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Eigentlich sollte sich Kommissar Matthai, der auf der Höhe seiner Karriere angelangt ist, zum Flug nach Jordanien fertigmachen, um dort ein ehrenvolles Amt zu übernehmen. Da erreicht ihn ein Anruf aus Mägendorf, einem kleinen Ort bei Zürich. Ein ihm unbekannter Hausierer teilt ihm mit, er habe im Wald die Leiche eines grausam verstümmelten Mädchens gefunden. Obwohl Matthais Abflug kurz bevor steht, fährt er nach Mägendorf und verspricht den Eltern des Kindes nicht zu rasten, bis er den Täter entlarvt hat.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wenn Verbrechensbekämpfung zu persönlich wird,
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Das Versprechen: Requiem auf den Kriminalroman (Taschenbuch)
Bereits 1958 als "Es geschah am helllichten Tag" und seitdem mehrfach verfilmt, war das Versprechen ursprünglich als Auftragsarbeit Friedrich Dürrenmatts geplant, die Sexualverbrechen an Kindern anprangern sollte, doch wurde das Buch bald zum Drehbuch umgearbeitet und wird nebenbei bis heute noch als Pflichtlektüre zum Thema an einigen Schulen durchgenommen.Dabei beginnt alles mit der Diskussion zwischen einem Kriminalromanautor und dem ehemaligen Chef der Züricher Kantonspolizei Dr. H, der ihm beim Halt an einer Tankstelle, einen nach Schnaps stinkenden Tankwart als seinen einst fähigsten Kommissar Matthäi vorstellt, der eine glänzende Karriere vor sich hatte und sogar Hs Nachfolger hätte werden können. Es war am Höhepunkt seiner Karriere, kurz vor einer Dienstreise nach Amman, als er in Abwesenheit Hs einen Fall um ein ermordetes Mädchen in Mägendorf annehmen musste. Es scheint ein Sexualverbrechen gewesen zu sein, in dessen Folge das Mädchen mit einer Rasierklinge ermordet wurde. Matthäi verspricht den Eltern bei seiner Seligkeit den Mörder zu finden und auch wenn der bereits wegen eines einschlägigen Delikts vorbestrafte Hausierer von Gunten zumindest für die Dorfbewohner der Hauptverdächtige ist, so ist sich Matthäi da nicht allzu sicher... Und die Moral von der Geschicht, gib niemals ein Versprechen das du nicht halten kannst. Denn wie man am Beispiel Kommissar Matthäis erkennen muss, kann man sich selbst dann noch zur Erfüllung dessen verpflichtet fühlen, wenn selbst jene Personen denen gegenüber man es geleistet hat, längst das Interesse an selbigen verloren haben, weil sie es vielleicht wie im vorliegenden Fall bereits als erfüllt betrachten. Das Versprechen gerät zum bedrückten Todesstoss für Matthäis Karriere, der schlussendlich beginnt sein gesamtes Leben auf diesen einen Fall auszurichten, nur um sein Versprechen zu erfüllen, das dann schon längst zu seinem Lebensinhalt geworden ist. Friedrich Dürrenmatt führt den Leser in diesem Zusammenhang in eine moralische Zwickmühle, wenn ein rechtschaffener Mensch es mit seiner Prinzipientreue auch übertreiben kann, selbst wenn er damit richtig liegt, so ruiniert er sich doch sein Leben ohne das versprochene Ziel zu erreichen. Das Thema Kindesmissbrauch und Pädophilie mag vielleicht etwas zu kurz kommen, doch es dient schließlich als Auslöser für das titelgebende Ereignis, das auch als Konsequenz des gesellschaftlichen Drangs möglichst schnell einen potentiellen Täter zu finden und diesen seiner Strafe zuzuführen gesehen werden kann. Man kann sagen, mit Kommissar Matthäi hat Dürrenmatt vielleicht seinen prinzipientreuesten und letztlich tragischsten Charakter geschaffen, der von seinem Streben nach Gerechtigkeit am Ende ruiniert wird. Der Plot selbst, sollte man sich nicht noch aus Schulzeiten an ihn erinnern können ist gelinde gesagt vorhersehbar, da sein Ende durch den Autor bereits auf den ersten Seiten zum Teil verraten wird, doch das wirklich spannend zu lesende ist ohnehin nicht die Auflösung des Falls, sondern die Entwicklungen des Protagonisten zu jenem Mann der er am Anfang der Erzählung als gebrochener Mann ist. Fazit: Sehr melancholisch und bestechend konsequent. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannender Krimi und deprimierender Antikrimi zugleich,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Versprechen: Requiem auf den Kriminalroman (Taschenbuch)
Dürrenmatts "Das Versprechen" ist ein Abgesang auf den traditionellen Kriminalroman. Das Vertrauen, ein Verbrechen dank Kombinationsgabe und Vernunft lösen zu können, ist in Dürrenmatts Weltsicht ein Trugschluss: Bei ihm triumphiert der Zufall über die Logik und den Sachverstand eines noch so begnadeten Ermittlers. Mit Dr. Matthäi führt Dürrenmatt ein Musterexemplar dieser Gattung ein, einen Kommissar, der sogar seine Existenz aufs Spiel setzt, um einen Kindermörder dingfest zu machen. Das Grausame an der Geschichte: Obwohl Matthäi mit seinen Mutmaßungen und Schlussfolgerungen die ganze Zeit über Recht hat, verhindert ein banaler Autounfall den Triumph über den Täter und über die ungläubigen Kollegen. Der Erfahrung, dass sich die Wirklichkeit seiner Kontrolle entzieht, zersetzt nach und nach die Vernunft des Ermittlers und stürzt ihn schließlich in den Wahnsinn. Für den Leser heißt es dabei: Nerven wie Drahtseile haben. Denn mit diesem ebenso spannenden wie deprimierenden (Anti-)Krimi sollte Mimi lieber nicht ins Bett gehen - vorausgesetzt, sie will noch ein Auge zu tun. Noch vor dem Roman verfasste Dürrenmatt übrigens ein Drehbuch, in dem die Geschichte ein Happy End hatte; dies genügte dem Autor aber bald nicht mehr, und er machte sich erneut über den Stoff her.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannend, tragisch, gut,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Versprechen: Requiem auf den Kriminalroman (Taschenbuch)
Wer es schafft zu sagen, daß der Film "Es geschah am hellichten Tag" viel besser sei als dieses Buch, dem muß nun mal leider die Wahrheit sagen. Denn das mag vielleicht stimmen, aber der Vergleich ist ungerechtfertigt. Das Buch ist nun mal keine literarische Fassung des Filmes sondern eine Abwandlung von Dürrenmatts Grundidee, die dem Film zugrunde liegt. Und zwar die bessere.Dürrenmatt schafft es einen Kriminalroman zu schreiben, der allen gewöhnlichen Krimis zeigt, was sie falsch machen. Sie haben nicht viel mit der Realität zu tun. Das Ende von "Das Versprechen" ist in seiner Tragik unübertroffen und doch so schmerzhaft wahr. Dürrenmatts Stil ist fantastisch, die Geschichte spannend, selbst wenn man sie kennt. Ein empfehlenswertes Buch. P.S.: Wer eine richtige Verfilmung dieses Buches sehen möchte, sollte sich Sean Penn's "Das Versprechen" mit Jack Nicholson aus dem Jahre 2001 ansehen. Dort stimmt nämlich alles. Vor allem das Ende. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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