprechende Talente auf dem Buchmarkt erlebt, die eine unverbrauchte eigene Sprache haben. Die 23-jährige Rabea Edel ist so ein Fall, "Das Wasser, in dem wir schlafen" ist ihr Romandebüt - ein durchaus gelungenes.
Es braucht einige Sätze, bis man in der Geschichte drin ist, bis man sich auf den nicht gerade parataktischen Satzbau der jungen Dame so weit eingelassen hat, dass sich die Poesie ihrer Sprache in einem fließenden Strom entfaltet. Aber wenn das schließlich passiert, steckt man drin in dieser melancholischen Geschichte über die Liebe und die Schattenseiten der Liebe zweier Schwestern.
Das Ende bewegt, der Beginn ist durchaus frech gestaltet und zwischendrin steckt viel Seele und Sprachkunst. Die Psychologie überzeugt und dennoch bleibt noch viel Raum für ein Mehr an diesen Dingen. 5 Sterne gibt es, weil hier ein Talent wirkt, von dem man noch hören wird. Und 5 Sterne gibt es in der Hoffnung, dass Rabea Edel noch weit mehr zu sagen hat.