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Das Verderben
 
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Das Verderben [Gebundene Ausgabe]

Ruth Rendell
2.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Blanvalet; Auflage: 3 (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764500522
  • ISBN-13: 978-3764500528
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 750.418 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Anlässlich des siebzigsten Geburtstags der englischen "Queen of Crime" Ruth Rendell am siebzehnten Februar, beschenkt der Blanvalet Verlag ihre deutschen Fans mit einem neuen Fall von Inspektor Wexford. Das kleine Städtchen Kingsmarkham ist in heller Aufregung. Gerade als zwei halbwüchsige Mädchen verschwunden sind, wird der wegen Pädophilie verurteilte, siebzigjährige Orbe nach mehreren Jahren aus der Haft entlassen. Da liegt der Schluss für die verängstigten Eltern zum Greifen nah, dass er wieder zugeschlagen hat.

Die Presse schürt die Vorurteile und heizt die hysterische Stimmung mit ihrer einseitigen Berichterstattung an, bis es bei einer Demonstration der aufgebrachten Bürgerschaft vor dem Polizeigebäude zur Eskalation kommt und ein Polizist durch eine Benzinbombe getötet wird. Und dann fehlt die kleine Sanchia. Sie ist noch ein Säugling, und niemand kann sich ihr Verschwinden bei den gut situierten Devenishs erklären. Allerdings ist die Situation zwischen den Ehepartnern gespannt. Selbst im Hochsommer trägt Mrs. Devenish hoch geschlossene, lange Kleider. Wexford kommt ins Grübeln. Hat seine Tochter, die im Frauenhaus sehr häufig aggressive Ehemänner erlebt, mit ihrem Verdacht recht?

Es sind mehrere Kriminalfälle, die Ruth Rendell in ihren Roman eingearbeitet hat, doch geht dies voll zu Lasten des Tempos. Den ausufernden sozialen Studien Wexfords über Gewalt in der Ehe fehlt es an Spannung. Auch wenn Ruth Rendell kurz vor Schluss noch einen Überraschungs-Coup eingebaut hat, verläuft der Krimi in einer sehr voraussehbaren Bahn. Schade, Inspector Wexford war leider schon besser. --Manuela Haselberger

Neue Zürcher Zeitung

Realismus im Krimi?

Ruth Rendell verrenkt sich beim Spagat

Ruth Rendells Roman «Das Verderben» hat eine erstaunliche Aktualität erhalten. In ihrem neuen Krimi um Chief Inspector Wexford, 1999 im Original erschienen, zieht Thomas Orbe, ein alter Mann, der eine Strafe wegen Kindesmissbrauchs verbüsst hat, in einen Wohnkomplex in Rendells fiktiver Kleinstadt Kingsmarkham. Die Ankunft des «Pädos» spricht sich schnell unter den Bewohnern herum. Unter Mithilfe der Medien entsteht eine Pogromstimmung, die zur Belagerung des betreffenden Hauses führt. Dass es im Sommer 2000 in England tatsächlich zu solchen mediengestützten Jagden auf Pädophile kam, zeugt vom Gespür der Autorin für die Gefühlslage in ihrem Land wie auch von ihrem realistischen Anspruch.

Triumph der Bigotten

Rendell geht es zwar nicht darum, Einblick in die Psyche eines Pädophilen zu nehmen; die Figur bleibt ein Schemen, und die Autorin lässt auch Wexford mit dem verängstigten, weinenden Alten kein Mitleid verspüren. Aber sie schürt auch nicht wie viele ihrer Thrillerkollegen das Ressentiment, hinter dem sie nicht nur die berechtigte Sorge um das Wohl der Kinder, sondern auch den Hass auf alles Abweichende ausmacht. Die vor dem Haus von Thomas Orbe versammelte Menge zählt «Pädos», «Perversos» und «Homos» zur gleichen Sippschaft. Mit lakonischen Sätzen und böser Ironie führt Rendell vor, wie ein Gerücht entsteht, wie es um sich greift, sich aufbauscht, einen Tumult hervorbringt und schliesslich in Gewalttätigkeiten mündet. Das erste Mal fliegen Steine auf das Haus von Thomas Orbe, weil die Demonstranten einige ihrer Kinder vermissen und jemand ruft: «Der Pädo hat sie bei sich da drinnen!» In Wirklichkeit hat einer der Väter sie zum Schutz vor dem Pädophilen in seinem Haus untergebracht. Während ihre aufgebrachten Eltern den Aufstand proben, verlustieren sich die Kleinen an den Pornovideos des besorgten Vaters und lassen zum Abschied seine fünfhundert zollfrei eingeschmuggelten Zigaretten mitgehen.

Wie im Polizeiroman um des realistischen Eindrucks willen üblich, beschäftigen sich Wexford und sein Team mit mehreren Aufgaben gleichzeitig, insbesondere noch mit zwei Entführungen. Im ersten Fall handelt es sich bei den Opfern um Mädchen im jugendlichen Alter, die merkwürdigerweise nach einigen Tagen wieder freigelassen werden. Die Mädchen sind ausgesprochen wortkarg, was ihre Erlebnisse während der Gefangenschaft angeht, und die Auskunft, die Wexford schliesslich unter Mühen erhält, klingt seltsam: Sie seien gezwungen worden, bei einer Frau und einem Mann die Hausarbeit zu verrichten. Was die Geschichte noch dubioser macht, ist, dass sie Wexford an den Krimiklassiker «Die verfolgte Unschuld» von Josephine Tey erinnert, den eines der Mädchen tatsächlich gelesen hat. Der andere Fall von Kidnapping betrifft ein Kleinkind aus wohlhabender Familie, das nicht nach wenigen Tagen wieder auftaucht, für das aber auch niemand eine Lösegeldforderung erhebt.

Enttäuschte Erwartungen

Rendell schreibt in der Tradition des realistischen Krimis, und der ist eine vertracktere Angelegenheit, als die Schulweisheit sich träumt. Während der realistische Roman mit beiden Beinen im gewöhnlichen Leben steht, befindet sich der Krimi zwar mit einem Bein im Alltäglichen, mit dem anderen aber im Reich des Aussergewöhnlichen oder Phantastischen. Einen guten realistischen Krimi zu schreiben, bei dem die Spannung nicht dem Anspruch der «Wahrscheinlichkeitskrämer» (Hitchcock) zum Opfer fällt, gleicht einem Spagat. Zunächst scheint es, als ob er Rendell gelänge. Beim ersten Entführungsfall fesselt zunächst das hochgradig Merkwürdige, auf den ersten Blick Unerklärliche der Geschehnisse. Doch leider löst sich nach drei Fünfteln des Romans das Rätsel in eine «traurige, lächerliche Geschichte» auf, die zum vorher hochgerüsteten Geheimnis in keinem Verhältnis steht. Beim zweiten Entführungsfall sind die Hinweise auf den wahren Hintergrund so offensichtlich und entspricht dieser so sehr unseren Klischeevorstellungen, dass beim Leser erst gar keine Spannung aufkommt und die Autorin nun ihrerseits zu einer unwahrscheinlichen Blindheit Wexfords Zuflucht nehmen muss, um das Geheimnis wenigstens der Form nach aufrechtzuerhalten. An dieses Verbrechen schliesst sich dann noch ein Mord an, der eine neue Spannungskurve initiieren soll, mit dem aber der Zusammenhalt des Romans vollends perdu geht, weil Rendell in Bezug auf das übergreifende Thema «häusliche Gewalt» ihr Pulver längst verschossen hat.

Die Auflösung hochgespannter Rätselerwartungen in «jämmerliche» Geschichten ist von der Autorin offensichtlich beabsichtigt. Auch wird die Preisgabe der Krimiästhetik gern als kritischer Umgang mit den Gattungskonventionen gefeiert. Aber warum belastet sich Rendell überhaupt mit der Krimiform? Warum gibt sie sie nicht zugunsten des realistischen Romans ganz auf? Die Antwort liegt in der Erkenntnis, dass es auch mit Rendells Realismus nicht weit her ist. In «Das Verderben» bedeutet Realismus vor allem Verarbeitung aktueller Themen. Dabei gelingen Rendell durchaus pointierte Passagen wie die Darstellung der Pädophilen-Verfolgung, diese tragen aber nicht den Roman als Ganzes. Was er weitgehend vermissen lässt, ist ein Realismus, der eine besondere, literarisch intensivierte Erfahrung vermittelt. Rendell benötigt die Krimiform, um diesen Mangel durch eine andere Art ästhetischer Faszination zu kompensieren. Da diese dann aber wieder zugunsten des Wirklichkeitsanspruchs zurechtgestutzt wird, entsteht ein Ergebnis, das gemeinhin als realistischer Krimi figuriert, aber eigentlich weder Fisch noch Fleisch ist.

Lutz Krützfeldt


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Besser als Schlaftabletten, 22. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Verderben (Gebundene Ausgabe)
Wer bereits einige Bücher von Ruth Rendell gelesen hat und dieses in die Hand nimmt, wird nicht denken, dass es die gleiche Autorin verfasst hat. Man nennt Rendell die englische "Queen of Crime", kann dabei aber nicht das vorliegende Werk zur Basis dieses Lobes gemacht haben.
Insgesamt handelt es sich um einen neuen Fall für Inspektor Wexford in Kingsmarkham. Zwei junge Mädchen sind verschwunden, tauchen aber wieder auf und ein alter Mann, Orbe, wird aus dem Gefängnis entlassen, in dem er eine lange Haftstrafe wegen Pädophilie abgesessen hat. Der Mob unterstellt Orbe am Verschwinden der Mädchen schuldig zu sein und gründet eine Bürgerwehr. Im Rahmen der eskalierenden Situation wird ein Polizist durch einen Molotow-Cocktail getötet und ein drittes Kind verschwindet - es taucht auch wieder auf. Damit rückt die Familie Devenish in den Vordergrund, da das verschwundene Kind nicht nur ihre Tochter ist, sondern Frau Devenish scheinbar auch Gewalttätigkeiten durch ihren Ehemann ausgesetzt ist. Ach ja, dann ist da auch noch Wexfords Tochter, die ein Frauenhaus betreut. Hört sich die Beschreibung der Handlung verwirrend an? Haben Sie das Gefühl, dass die Ereignisse nichts miteinander zu tun haben? Sollten Sie beide Fragen mit „ja" beantworten, so empfehle ich Ihnen statt des "Verderbens" die Lektüre von Ruth Rendells „Dämon hinter Spitzenstores" oder - als Wexford-Roman - „Alles Liebe vom Tod", damit sie auch zwei wirklich gute Bücher kennenlernen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Unübersichtlich, 2. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Das Verderben. (Taschenbuch)
Das Buch beginnt mit der Entführung zweier junger Frauen, der Spannungsbogen wird aufgebat. Wer glaubt jetzt beim Thema des Buches zu sein wird enttäuscht. Später wird ein Sexualstraftäter aus der Strafanstalt entlassen, es kommt deswegen zu Unruhen, wer glaubt beim Thema des Buches zu sein, wird enttäuscht. Ein Kind wird entführt, und es handelt sich offensichtlich um Gewalt in der Ehe, ausgeübt von einem sadistischen Ehemann, der auch vor körperlichen Verletzungen seiner Frau nicht zurückschreckt. Später kommt noch ein Polizist bei Unruhen durch eine Brandbombe zu Tode. Also was jetzt. Der Leser sitzt verwirrt vor seinem Buch und versucht verzweifelt einen roten Faden zu finden. Spannung kommt nicht auf. Ruth Rendell kann das auch anders, so zum Beispiel in "Die Brautjungfer" oder in " Die Besucherin". So kann es passieren, dass man schon vier Wochen nach Beendigung des Buches schon wieder zu diesem Buch greifen muß, um den Inhalt für eine Rezension zu rekapitulieren. Aus diesem Grund nur zwei Punkte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Leider muß ich mich Manuela Haselbergers Meinung anschließen, 18. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Verderben (Gebundene Ausgabe)
Zur Erläuterung meines Kurztextes: Dieser Wexford-Roman läßt vieles vermissen, was man sonst von Ruth Rendel gewöhnt ist. Das aber liegt zum größten Teil an der pomadigen, unbeholfenen Übersetzung. Was uns da geboten wird, ist nicht der Stil der Rendell. Man kann in diesem Zusammenhang nur sagen, daß man maßlos enttäuscht ist. Besonders wenn man Sätze liest wie: ...als er ihr das "anempfohl". Aus welcher Sprache stammt dieses Wort? Auf ähnliche Ärgernisse stößt man ständig. Schade!
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