Aus der Amazon.de-Redaktion
Nicholas Cage beweist erneut, dass der ansteckende Enthusiasmus eines Schauspielers eine Unmenge an Filmsünden kompensieren kann. Die konstruierte Handlung dreht sich um Nicholas Cages' Suche nach dem alten Schatz der Tempelritter, welcher über Jahrhunderte hinweg von den Freimaurern des jeweiligen Zeitalters geheim gehalten wurde. Um den Schatz zu finden, muss man die Unabhängigkeitserklärung stehlen (natürlich stehen auf deren Rückseite wichtige Hinweise in Bezug auf den Schatz!), also kann man das Genre 'Gaunerkomödie' zum Genre-Mix dieser Jerry Bruckheimer Produktion hinzu fügen.
Niemand wird Regisseur Jon Turteltaub beschuldigen können, künstlerische Ambitionen verfolgt zu haben, aber man muss zugeben, dass er doch eine angenehme Dosis jugendfreier Unterhaltung liefert voller geheimnisvoller Hinweise, Skelette, dunklen Tunnels und harmlosen Abenteuern in der Tradition der alten Schule. Es ist eine Menge Hokus-Pokus, aber dieser Hokus-Pokus macht Spaß, und das ist die Hauptsache.--Jeff Shannon
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: "Das Vermächtnis der Tempelritter" ist kein besonders guter Film. Bestenfalls kann man ihm zugestehen, Popcorn-Kino der gehobenen Art zu sein. Schnell gesehen, schnell vergessen. An das große Vorbild - Indiana Jones - kommt das Nicolas-Cage-Abenteuer jedoch nie heran. Die DVD ist passabel aber weit davon entfernt, perfekt zu sein. Was die technischen Merkmale betrifft, so gibt es nicht viel zu beklagen, aber in Sachen Bonus lässt diese Scheibe doch sehr zu wünschen übrig. Da kann man im Grunde jetzt schon mit einer Special Edition rechnen, die über kurz oder lang (und sei es zum Start des zweiten Teils) nachgeschoben wird.
Bild: Wie bei einer Produktion aus dem Jahr 2004 zu erwarten, ist das Bild von hoher Qualität. Zwar findet sich besonders bei einfarbigen Hintergründen des öfteren Bildrauschen, doch fällt dies in der Gesamtheit des Films nur selten auf. Die Farben sind klar und kräftig, auch wenn hier Ausschläge nach oben hin noch möglich gewesen wären. Die Schärfe ist auch im oberen Bereich anzusiedeln, obwohl bei genauerem Hinsehen besonders bei Gesichtern hin und wieder doppelte Konturen (etwa bei Minute 59:02) zu erkennen sind. All das sind aber Kritikpunkte, die nur besonders anspruchsvollen Zuschauern übel aufstoßen werden.
Ton: Sowohl beim deutschen als auch beim englischen Ton gibt es kaum Unterschiede festzustellen. Lediglich bei der Verständlichkeit der Sprache führt die Synchronisation, was nicht weiter überraschend ist. Doch auch beim O-Ton hat man nur selten Probleme, über den wuchtigen Sound und die Effekte hinweg das Gesprochene klar zu verstehen. Der DD 5-1-Track ist gut auf die verschiedenen Kanäle verteilt, auch wenn man sich manchmal wünschen würde, auf den hinteren Lautsprechern noch etwas mehr zu hören.
Extras: Die Extras lassen leider etwas zu wünschen übrig. Bei einem Kinoerfolg wie diesem hätte man da deutlich mehr erwarten können. Das Making of ist wenig mehr als das übliche Werbe-Blabla und die zusätzlichen Szenen sind alles andere als spektakulär, variieren sie doch nur bereits im Film Vorhandenes. Selbiges gilt für das alternative Ende. Am Interessantesten gestalten sich die kurzen Dokumentationen zu den wahren Schatzjägern und Tempelrittern. Diese kann man jedoch nur anwählen, wenn man sich erst durch ein doch eher überflüssiges und letzten Endes lästiges interaktives Spiels kämpft. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Dass bis zu neun Autoren in fünf Jahren Planungszeit über dem Drehbuch schwitzten, das jetzt Ted Elliott & Terry Rossio ('Fluch der Karibik') sowie Cormac & Marianne Wibberley ('3 Engel für Charlie - Volle Power') zugeschrieben wird, ist nicht nur Bruckheimer- Tradition, sondern spiegelt auch die aktuelle Entwicklung in dem Franchise wider, das Folie für die 'Tempelritter' war. Die Einflüsse von Indiana Jones, dessen vierter Teil sich nun schon seit Jahren in der Skript-OP befindet, sind deutlich erkennbar - sowohl in der Plotstruktur, einer Hinweis, Dekodierung und Ortswechsel repetierenden Schnitzeljagd, als auch im Figurenpersonal, in dem der skrupellose Jagdrivale ebenso auftaucht wie die Begleitblondine oder der kritische Übervater des Schatzsuchers. Was fehlt, sind exotische Schauplätze, denn konform mit seinem Leitthema, der Dominanz eines ideellen Wertes über den materiellen, spielt der Film weitgehend dort, wo Amerikas Kampf um seine Unabhängigkeit begann und im berühmtesten Dokument der Nation verewigt wurde - an der Ostküste, in Philadelphia, Washington und New York. Kulturexotik und epische Ansätze bietet nur der Blitzprolog, der von Ägypten zur Römerzeit über das Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hetzt, um den Weg zu zeichnen, den der mythische Schatz der Tempelritter genommen haben soll. Das Drehbuch spinnt die Legende fort, die sich um das Erbe der Templer gebildet hat. Kulminiert in einem Finale, in dem auch der rätselhafte Schacht von Oak Island, wo der Schatz auch realiter vermutet wurde, zumindest architektonisch zitiert wird. Woraus dieser Schatz besteht, weiß auch Benjamin Franklin Gates (Cage) nicht, dessen Familie ihn schon seit Generationen sucht und deshalb als sonderliche Sippe gilt. In der Antarktis, wo man im Kino kürzlich im Predatorennachlass auch die Wiege der menschlichen Zivilisation entdeckte, findet Gates einen Hinweis, dass sich die Karte, die zum Schatz führt, in Geheimschrift auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung befindet. Weil Gates' Partner Howe (Sean Bean) das unschätzbar wertvolle, streng bewachte Dokument stehlen will, kommt es zum Bruch, aber im Laufe des Films zu diversen Wiederbegegnungen von Gehirn (Gates) und Gewalt (Howe).
Beide Parteien liefern sich ein Rennen um das Dokument, das Cage in 'Mission: Impossible'-Manier entwendet, damit es dem Konkurrenten nicht in die Hände fehlt. Im Schlepptau hat er seinen Sidekick Riley, der mit Humor den lockeren Ton des Films bestimmt, und eine Archivleiterin aus Sachsen, die es in einem anderen Kinoleben zuletzt sogar nach Troja verschlagen hat. Ex-Model Diane Kruger spielt diesen klassischen romantischen Anhang, Jon Voight Gates' skeptischen Vater und Harvey Keitel einen sympathischen FBI-Beamten. Darstellerisch ist dieses Trio so wenig gefordert wie der Zuschauer gedanklich, der ausgeschlossene Beobachter ist und die Entschlüsselung der Hinweise Cage überlassen muss. Neben der Gehirn-Aktion des Helden gibt es aber auch eine physischere Variante, gibt es Verfolgungsjagden zu Fuß und per Auto, Explosionen und kleinere körperliche Auseinandersetzungen. Weil es dabei relativ gewaltarm zugeht, dramatischer Personenschaden ausbleibt, ist 'Das Vermächtnis der Tempelritter' wie schon 'Fluch der Karibik' tauglich für ein breites Publikum. Und für dieses, das zeigt die Statistik, verspricht eine Bruckheimer-Produktion in puncto Unterhaltung Sicherheit, auch wenn sie sich als Abenteuer tarnt. kob.