In seinem Nachwort hat der Autor darauf hingewiesen, dass er
sich nicht streng an den historischen Hintergrund gehalten
hat, sich aber bemüht hat, dem historischen Kontext in etwa
gerecht zu werden.
Mit dieser Einschränkung ist dieses Buch eine faszinierende
Lektüre .
Im Zentrum des Buches steht nicht die Figur Caravaggios als
herausragender Maler seiner Zeit,seine Biographie wird zwar
gestreift und seine künstlerische Entwicklung und einige
seiner wichtigsten Gemälde ausführlich dargestellt, aber das Hauptinteresse des Autors gilt der Auseinandersetzung
Caravaggios mit Papst Paul V. ,gilt den Machtstrukturen der
katholischen Kirche, mit denen über Wohl und Wehe nicht nur der
Künstler, sondern auch der Wissenschaftler ihrer Zeit
entschieden wurde. Dabei wurde selten der Fortschritt ,der Geist
der neuen Zeit gefördert , sondern jedes Ausbrechen
aus verkrusteten Strukturen wurde als Verstoss gegen kirchliche
Doktrinen mit härtester Verfolgung geahndet. Wie schon
in der Auseinandersetzung Michelangelos mit Papst Julius II.
fast ein Jahrhundert zuvor wurde kirchliche Engstirnigkeit
zum Hemmschuh für künstlerische Weiterentwicklung.
Wenn nicht gleichzeitig wichtige Auftraggeber und Mäzene
ebenfalls Kirchenmänner gewesen wären, mutige Männer, die
sich gegen die gängige Bevormundung stellten, wäre so
mancher noch heute mit Ehrfurcht genannte Name niemals zu
irgendwelcher Bedeutung gelangt.
Diese Zusammenhänge werden eindrucksvoll und anschaulich
geschildert, insgesamt eine sehr lesenswerte Lektüre.