Petra Neumayer will Schwellen abbauen, die Jugendliche davon abhalten könnten, vom "ersten Mal" an zuverlässig zu verhüten. Sie schildert ausführlich, wie ein Besuch beim Frauenarzt abläuft. Die Medizinjournalistin erklärt den weiblichen Hormonzyklus und stellt eine aktuelle Auswahl von Verhütungsmitteln vor. Die Eignung der Methoden für junge Frauen, die Kosten, mögliche Nebenwirkungen und die statistische Sicherheit werden aufgeführt.
Die Zielgruppe, die die Autorin ansprechen möchte, hat möglicherweise eine geringe Lesekompetenz und ist noch nicht gewohnt, selbst Informationen einzuholen, zu beurteilen und für die Entscheidung die Verantwortung zu tragen. Bei jungen Männern (die häufig ungern lesen), klafft eine Riesenlücke zwischen dem von ihnen behaupteten Informationsstand über Verhütungsfragen und ihrem tatsächlichen Wissen. Das Buch enthält wichtige Informationen; doch für Jugendliche finde ich es ohne anschauliche Illustrationen viel zu abstrakt. Für Leser ohne Vorkenntnisse sind die Zusammenhänge schwer verständlich. Die Temperaturmethode z. B. kann Einsteigerinnen rein verbal ohne Abbildungen nicht vermittelt werden. Konkrete Informationen, wo Jugendliche so genannte Natürliche Verhütungsmethoden erlernen könnten, fehlen. Das Kapitel über die "Pille danach" ist für Jugendliche in einer Notsituation wenig hilfreich. Fragwürdig finde ich den Hinweis auf Babyklappen, der Jugendliche dazu verleiten könnte, ein Kind ohne ärztliche Hilfe zur Welt zu bringen. Vermutet die Autorin einerseits Hürden bei der Beschaffung von Verhütungsmitteln, so traut sie doch derselben Zielgruppe zu, die Adresse der nächstgelegenen Babyklappe herauszufinden.
Im Anhang sind die häufigsten Fragen Jugendlicher zusammengefasst und beantwortet. Eine aktuelle Auswahl von Internet-Adressen zeigt weitere Hilfsmöglichkeiten auf.