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Von Humor ist der Roman
Das Volk der Lüfte des Autors von
Das letzte Einhorn erfüllt. Die kalifornische Stadt Avicenna (der Name eines mittelalterlichen Heilkundigen) ist ein ödes Nest geworden. Farrell, der nach zehn Jahren wieder dorthin zurückkehrt, fällt die Wendung zum Langweiligen sofort auf -- und noch etwas: Manche ehrbaren Mitglieder der Gesellschaft benehmen sich, gelinde ausgedrückt, exzentrisch.
Zur Kompensation des Alltagstrotts trägt dieses "Volk der Lüfte" in der "Liga für archaische Vergnügungen" mittelalterliche Turniere aus, veranstalten Tänze und alljährlich auch einen kleinen Krieg. In diesem kommt es wider alle Spiel- und Vereinsregeln diesmal zu einem Toten. Den Rittern und Demoisellen des Sommernachstraums wird es mulmig. Farrells ritterliche Freunde reagieren irritiert, als die räudige Festwiese -- sonst der Fußballplatz -- plötzlich mit lieblichen Blüten übersät ist. Unter die Faschingsmagier und Westentaschenritter hat sich jemand gemischt, der das Böse kennt, der zaubern kann und nichts Gutes im Schilde führt. Dass die Invasion aus der Hölle um ein Haar zu einer Weltkatastrophe geführt hätte, wird kaum bewusst.
Farrells Beobachtungen bestätigen seinen Verdacht auf reale Magie, eingesetzt von dem 16-jährigen Mädchen, das die Königin spielt. Schon bald entspinnt sich ein Zweikampf zwischen ihrem mysteriösen Berater und Farrells eigener Beschützerin Sia, die er schon immer im Verdacht hatte, eine Hexe oder gar eine Göttin zu sein. Es wäre jedoch unfair von mir, dem Leser das einfach unbezahlbar gute Finale dieser Geschichte zu verraten; so will ich es bei einer warmen Empfehlung bewenden lassen. Der Band ist prächtig mit Illustrationen von einem "Klett-Cotta-Grafiker" -- ein Fest auch für das Auge. --Michael Matzer