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Das Wörterbuch der Gemeinplätze [Gebundene Ausgabe]

Gustave Flaubert , Volker Kriegel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1998
"Im Wörterbuch erreicht Flaubert das Maximum an Unsichtbarkeit. Seine Abwesenheit als Autor ist so total, daß man fast sagen könnte, das Wörterbuch sei die Arbeit von anderen. Er hat bloß den Stimmen der rcchtdenkenden Leute gelauscht und aufgeschrieben, was sie sagen, er hat ihre Äußerungen weder geändert noch übertrieben, sondern sie bloß mit der Pinzette (keine Fingerabdrücke!) aufgesammelt und für uns in einem großen Sammelalbum alphabetisch geordnet. Sie möchten wissen, was Flaubert gedacht hat? Was er wirklich gedacht hat? Das ist nirgendwo sichtbar und allgegenwärtig." Aus dem Nachwort von Julian Barnes

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 154 Seiten
  • Verlag: Haffmans Verlag (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3251202804
  • ISBN-13: 978-3251202805
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 633.151 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

-Im Wörterbuch erreicht Flaubert das Maximum an Unsichtbarkeit. Seine Abwesenheit als Autor ist so total, daß man fast sagen könnte, das Wörterbuch sei die Arbeit von Anderen. Er hat bloß den Stimmen der rechtdenkenden Leute gelauscht und aufgeschrieben, was sie sagen, er hat ihre Äußerungen weder geändert noch übertrieben, sondern sie bloß mit der Pinzette (keine Fingerabdrücke!) aufgesammelt und für uns in einem großen Sammelalbum alphabetisch geordnet. Sie möchten wissen, was Flaubert gedacht hat? Das ist nirgendwo sichtbar und allgegenwärtig.- (Julian Barnes)

Über den Autor

Volker Kriegel, 1943 in Darmstadt geboren, ist ein vielseitiger Künstler: Jazzgitarrist, Komponist, Dokumentarfilmer, Rundfunkautor, Cartoonist und Illustrator.
Gustave Flaubert
, 1821 in Rouen als Sohn eines Chirurgen geboren, besuchte zuerst die Schulen in seiner (durch "Madame Bovary" berühmt gewordenen) Vaterstadt, studierte eher lust- und erfolglos die Rechte in Paris und mußte sich dann aufgrund eines rätselhaften Nervenleidens aus jeder Berufstätigkeit zurückziehen. Er lebte in strenger schriftstellerischer Askese in Rouen, unternahm immer wieder Reisen in Europa, nach Nordafrika und dem Nahen Osten und starb 1880 im Alter von 59 Jahren. Flaubert war unerbittliche Präzision in der Kunst wichtiger als überhitzte Inspiration und das Suchen nach bisher unbeschriebenen Aspekten derWirklichkeit wesentlicher als romantische Gefühlsdarstellung. Diese strenge Forderung setzte er in "Madame Bovary" in revolutionärer Weise um - doch vorher hatte es in seinem Leben eine Epoche gegeben, die in ihrer anarchischen Heftigkeit ihresgleichen sucht.

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3.0 von 5 Sternen Ein eigenwilliges Wörterbuch 24. Mai 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Das Wörterbuch ist widerspenstig und schwer fassbar. Ursprünglich war es als ein Abschnitt des zweiten Bandes von Bouvard et Pecuchet geplant gewesen. Doch manche Werke entwickeln halt ihre eigene Dynamik.

Zudem ist nicht anzunehmen, dass das Wörterbuch vollständig ist. Es handelt sich also um ein Fragment. Die behandelten Begriffe sind auch nicht mehr alle so aktuell wie zu Flauberts Zeiten. Um so erstaunlicher ist dann doch die Wirkung der Begriffe und Definitionen auf den Leser. Längst nicht alles ist verständlich und was man zu verstehen glaubt; hat man es wirklich richtig verstanden? Zweifel und Humor stehen in enger Konkurrenz beim Lesen dieses Buches. Darf ich jetzt Lachen oder ist es gar ernst gemeint und der Lacher gehört ausgelacht?

Flauberts Idee Material zu sammeln, das widersprüchlich, mal dumm und mal altklug wirkt, ist möglicherweise einer seiner besten gewesen. Sie wurde oft kopiert. Aber das Original bleibt nun mal ihm zugesprochen.

Das Büchlein ist wie schon erwähnt ein Wörterbuch mit eigenwilligen Erläuterungen, der Begriffe, die der damalige Leser so täglich in den Mund nahm. Es ist spritzig und humorvoll, stets mit einer Spitze an den Leser selbst gerichtet: Denke nach, bevor Du lachst.

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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zur (un-)sichtbarkeit von ironie 12. Juli 2003
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"DARWIN? stammt vom affen ab." mit solch lakonischen statements ist es nur so gespickt, das "wörterbuch der gemeinplätze", 1881, nach dem tode flauberts (1821-1880), veröffentlicht als unterkapitel des unvollendet gebliebenen werkes "bouvard und pecuchet". zum selben (darwinismus-)thema hatte sein vorläufer, der ironiker lichtenberg (1742-1799), bemerkt: "nach dem menschen kommt in dem system der zoologie der affe, nach einer unermesslichen kluft. wenn man aber einmal die tiere nach ihrer glückseligkeit, behaglichkeit ihres verstandes pp. ordnen wollte, so kämen doch offenbar manche menschen unter die mülleresel und jagdhunde zu stehen." lichtenberg war also noch etwas umständlicher, benötigte mehr worte, meinte es noch herzlich gut mit seinen lesern. während lichtenberg noch gutmenschig schrieb: "die gesundheit sieht es lieber, wenn der körper tanzt, als wenn er schreibt," konstatierte flaubert: "man tanzt heute nicht mehr; man marschiert, windet sich etc." zum thema roman bemerkt flaubert: "romane verderben die massen. es gibt romane, die mit der spitze eines skalpells geschrieben sind, z.b. MADAME BOVARY." hier wird flaubert trivial, sein blick trübt sich angesichts des unterfangens, sein eigenes hauptwerk nicht unerwähnt zu lassen. sein nachfahre im geiste, ambrose bierce (1842-1914), schrieb 1906 in seinem WÖRTERBUCH DES TEUFELS: "die einstige kunst des romans ist überall längst tot, außer in russland, wo sie noch neu ist. friede seiner asche - die sich manchmal gut verkauft." insofern bekleidet flaubert zwischen lichtenberg und bierce eine art mittel-bewusstsein. flaubert verstarb wahrscheinlich an syphilis, die er sich bei seinen orient-reisen zugezogen hatte. "syphilis? davon ist mehr oder weniger jedermann befallen" - so flaubert. im nachwort des kongenial vom cartoonisten volker kriegel illustrierten buches schreibt julian barnes: "violett ist die farbe des ironikers. ein violett, das ins ultraviolett übergeht - jenen farbton, den die welt nicht sehen kann." wer etwas vom ultraviolett erhaschen will, der kaufe sich dieses buch.
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