"Das Volk des Feuers" von W. Michael Gear und Kathleen ONeal Gear
ist der zweite Roman in dem Zyklus über die Frühgeschichte der nordamerikanischen Indianer.
Die Romane in diesem Zyklus sind zwar thematisch und zeitlich geordnet, aber in ihrer Handlung abgeschlossen. Damit kann auch ein Neuling mit diesem Roman beginnen.
Das Buch handelt von den nordamerikanischen Einwohner, die von
Trockenheit,Dürre und Hunger bedroht sind. Streit,Hass und Machtgier unter den einzelnen Stämme verstärken die Probleme.
"Kleiner Tänzer" der in einer Vision vom legendären
"Wolfsträumer" zum Retter auserkoren wurde, macht sich mit einer kleinen Gruppe auf, um seiner Bestimmung zu folgen.
Neben der Reifung von "Kleiner Tänzer" zu "Feuertänzer" beinhaltet die Geschichte viele weitere Handlungsstränge,
wie die schicksalhafte Liebesgeschichte von "kleiner Tänzer" und "Reizende Wapiti" oder die Geschichte des Ausenseiters
"Zwei Rauchwolken".
Diese Stränge ziehen sich durch den gesamten Roman, treffen am Schluss des Buches alle zusammen und werden dort zu Ende
geführt.
W&K Gear stellen hier mit viel Liebe und teilweiser grosser Detailliertheit die Kultur, Mythen und Bräuche der Paläoindianer, verpackt in einem unterhaltsamen und spannenden Roman dar.
Dennoch bemerkt der Leser, dass immer wieder Seitenhiebe auf die Probleme und auf das menschliche Verhalten der heutigen Gesellschaft erfolgen, die sich bis jetzt noch nicht geändert haben. Das Ausgrenzen von Minderheiten zum Beispiel, das durch "Zwei Rauchwolken" verdeutlicht wird oder der Machtmissbrauch durch "Schwerer Biber".
Da die beiden Autoren als leitende Archäologen in der USA arbeiten, konnten sie in den Roman so viele Fakten einfliessen lassen, dass man sich während des Lesens direkt in diese exotische Welt versetzt fühlt.
Von der ersten bis zur 600. Seite zieht der Roman den Leser in seinen Bann. Das Buch ist nicht nur Geschichtsinteressierte wärmstens zu empfehlen.