Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Man hofft wirklich dass es nur ein Film ist , 14. Oktober 2008
Leider habe ich den Film im Kino versäumt weil er da auch nur sehr kurze Zeit zu sehen war aber nun endlich konnte ich dieses Versäumnis nachholen. Aufgrund der recht guten Kritiken und Trailer erwartete ich einen Film im Stile von The Others zu sehen und wurde auch nicht enttäuscht. Nachdem ich mir bei Erscheinen erst das Steelbook geholt habe bin ich nun trotzdem zur Limited Edition übergegangen, da der Film wirklich großartig ist und ich neugierig auf das Bonusmaterial war.
Von der Besetzung muss ich erst mal gestehen kannte ich bis auf Geraldine Chaplin keinen einzigen und auch der Regisseur Juan Antonio Bayona war mir kein Begriff. Produzent Guillermo del Toro wiederum sollte jedem Filmfreak schon etwas sagen den zum einen schuf er mit Pans Labyrinth einen wirklich bemerkenswerten Film und dann soll er ja auch bei der filmischen Umsetzung von Der kleine Hobbit das Zepter schwingen. Nicht zu vergessen natürlich seine mir sehr bekannten Filme Mimic und Hellboy. Das kein bekanntes Hollywood Gesicht auf der Darstellerliste auftaucht finde ich häufig sehr gut den dann konzentriert man sich mehr auf den eigentlichen Film.
Ganz kurz zur Story, aber dazu will ich echt nicht zu viel verraten den um mehr über die Handlung zu erfahren gibt es genug einschlägige Seiten im Netz.
Im heutigen Spanien kauft Laura zusammen mit Ihrem Mann Carlos ein ehemaliges Waisenhaus in dem Sie selbst vor dreißig Jahren gelebt hat. Zusammen haben die beiden einen Sohn namens Simon der allerdings weder weis dass er von den beiden adoptiert wurde noch ist Ihm die Tatsache bekannt das er HIV Positiv ist. In seiner neuen Umgebung lernt der Junge angeblich bald sechs neue Freunde kennen die allerdings nur er zu sehen scheint. Am Tag als das Paar ein Fest für die Nachbarn gibt verschwindet Simon plötzlich. Dazu wird Laura von einem kleinen Kind mit einem Sack über den Kopf ins Bad getrieben und dort eingesperrt. Trotz sofortiger Suche von Laura bleibt der Junge vom Erdboden verschluckt. Die Polizei schafft es auch nicht Licht ins Dunkle zu bringen und so schliesst sich Laura einer Selbsthilfegruppe an, den Sie kann nicht an den Tod des kleinen Simon glauben. Nachts hört Laura Geräusche und Schritte in der großen Villa. Sechs Monate nach dem Verschwinden beginnt Sie auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und dabei nimmt Sie auch Kontakt zu einem Professor auf der Sie an ein Medium weiter vermittelt. Doch auch die bringt nicht unbedingt die gewünschte Hilfe aber die alte Frau gibt Laura noch eine Weisheit mit auf den Weg: Man muss glauben um zu sehen! Nachdem Laura im Schuppen des großen Anwesens in einem alten Ofen die Überreste von fünf Kindern findet kommt Sie langsam einem dunklen Geheimnis auf die Spur.
Das Waisenhaus ist ein Film der zumindest bei mir endlich mal wieder für wohlige Gänsehaut gesorgt hat. Es ist ein Film den man sich im Dunklen auf der Couch mit einer Decke in aller Ruhe ansehen sollte und er sollte seine Wirkung entfalten. Nicht viele Filme schaffen es dieses Gefühl zu vermitteln wenn einem ein Schauer über den Rücken läuft und man wirklich denkt dass es zum Glück nur ein Film ist.
Wie schön ist es wieder einmal einen solche gelungenen Film zu sehen der dafür sorgt das die kleinen Härchen auf dem Arm nach oben stehen. Mir erging es zumindest bei mehreren Szenen dieses Films so. Die Besetzung hat mir im Großen und Ganzen recht zugesagt mit Ausnahme des Darstellers von Carlos der für mich oft recht hölzern und teilnahmslos wirkt. Szenen wie die als Laura nachts in den Schuppen geht um den Geräuschen auf den Grund zu kommen sind herrlich altmodischer Grusel und verfehlen Ihre Wirkung nicht.
Ich mag Filme dieser Art sehr und es ist wohltuend das wieder einmal bewiesen wird das man wesentlich effektiveren Grusel erzeugen kann mit richtigem Einsatz von Licht, Geräuschen und allem was dazu gehört statt
mit sinnlosen Splatterszenen.
Wer hier von langweilig schreibt dem kann ich auch nicht helfen den anscheinend ist so mancher schon immun gegen einen schönen altmodischen Gruselfilm. Auch wurde der Film hier mit Ring und The Grudge verglichen was für mich unpassend ist. Zum einen sind diese Filme nicht vergleichbar und zum anderen ist The Grudge in meinen Augen völlig überbewertet während Ring definitiv ein erstklassiger Horrorfilm ist.
Der Film selbst ist von der Machart ähnlich wie der Nicole Kidman Grusel The Others anzusiedeln. Den Vergleich mit diesem großartigen Horrorfilm verliert das Waisenhaus aber dennoch den der Schluss aus The Others war einfach kaum noch zu toppen. Trotzdem bekommt dieses Waisenhaus von mir die volle Punktzahl den ich habe mich schon lange nicht mehr so angenehm gegruselt.
Nach dem Steelbook habe ich mir nun auch diese Limited Edition geholt und bin vom Inhalt her vollends überzeugt. Der Preis ist zwas meiner Meinung nach recht heftig aber dafür entschädigt die DVD. Die Bonus DVD hat es hier wirklic hin sich. Im stabilen Pappschuber kommen die beiden DVDs im aufklappbaren Digi Pack. Als Bonus gibts Audiokommentare, fehlende Szenen, Interviews, Making of, ein paar kleiner Featurettes, und und und.
Wem der Film zusagt der sollte hier wirklich zur teuren aber auch erstklassigen Limited Edition greifen.
Also befolgt meinen Rat, schaltet das Licht aus, holt Euch eine Decke, sorgt für Ruhe und Ihr werdet einen gruseligen Abend verbringen.
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60 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein exquisites Schauermärchen, 24. September 2008
Laura (Belen Rueda) kehrt mit ihrer Familie in das Waisenhaus ihrer Kindheit zurück, um es wieder zu eröffnen. Doch die Vergangenheit ist nicht tot. Erst lernt ihr totkranker Adoptivsohn Simon (Roger Princep) unsichtbare Freunde kennen und schließlich verschwindet er plötzlich...
Der Film entwickelt ein klassisch anmutendes Schauermärchen, dass seit "The Others" oder Petra Hammersfahrs Roman "Das Geheimnis der Puppe" mich nicht mehr so gefesselt hat. Allein technisch und dramaturgisch ist die Geschichte von der lebendigen Vergangenheit des Waisenhauses eine Augenweide. Autor Sergio G. Sanchez und Regisseur Juan A. Bayona nutzen dabei gekonnt die Stilmittel des Gruselfilms, um ihren tragisch-düsteren Handlungsmix aus Vergangenheitsbewältigung und Geisterparanoia zu erzählen. Regisseur Bayona erzählt virtuos von der Drift der tatkräftigen Mutter, die erst so fest im Leben steht und voller Liebe ist, nur um später dem Wahnsinn nahe zu sein. Was durch die wirklich gute Hauptdarstellerin Belen Rueda auch noch überzeugend vermittelt wird.
So ist "Das Waisenhaus" mal wieder ein willkommenes Highlight im doch eher angestaubten Gruselgenre. Mich hat der Film 100 Minuten lang gefesselt und kräftig an der Spannungssschraube gedreht. Auch wenn am Ende vielleicht die eine oder andere Frage offen bleibt, ist das Gesamtwerk doch mehr als gelungen und für mich die beste "Geisterverfilmung" seit "The Others" - 5 Sterne.
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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der beste Horrorfilm des ganzen Jahrzehnts, 23. November 2008
Ich war auf der Durchreise in einer fremden Stadt und hatte einen Abend totzuschlagen. Ich kam an einem Programmkino vorbei, in dem "Das Waisenhaus" lief; "Au fein", dachte ich, "ein Horrorfilm!" und ging hinein. Ich machte es mir im Sitz bequem und hatte keine großen Erwartungen: Ein Horrorfilm; nur ein weiterer Horrorfilm, wie ich sie schon zu Tausenden gesehen hatte, schon nächste Woche würde ich ihn wieder vergessen haben.
Der Film begann - und mit ihm eine Erfahrung, die ich in meiner Karriere als Connaisseur selten, und in einem kommerziellen Kinofilm noch überhaupt gar nicht gemacht habe: Ich hatte Angst.
In Zeiten, in denen die amerikanischen Genre-Regisseure den Zuschauer mit endlosen Aufgüssen malträtieren, Ideen aus dem fernen Asien klauen, und sogar ihre eigenen Drehbücher recyceln (siehe die kurzweilige Reihe von Horrorfilm-Remakes), in Zeiten, in denen Filme wie SAW und "Hostel" ein scheinbar abgebrühtes Publikum mit Eimern von Blut übergießen, und in denen man meint, mit einem simplen Spukhaus würde man heutzutage keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken können, kommt hier ein spanischer Regisseur mit einem relativ konventionellem Drehbuch und einem Ensemble komplett unbekannter Gesichter und macht daraus einen Film, der so unheimlich, schaurig, und schlichtweg ANGST-machend ist, dass scheinbar die über zehnjährige Flaute des amerikanischen und europäischen Horrorkinos mit einem Schlag überbrückt scheint.
Zur Geschichte: Ein frisch verheiratetes Ehepaar kauft das verlassene Waisenhaus auf dem Land, in dem die Frau einst ihre Kindheit verbrachte. Beide haben den Wunsch, dort ein Heim für behinderte Kinder zu eröffnen. Bald beginnt ihr Adoptivsohn Simon mit Kindern zu kommunizieren, die scheinbar nur er sehen kann. Erst nimmt Mutter Laura dies nicht ernst, doch schon bald bahnen sich lang verschüttete Erinnerungen an ihre Zeit im Waisenhaus einen Weg ins freie. Plötzlich verschwindet Simon, und Laura beginnt die mysteriösen Kinder nun ebenfalls zu sehen. Ihr Ehemann aber nicht.
Mehr will ich nicht verraten, nur noch soviel: Das Verschwinden des Jungen geschieht nach ca. 20 Minuten, und was danach folgt - die polizeiliche Ermittlung, bei der Laura schon fast für verrückt erklärt wird, die Indizien, die zu einer mysteriösen ehemaligen Mitarbeiterin des alten Waisenhauses führen, die nur schwarz trägt, und fast autistisch in ihren Ausdrucksformen ist; eine Seance, in der die Geister des Hauses gerufen werden, und bei der dem Zuschauer buchstäblich die Nackenhaare zu Berge stehen, und das schaurige Finale, bei dem Laura eine Nacht in dem abgedunkelten Haus verbringt, um Kontakt zu den Kindern aufzunehmen, da sie glaubt, diese hätten ihren Sohn geraubt - ist eine verschachtelte, niemals vorhersehbare Spukgeschichte, die meisterlich mit den Erwartungen des Zuschauers spielt, und deren Spannung sich schlussendlich fast bis zum Unerträglichen steigert, so dass man meint, eine Schlinge zieht sich langsam zu.
Die letzten 20 (ich wiederhole: ZWANZIG) Minuten saß ich an der äußersten Kante des Kinosessels, mein Herz raste mit Höchstgeschwindigkeit; die Menschen um mich herum schrieen und hielten sich die Augen zu - und nach einem äußerst unbequemen Ende verliess ich den Kinosaal mit wackligen Knien und fühlte mich so aufgewühlt, müde und erschüttert, als hätte ich gerade 90 Minutenlang versucht, mit dem Fahrrad gegen eine heftige Sturmböe anzufahren.
Das westliche Horrorgenre ist gerettet: Regisseur Bayona hat es uns gezeigt. Man wird das "Waisenhaus" in 20 Jahren in einem Atemzug mit Titeln wie dem "Exorzisten", "Rosemaries Baby", "Shining" und "Bis das Blut gefriert" nennen - und ich werde mir selbst dafür gratulieren dürfen, diesem modernen Klassiker einst im Kino gesehen zu haben.
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