Nicholson. Pacino. Newman. De Niro. Hoffman. und Streep. Close. Swank. Blanchett. Rowlands.
Das sind meine All-Time-Favourites Schauspieler(innen) und zu jedem folgt demnächst eine Rezension zu ausgewählten und bestimmten Großtaten dieser (meiniger) Lieblingsdarsteller.
Anfangen möchte ich mit JACK NICHOLSON, der ja mit Meilensteinen wie "Einer flog über's Kuckucksnest" (Platz #2 meiner Liebligsfilme Aller Zeiten), "About Schmidt", "Chinatown", "The Shining", "As Good As It Gets", "The Last Detail" und "Five Easy Pieces" bereits geglänzt hat, habe ich mich dann doch letztlich für ein verglichen eher unpopuläres Werk entschieden, nämlich THE PLEDGE (Das Versprechen) von 2001, inszeniert vom 2-fachen Oscar-Preisträger SEAN PENN (Mystic River, Milk).
Kurze Inhaltsangabe:
- Die Hauptrolle spielt JACK NICHOLSON als Detective Jerry Black. Der Film beginnt an seinem letzten Arbeitstag, an dem ihm seine Kollegen eine überraschende Abschiedsparty schmeissen. Während dieser Party erfährt er von der Leiche eines jungen Mädchens, die an diesem Abend entdeckt wurde und, gegen die Bitten seiner Kollegen, verlässt seine eigene Party um zum Tatort zu fahren. Nachdem er die makaber gefrorenene Leiche inspiziert hat überlässt man es ihm, die Eltern zu informieren. Dabei bringt ihn die aufgebrachte Mutter dazu, auf seine unsterbliche Seele zu schwören, den Mörder zu finden. Der Fall wird bald abgeschlossen als die Polizei den Hauptverdächtigen Indianer (BENICIO DEL TORO) finden, aus dem sie ein Geständnis quetschen. Black geht in den Ruhestand und beginnt in einer abgelegenen Fischerei-Gemeinde ein neues Leben mit einer Bardame (ROBIN WRIGHT PENN) und ihrer jungen Tochter. Das Leben scheint für ihn perfekt zu sein, sein geschärfter Detektive-Instinkt sagt ihm allerdings, dass beim Abschluss des Falles nicht alles richtig gelaufen ist. Sein Schwur die Wahrheit zu finden droht, den Rest seines Lebens zu zerstören. -
Der Film verläuft recht ruhig und langsam. Zwischen den oft sehr kurzen Dialogsequenzen setzt Regisseur PENN lange, meditative Natureinstellungen, lässt viel, sehr viel Zeit vergehen. Kann man deutlicher darstellen, wie quälend das Warten sein kann, als den Zuschauer selber auf dem Kinosessel zu quälen und den Film in die länge zu ziehen (und zwar ohne eine einzige überflüssige Szene zu zeigen)? - Man kann eigentlich nicht, und neben Jack Nicholsons grandiosem Spiel, neben den Naturaufnahmen zwischen Idylle und Verlorenheit, neben dem zwar vordergründigen aber dennoch sehr intelligenten Plott ist es vor allem diese Langgezogenheit, die allmählig zur Qual wird und den Zuschauer am Ende genauso alleine lässt wie Jerry, der merken muss, dass all sein Tun zweifelhaft, seine Obsession vergeblich war.
"Das Versprechen" könnte viele Zuschauer maßlos langweilen, ja verärgern. Der Film ist keine flotte, vordergründige Unterhaltung, zeigt aber, dass es manchmal nötig sein kann, den Zuschauer ebenso zu quälen wie die Hauptfigur. Das Thema von Dürrenmatts "Es geschah am hellichten Tag" setzt er jedenfalls grandios und zwingend um wie selten eine Literaturverfilmung.
Nicholson porträtiert den steilen Absturz vom respektierten Detective zum lächerlichen "Säufer und Clown" mit bestechender Zurückhaltung und Nuancierung. Die zunehmende Obsession seiner Figur spiegelt sich in erhöhtem Nikotin- und Alkoholkonsum und Artikulationsschwierigkeiten wider.
Wir sehen außerdem einige exellente Kurzauftritte von u.a. HELEN MIRREN als Psychologin, PATRICIA CLARKSON als Mutter der Ermordeten , AARON ECKHART als Ermittler, BENICIO DEL TORO als geistig behinderter Indianer und MICKEY ROURKE als Vater eines weiteren Opfers. Der emotionalste Moment im Film aber gehört VANESSA REDGRAVE, was für eine großartige Schauspielerin!
Sie braucht nicht mal 3 Minuten um mit ihren Worten aus Andersens "Der Engel" zu berühren:
'Jedes Mal wenn ein gutes Kind stirbt, schickt Gott einen Engel vom Himmel hernieder auf die Erde. Der Engel nimmt das Kind in die Arme, breitet die großen, weiten Flügel aus und fliegt mit ihm über all die Plätze, die das Kind in seinem Leben so geliebt hat. Und dann pflückt das Kind eine große Hand voll Blumen und bringt sie zu Gott.'
'Wunderschön', sagt Jack Nicholson daraufhin. Dem ist nichts hinzuzufügen. Top!