Das ist die erste Rezension, die ich hier schreibe, weil ich diesem Buch unbedingt ganz viele Leser wünsche.
Es hat mich zum richtigen Zeitpunkt erreicht und ich habe ihm einiges zu verdanken.
Wohl kaum eine Beziehung kommt ohne Verletzungen aus. Wenn sie gravierend sind, stellen sie Stolpersteine dar für eine erfüllte Partnerschaft. Es kommt entweder zu Trennungen, weil kein Wille da ist, genauer hinzuschauen, was da gerade passiert im Beziehungsgefüge, oder man macht blind weiter mit dem alten Muster, versöhnt sich zwar, aber verzeiht nicht und führt vielleicht über Jahrzehnte eine Beziehung auf destruktive Art und Weise oder ergibt sich in Aneinander-Vorbei-Leben.
Durch die hervorragenden Ausführungen von Herrn Cöllen habe ich gesehen, welche Wechselwirkungen in meiner Beziehung wirksam sind und was es für echtes Verzeihen braucht - vom "Opfer" sowie vom "Täter". Es hat mir geholfen, echte Klarheit zurück zu erhalten, wo vorher Verstrickung und Verwirrung war und dass es möglich ist, damit umzugehen und trotzdem beiden Parteien ihre Würde zu lassen.
Außerdem wurde mir klar, dass verletzendes Verhalten außen auch das Deckmäntelchen des "Gut-Meinens" haben kann.
Ich habe verstanden, dass ich in meiner Liebesbeziehung an bestimmten Punkten sehr verletzlich bin, die auf alte, tiefer liegende Wunden zurück gehen und dass mir das aktuelle Geschehen den Weg weisen kann: Ich kann dadurch die tiefen Schichten bearbeiten und vielleicht heilen und erkenne, dass der Partner oft nur ein Sellvertreter ist für den eigentlichen Kern des Problems. Dadurch, dass und wie ich mit dem Partner den Weg der Auseinandersetzung und der Entwicklung gehe, kann diese Krise eine große Chance sein. Wenn beide lernen wollen, eröffnet sich die Möglichkeit zu echter Intimität und Achtsamkeit, gegenseitigem Verständnis und der Überwindung schädlichen Beziehungsverhaltens, statt in der nächsten Verbindung an den gleichen Punkten zu straucheln.