Dieses Mahayana-Sutra gibt Antworten auf grundlegende philosophische Fragen, die viele spirituelle Menschen mit sich herumtragen, wie zum Beispiel: Wo ist das Paradies, das reine Land zu finden? Können Heilige krank werden oder warum zeigen sie Krankheiten? Ist Hellsicht nötig, um anderen Menschen spirituell zu helfen? Wieso ist die Leerheit selbst leer? Wie soll man mit Krankheiten umgehen? Was ist wirklich negativ und was nicht? Was ist die Ursache von Gut und Böse?
Eingebettet sind diese auch ein wenig an Sokrates erinnernden Dialoge in eine Rahmenhandlung, in der nacheinander Jünger zum kranken Vimalakirti geschickt werden sollen, sich aber jeder von ihnen für unwürdig hält und dazu eine Geschichte bereithält. Schließlich erklärt sich Manjushri bereit zu gehen, und die folgende Diskussion zwischen Vimalakirti und Manjushri ist der Höhepunkt des Sutras.
Besonders interessant ist auch das Intermezzo des Erscheinens der himmlischen Tochter, die Shariputra über die Nichtexistenz von Mann und Frau aufklärt. Dass es sich bei diesem Sutra um ein Zen-Sutra handelt, merkt man an Aussagen wie: "Nur für die in ihrem Stolz verharrenden predigt Buddha, dass das Freisein von Unzucht, Hass und Torheit Erlösung", für die anderen aber, dass "die Natur der Unzucht, des Zorns und der Torheit an sich schon Erlösung sei". - Für alle, die philosophisch oder spirituell interessiert sind, ist dieses Buch eine echte Bereicherung, für Buddhisten geradezu Pflichtlektüre.