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Das Versprechen. SZ Krimibibliothek Band 5
 
 
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Das Versprechen. SZ Krimibibliothek Band 5 [Gebundene Ausgabe]

Friedrich Dürrenmatt
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 105 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866152299
  • ISBN-13: 978-3866152298
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 276.675 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das rote Kleid eines ermordeten Kindes, der unvermeidliche Inspektor, die Worte bestialischer Mörder und Sexualverbrecher im Werbetext - und dennoch geht es hier nicht, wie bisher, um Zutaten. Vielmehr sind die Zutaten da, aber sie werden anders behandelt. Ich bin versucht, Das Versprechen mit erlesenstem Simenon zu vergleichen. Es hat die gleiche kompakte Länge, es hat einige derselben Qualitäten - klare Beschreibung, die Fähigkeit, ein Verbrechen so real zu machen wie irgendeines in der Zeitung, und eine sehr menschliche Einstellung gegenüber der Polizei." (The New York Times Book Review)
"Das Versprechen ist ein subtiles und starkes Werk; es hinterläßt tiefe Spuren." (Le Figaro)
"Das Versprechen ist ein großer Roman, das epische Seitenstück zum Besuch der alten Dame. Eine von Intelligenz, Realismus und Phantasie nahezu berstende Geschichte." (Die Zeit)
"Das Versprechen halte ich für Friedrich Dürrenmatts herrlichstes Buch, und ich kehre immer wieder zu ihm zurück. Das V ersprechen ist meisterhaft geschrieben und verbindet tiefe intellektuelle Werte mit einer Erzählkunst, die sich an das breite Publikum richtet." (CoopZeitung)

Kurzbeschreibung

Nichts ist, wie es scheint. Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek.

50 große Kriminalromane, ausgewählt und präsentiert von der Feuilletonredaktion der Süddeutschen Zeitung. „Blutspuren aus den feinsten Federn, eine wohlexplosive Mischung aus Klassik, Moderne und Neuland des Genres.“ Fred Breinersdorfer, Tatort-Autor und Krimischriftsteller


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dürrenmatt bezeichnet seine eigene Geschichte als "Requiem für den Kriminalroman" und bettet die Handlung in einen literarisch-philosophierenden Rahmen ein, den er getrost hätte weglassen können. Die Geschichte ist für sich stark genug.

Inzwischen hat sich natürlich gezeigt, dass das Requiem ein wenig verfrüht war. Dennoch besticht diese Erzählung vom Kommissär Matthäi, der sich so sehr in die Idee verbeißt, einen Kindermörder zu finden, dass er als versoffener Tankwart endet, ohne den Fall je lösen zu können, durch ihre schnörkellose Geradlinigkeit und geradezu klassische Tragik.

Ausgangspunkt ist das Versprechen, das Matthäi den Eltern des ermordeten Kindes aus Hilflosigkeit gibt - das Versprechen, den Täter zu fassen. Nachdem der anfangs einzig Verdächtige gesteht und Selbstmord begeht, legt die Polizei den Fall zu den Akten, nicht aber Matthäi, der seine Polizeilaufbahn aufgibt und weiter sucht.

Die Schweiz der 50er wird lebendig, die Tankstelle, an der sich Matthäi nach seinem freiwilligen Ausscheiden als Tankwart verdingt, um dem Kindermörder eine Falle zu stellen, wird zum Dreh- und Angelpunkt einer Besessenheit. Matthäi instrumentiert eine ehemalige Hure als Haushälterin, um deren Tochter als Köder einsetzen zu können. Als der Täter endlich anbeißt, verunglückt er an dem Tag, an dem die Falle zuschnappen soll und verhindert so seine Ergreifung.

So kommt der Roman um sein Happy End, die Bestrafung des Verbrechens wird dem Zufall überlassen, alle Bemühungen der Polizei enden im Vergeblichen.

Dies war für einen Kriminalroman der 50er Jahre sicher ein revolutionär pessimistischer Ansatz - vielleicht daher "Requiem". Und die Erzählung besticht noch heute durch ihre atmosphärische und psychologische Präsenz, nicht umsonst wurde sie nach langen Jahren nochmal von Hollywood verfilmt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Das Versprechen": eine Auftragsarbeit, die vor Sexualstraftätern warnen sollte; "Der Verdacht" und "Der Richter und sein Henker": 2 Kriminalromane, die Dürrenmatt aus einer gewissen finanziellen Notlage heraus schrieb: dieser "Treppenwitz der Literaturgeschichte" bescherte uns 3 exzellente literarische Kriminalromane.
"Das Versprechen" ("Requiem auf den Kriminalroman") ist eigentlich eine Rahmenerzählung: Dem Ich-Erzähler wird von einem gewissen Dr. H., ehemaliger Kommandant der Kantonspolizei Zürich, die ganze Geschichte erzählt (die etwa 9 Jahr zurückliegt).
In einem Schweizer "Kuhdorf" wird Gritli Moser mit einem Rasiermesser ermordet. Die Dorfgemeinschaft hält den Hausierer von Gunten für den Mörder - und der gesteht auch (allerdings unter Druck). Danach begeht er Selbstmord.
Kommissar Matthäi, der eigentlich als "polizeilicher Entwicklungshelfer" nach Jordanien hätte gehen sollen, will an diesem Fall weiterarbeiten: mit dem Ergebnis, dass er dies als Privatmann tun muss, da er ja aus dem Schweizer Polizeidienst ausgeschieden ist.
Und Matthäi, der sich gegenüber dem Hausierer schuldig fühlt, beginnt zu ermitteln - auf eine sehr unkonventionelle Art und Weise....
Dürremattts "Requiem auf den Kriminalroman", inzwischen fast 50 Jahre alt und mehrmals verfilmt, fasziniert heute wie damals.
Wir haben einen kaputten Typen (Matthäi - solche Typen haben dann gegen Ende des 20. Jahrhunderts Hochkonjunkur!), der sich seiner moralischen Verantwortung bewusst ist, aber trotzdem mit fragwürdigen Methoden arbeitet; Schweizer Bürger, die entweder als fast faschistisch (Kuhdorf!) oder skandalös satt gezeichnet werden: kein Wunder, dass Dürrenmatt immer als ein großer Schweizer Moralist galt. Dass der Roman auch sprachlich exzellent ist, braucht nicht extra erwähnt zu werden.
Also: Wer diesen Roman noch nicht kennt - kaufen und lesen (am besten in der schönen und preiswerten Ausgabe der "Kriminalbibliothek der Süddeutschen Zeitung".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Bereits 1958 als "Es geschah am helllichten Tag" und seitdem mehrfach verfilmt, war das Versprechen ursprünglich als Auftragsarbeit Friedrich Dürrenmatts geplant, die Sexualverbrechen an Kindern anprangern sollte, doch wurde das Buch bald zum Drehbuch umgearbeitet und wird nebenbei bis heute noch als Pflichtlektüre zum Thema an einigen Schulen durchgenommen.

Dabei beginnt alles mit der Diskussion zwischen einem Kriminalromanautor und dem ehemaligen Chef der Züricher Kantonspolizei Dr. H, der ihm beim Halt an einer Tankstelle, einen nach Schnaps stinkenden Tankwart als seinen einst fähigsten Kommissar Matthäi vorstellt, der eine glänzende Karriere vor sich hatte und sogar Hs Nachfolger hätte werden können. Es war am Höhepunkt seiner Karriere, kurz vor einer Dienstreise nach Amman, als er in Abwesenheit Hs einen Fall um ein ermordetes Mädchen in Mägendorf annehmen musste. Es scheint ein Sexualverbrechen gewesen zu sein, in dessen Folge das Mädchen mit einer Rasierklinge ermordet wurde. Matthäi verspricht den Eltern bei seiner Seligkeit den Mörder zu finden und auch wenn der bereits wegen eines einschlägigen Delikts vorbestrafte Hausierer von Gunten zumindest für die Dorfbewohner der Hauptverdächtige ist, so ist sich Matthäi da nicht allzu sicher...

Und die Moral von der Geschicht, gib niemals ein Versprechen das du nicht halten kannst. Denn wie man am Beispiel Kommissar Matthäis erkennen muss, kann man sich selbst dann noch zur Erfüllung dessen verpflichtet fühlen, wenn selbst jene Personen denen gegenüber man es geleistet hat, längst das Interesse an selbigen verloren haben, weil sie es vielleicht wie im vorliegenden Fall bereits als erfüllt betrachten. Das Versprechen gerät zum bedrückten Todesstoss für Matthäis Karriere, der schlussendlich beginnt sein gesamtes Leben auf diesen einen Fall auszurichten, nur um sein Versprechen zu erfüllen, das dann schon längst zu seinem Lebensinhalt geworden ist. Friedrich Dürrenmatt führt den Leser in diesem Zusammenhang in eine moralische Zwickmühle, wenn ein rechtschaffener Mensch es mit seiner Prinzipientreue auch übertreiben kann, selbst wenn er damit richtig liegt, so ruiniert er sich doch sein Leben ohne das versprochene Ziel zu erreichen.

Das Thema Kindesmissbrauch und Pädophilie mag vielleicht etwas zu kurz kommen, doch es dient schließlich als Auslöser für das titelgebende Ereignis, das auch als Konsequenz des gesellschaftlichen Drangs möglichst schnell einen potentiellen Täter zu finden und diesen seiner Strafe zuzuführen gesehen werden kann. Man kann sagen, mit Kommissar Matthäi hat Dürrenmatt vielleicht seinen prinzipientreuesten und letztlich tragischsten Charakter geschaffen, der von seinem Streben nach Gerechtigkeit am Ende ruiniert wird. Der Plot selbst, sollte man sich nicht noch aus Schulzeiten an ihn erinnern können ist gelinde gesagt vorhersehbar, da sein Ende durch den Autor bereits auf den ersten Seiten zum Teil verraten wird, doch das wirklich spannend zu lesende ist ohnehin nicht die Auflösung des Falls, sondern die Entwicklungen des Protagonisten zu jenem Mann der er am Anfang der Erzählung als gebrochener Mann ist.

Fazit:
Sehr melancholisch und bestechend konsequent.
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