Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Abbild des Zeitgeistes, 25. September 2008
Zur technischen Seite: Das "Wikipedia-Lexikon" ist tadellos verarbeitet und liegt gut in der Hand. Fadenheftung, ordentliches Papier. Auch die Gestaltung ist angenehm; dafür, dass er ziemlich dicht gedrängt wurde, ist der Text gut lesbar. Diesbezüglich gibt es also nichts auszusetzen.
Zum Inhalt: Die Idee, ein Lexikon aus den meistaufgerufenen Artikeln der Wikipedia zusammenzustellen, ist originell und hat ein interessantes Abbild des Zeitgeists von 2008 für die Nachwelt erzeugt. Sie schränkt allerdings auch die Alltagstauglichkeit als Nachschlagewerk ein. So haben es beispielsweise nicht mal alle Schweizer Kantone bzw. deren Hauptstädte in das "Wikipedia-Lexikon" geschafft; aus Schweizer Sicht ist das Produkt überhaupt deutschlandlastig - diese Deutschlandlastigkeit ist etwas, das man in der Original-Wikipedia stets zu vermeiden versucht. Bei einer Auswahl, die rein auf Abrufzahlen basiert, ist sie aufgrund der Grösse Deutschlands jedoch unausweichlich.
Ausserdem gibt es in der Wikipedia selbst zu jedem Stichwort natürlich sehr viel mehr zu lesen. Das gedruckte Lexikon enthält jeweils nur gerade die Einführung bzw. die ersten paar Sätze, manchmal auch nur einen Satz. In der Wikipedia würden solche Ein-Satz-Artikel mit der Begründung, dass die Relevanz des Gegenstands in dieser Kürze nicht dargestellt werde, gleich gelöscht. Meistens erfährt man daraus aber doch die allerwichtigsten Basisfakten, wenn auch nicht immer: z.B. kann man unter dem Stichwort "Perth" erfahren, dass es sich dabei um "die Hptst. des austral. Bundesstaates Western Australia" handelt, aber das ist auch schon alles. Wie gross die Stadt ist, erfahren wir nicht. Warum also nicht gleich im Original nachsehen, wenn man nie weiss, ob die gesuchte Information im Einbänder auch zu finden ist?
Man kann sich schon fragen, ob es viele Leute gibt, für die das "Wikipedia-Lexikon" einen praktischen Nutzen hat. Wer sehen will, was die Bevölkerung heute wirklich interessiert, kann damit eine Kuriosität erwerben; es handelt sich wohl um das erste wirkliche "Volkslexikon" (so hatte Bertelsmann schon in den 1950er Jahren ein einbändiges Lexikon genannt). Fleissige Wikipedia-Mitarbeiter werden das Buch auch als Pflichtkauf ansehen, und sei es nur, um es kompetenter kritisieren zu können. Und es verbleiben noch die Leute mit eingeschränktem Online-Zugang. Diese werden das Lexikon aufgrund seiner durch die Popularitätsmethode verursachten Lückenhaftigkeit vielleicht als Ergänzung zu einer traditionellen Enzyklopädie erwerben wollen, als Alleinlexikon taugt es aber nicht.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein etwas anderes Lexikon, 23. September 2008
Die Buchform von Wikipedia ist natürlich nur ein Auszug aus der Online-Wikipedia. Denn die deutschsprachige Wikipedia gibts online mit mehr als 800.000 Artikeln. Im Lexikon sind "nur" ca. 20.000 Kurzartikel bzw. 50.000 erklärte Begriffe enthalten, wobei die Artikel in der Online-Wikipedia deutlich umfangreicher sind. Ergänzt werden die Begriffe durch rund 1000 Abbildungen.
Insgesamt ist das Lexikon schön aufbereitet und liegt gut in der Hand, wenngleich es sich mit 4,5 cm Dicke und ca. 2 kg Gewicht nicht gerade als "Taschenlexikon" anbietet, das man immer mit sich trägt um etwas nachzuschlagen. Das Besondere am Lexikon ist, das es neben den klassischen Lexikon-Artikeln auch die meist gesuchten Begriffe in der Online-Wikipedia enthält. So findet man hier auch Kurzartikel zu Tokio Hotel, Apple iPhone und Nintendo DS.
Das Lexikon empfiehlt sich für Personen, die es schätzen ein schönes Buch im Regal stehen haben und gerne mal darin genussvoll herumblättern und schmökern wollen. Für Personen, die keinen Zugang zu Internet haben ist das Buch eine gute Alternative. Für diejenigen, die nur möglichst schnell einen Begriff nachschlagen wollen, ist klarerweise die Online-Wikipedia die 1. Wahl, denn dort findet man die aktuellste Information und kann zudem noch eine bequeme Suchmaske verwenden.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein merkwürdiges Lexikon, 17. November 2008
Ein merkwürdiges Lexikon? Warum?
Nun, beginnen wir bei den Pluspunkten: Ja, es ist eine gute Übersicht des Zeitgeistes, und in diesem Sinn ist es eine Art Momentaufnahme der Gegenwart. Es finden sich zahlreiche Einträge, die man in einem 'normalen' Lexikon vergeblich suchen würde. Ob Fernsehserien, Kinofilme, Computerspiele, angesagte Popstars oder auch z.B. Einträge wie das Philadelphia-Experiment, Songtitel wie '99 Luftballons' oder Firmen wie amazon.com. Und auch gegen das Konzept, die Informationen möglichst kurz zu halten, ist ja nichts einzuwenden.
Aber damit kommen wir auch schon zu den gravierenden Schwächen dieses Werkes:
Das Buch wirkt lieblos zusammengeschustert. Es erscheint willkürlich, ob ein Begriff in einem Satz oder in mehreren Sätzen abgehandelt wird. Die Formulierungen sind oft schwammig, ungenau - nicht selten verleiten sie auch zum Lachen. Was soll man davon halten: "ABBA galten wegen ihrer aufwändigen und ausgefeilten Musikproduktionen als Mitbegründer einer neuen internationalen Popmusik." So, so. Und so geht es munter weiter. Unter B finden wir (tatsächlich!) den Eintrag: "Bewohner Entenhausens". Alice Cooper findet man nicht etwa unter A oder C, nein - er wird unter seinem wahren Namen Vincent Damon Furnier bei F aufgelistet. Und warum einige andere Personen unter ihrem Vornamen eingeordnet sind, bleibt unerfindlich. Beim Eintrag 'Flugzeugunglück am 6. Februar 1958 in München' wird zwar auf das Unglück eingegangen, aber mit keinem Wort erwähnt, warum es noch heute traurige Berühmtheit hat. Helmut Kohl findet sich überhaupt nicht (womöglich kann ich ihn auch nur nicht finden - oder er sollte nach Entenhausen ziehen), dafür z.B. "Alfred J. Kwak" und "Banan-Kompaniet, AB", ein schwedisches Bananen-Unternehmen, von dem ich natürlich schon gehört habe und gerne annehme, dass sehr oft danach bei Wikipedia gesucht wurde. Berücksichtigt wurde ja 'vorrangig' das Suchverhalten der Online-Nutzer.
Man sieht, es macht zumindest schon irgendwie Spaß nach den Fehlern und etwas unglücklichen Formulierungen in diesem Buch zu suchen. Und das ist doch auch schon etwas, oder nicht?
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