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Das Vermächtnis der Eszter
  
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Das Vermächtnis der Eszter [Bibliothekseinband]

Sandor Marai
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Bibliothekseinband
  • Verlag: Piper Verlag (2002)
  • ASIN: B002W4HCM6
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Sándor Márai
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Sehr gut erhaltenes Taschenbuch. 164 Seiten.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Noch gedämpft durch meine Eindrücke bei der Lektüre von "Ein Hund mit Charakter" hat Sándor Márai meine Erwartungen dieses Mal weit übertroffen.

Der Inhalt ist schnell erzählt. Die Schwestern Vilma und Eszter hassen sich. Der selbstverliebte charmante Gauner Lajos, beruflich ein Tunichtgut, dem es immer wieder gelingt, seine Umgebung materiell auszusaugen, täuscht Eszter Liebe vor. Trotzdem heiratet er völlig unerwartet kurze Zeit später deren Schwester, fügt so Eszter eine dauerhafte Wunde zu. 20 Jahre später, Vilma ist mittlerweile gestorben, kommt es zu einer erneuten Begegnung. Für eine Aufarbeitung des Geschehenen ist es zu spät. Eszters Leben ist weitestgehend gelaufen. Und doch tauchen mit Lajos drei geheimnisvolle Briefe auf, die geignet sind, sein Fehlverhalten in einem völlig neuen Licht erscheinen zu lassen. Obwohl Eszter dank Lajos vor den Trümmern ihres Lebens steht, ist sie unverständlicherweise bereit, ihre materielle Existenz für ihn zu geben.

Den Rezensenten der Welt ist beizupflichten. Sándor Márai versteht es, die zerstörerische Kraft der Liebe mit einer gnadenlosen Faszination zu beschreiben. Auf furios geschriebenen 165 Seiten führt er uns in ein menschliches Beziehungsgeflecht mit allen Schatten-und Lichtseiten. Selbst wenn man von dem Ende enttäuscht sein sollte, Lajos hätte sicherlich besser einen Fußtritt verdient als Eszters selbstlose erneute Hilfe, beeindrucken neben Márais berückend leichtfüßiger Sprache seine gelungene Komposition von Inhalt (Liebesdrama) und eingesetzten Stilmitteln (Rückblenden). Alles, was man in "Ein Hund mit Charakter" noch kritisieren konnte, seine gelegentliche Weitschweifigkeit, sein nur mühsames Zurückfinden zum eigentlichen Erzählfaden, ist dieses Mal stimmiger. Die menschlichen Charaktere sind treffend gezeichnet, die verhängnisvollen Momente der Handlung gut herausgearbeitet. Das Buch ist sicherlich einer der besseren Romane des erst in den 90er Jahren wiederentdeckten ungarischen Autoren und als Einstieg in sein umfangreiches Werk bestens geeignet. Einmal begonnen läßt es einen nicht mehr los.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein kurzes Büchlein zwischendurch - so ging in an Das Vermächtnis der Eszter ran. Und nun muss ich doch länger darüber nachdenken, als vermutet.
Die Geschichte einer Abhängigkeit, die sich nie auflöst. Eszter und ihre ganze Familie geraten in den Bann eines Mannes und können sich auch nach vielen Jahren nicht davon befreien.
Beim Lesen stellte ich mir die Frage, ob die Story realistisch ist. Ich weiss es nicht... An manchen Stellen, war ich doch kurz vor dem Kopf schütteln. Vier Sterne für eine schöne Sprache, eine interessante Handlung und viele Punkte über die man richtig schön nachdenken kann.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein anderer Rezensent schreibt: "Eszter, eine pragmatische und lebenstüchtige Frau, die ihre Umwelt gründlich durchschaut, trifft eine Entscheidung, die ein solcher Charakter niemals treffen würde. Dadurch ist die Figur unstimmig, die ganze Geschichte wirkt damit konstruiert und unglaubwürdig. Warum Laszlo so faszinierend auf seine Umwelt wirkt, selbst auf diejenigen, die ihn ausreichend kennen, ist auch nicht nachvollziehbar. In den wenigen Dialogen, in dem man ihn erlebt, entfaltet er keinen Zauber." Und beurteilt das Buch sehr negativ. Meiner Ansicht nach ist Marai jedoch das Gegenteil vortrefflich gelungen: Eine sklavische Abhängigkeit zu beschreiben, ohne sie pseudo-psychologisch zu erklären. Das Geniale an dem Buch: Marai hat bewußt ein völlig irrationales Verhalten von Eszter beschrieben. Dies ist in Liebesdingen nicht gerade selten, der eine oder andere mag (abgeschwächt) ähnliche Geschichten aus dem Bekanntenkreis kennen oder sie selbst erfahren haben. Ich möchte daran erinnern, wie viele stark wirkende Frauen devot über Jahrzehnte bei ihren lieblosen, prügelnden Ehemännern ausharren. Entscheidungen, die ein Bekannter aufgrund des "starken" Charakters dieser Frauen nicht nachvollziehen kann. Menschen treffen viele Entscheidungen, die "ihrem Charakter nicht entsprechen", weil der Charakter meist mehrdimensional ist. Außerdem verhalten wir uns alle irrational. Genau das ist das faszinierende an Marais Roman: Die Irrationalität und Vielschichtigkeit von Verhalten zu schildern, ohne dies pseudo-psychologisch erklären zu wollen. Dass Lazlo ein Betrüger ist weiß jeder, der ihm (in dem Buch) begegnet. Trotzdem wickelt er die Menschen ein, sie agieren für ihn. (Eine Fähigkeit, die in Ansätzen jeder Gebrauchtwagenhändler besitzt. Man denke auch an die windigen Anlagebetrüger, auf die hochintelligente Menschen hineinfallen)
Marcel Proust hat in "Eine Liebe von Swan" eine ebenfalls verzehrend-selbstzerstörerische Liebe zwischen Mann und Frau beschrieben - auch hier weiß der Leser (und im Gegensatz zu Eszter am Schluß auch der Protagonist), das das Liebesobjekt die Aufopferung nicht wert ist.
Kritik an Marais "Vermächtnis...": Die gebundene Ausgabe ist - wie fast alle gebundenen heututage qualitativ schlecht verarbeitet.
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