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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein weiterer Grund zur Traurigkeit ..., 8. Juli 2008
In seinem vor kurzem erschienenen Buch "Warum Denken traurig macht" führt George Steiner 10 (mögliche) Gründe an, warum (Nach)Denken nicht gerade dazu führt, das man sich besser fühlt. Die Beobachtungen und Hypothesen (im Büchlein) von Robert Laughlin könnten der elfte Grund sein. Auch wenn man nicht auf Anhieb mit allem was er schreibt oder vorträgt einverstanden ist. Man muß nicht, trotzdem kommt man nach der Lektüre dieses Büchleins ins Grübeln. Was läuft da eigentlich (falsch) zwischen Gesellschaft und Wissenschaft? "Akademische Freiheit"? "Informationsgesellschaft"? "Open Society"? "Open Source"? Keine einzige dieser Utopien bzw. Idealen bleibt ausgespart. Laughlin ist Physiker, kein Soziologe oder Politiker. Das Büchlein ist deshalb weder als soziologische Analyse noch als politisches Manifest gedacht, und darf auch nicht als solche verstanden werden. Es ist eine Soziographie, mit Sicherheit persönlich gefärbt, und das macht auch Teil des Reizes dieses Büchleins aus. Dass ein Physiker, zumal Nobelpreisträger, dem doch keine Türe verschlossen bleiben sollten (darf man annehmen), sich solche Gedanken macht, und sie dann auch noch ausspricht, ist schon bemerkenswert. Sicher hat jede(r) von denen die in die sog. Wissensgesellschaft hineingewachsen sind (und sie nicht als Kind schon geschenkt bekommen haben) sich schon mal Gedanken über deren Unvollkommenheiten und Widersprüche gemacht, aber so geballt wie hier zusammengetragen und analysiert wirkt es ernüchterend und erschütterend. Jetzt sehen wir klarer (wenn Laughlin dann recht hat): wir stehen am Anfang einer Desinformationsgesellschaft, genau das Gegenteil von dem was die Wissen(schaft)smanager und Informationstechniker uns glauben lassen.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein interessantes Thema äußerst unzureichend behandelt, 15. Juni 2008
Der Klappentext zu Robert Laughlins Essay verspricht viel, leider mehr, als der Text dann schlussendlich zu halten im Stande ist.
Tatsächlich ist der Beginn recht vielversprechend: Laughlin richtet den Blick auf die zunehmenden Einschränkungen der Freiheit von Wissen und Informationen, die seiner Ansicht nach einerseits der staatlichen Sicherheit geschuldet ist, etwa bei den Details zur Herstellung von waffenfähigen Stoffen oder Techniken. An dieser Stelle gesteht Laughlin eine gewisse Berechtigung zur Einschränkung der Informationsfreiheit zu, selbst wenn er an einigen Beispielen die problematische Konsequenzen aufzeigt, die damit verbunden sind: Etwa den beiden in Kapitel 6 ("Präzedenzfall Nukleartechnologie") genannten Fällen aus den 1970er Jahren, in denen ein findiger Journalist sowie ein engagierter Student unabhängig voneinander aus frei verfügbaren Quellen Informationen zum Bau einer Atombombe zusammenstellten - und damit zum Ziel behörlicher Ermittlungen und beinahe auch Sanktionen wurden.
Auf der anderen Seite, und dies ist der eigentliche Kritikpunkt Laughlins, wird die Freiheit von Wissen und Informationen durch ein überbordendes Patentwesen massiv eingeschränkt. Zentral ist hier das fünfte Kapitel ("Absurditäten des Patentwesens"), in dem der Autor etliche Beispiele für die z.T. moralisch recht fragwürdige Praktiken von Patentinhabern (meist Konzernen) liefert, etwa die geringfügige Änderung und anschließende Neuanmeldung der "Neuentwicklung" usw.
Soweit, so gut. Zwar formuliert Laughlin auch in diesen beiden Kapiteln inhaltlich recht ausufernd, sodass man die interessanten Teile gut auf die Hälfte hätte kürzen können. Doch verglichen mit den Kapiteln 8 ("Klonkriege"), 9 ("Spam, Spam, Spam") und 10 ("Das getrübte Utopia") stellen sie sich noch als die inhaltlichen Glanzlichter dar. Es fällt schwer, zu dem inhaltlichen "Geschwurbel" der genannten Kapitel eine geeignete inhaltliche Zusammenfassung zu liefern, wenn Laughlin etwa darüber in Kap. 10 (S. 127) schreibt, dass unseren aktuellen Probleme natürlich nicht annähernd so gravierend seien, wie die Sklaverei. Das sei auch sicher gut so, "denn ein Angriff zorniger, mit Tastatur, Pizza und Cola bewaffneter Computerfreaks wäre sicher ganz fürchterlich. Wir müßten um unser Leben laufen. In die Ecke gedrängt, hätten wir keine andere Wahl, als Aufzugmusik in unseren Stereorecorder einzulegen und die Angreifer wegzupusten. Dann würden wir zwar als herzlose Schlächter in die Geschichte eingehen, aber wir könnten uns immerhin auf Notwehr berufen."
Manche mögen solche weitschweifigen Ausführungen unterhaltsam finden. Der Verdeutlichung des eigentlichen ernsten Zwecks der Betrachtung sind sie keinesfalls dienlich. Hinzu treten einige begriffliche Unschärfen, wie z.B. die Verwechslung von "Inzest" mit "Inzucht" (S. 104ff) und der Verweis auf die "afrikanische Sklaverei", wo die "us-amerikanische" gemeint ist.
Laughlin bemüht sich in seinem Essay um ein ebenso interessantes wie brisantes Thema, das er inhaltlich jedoch leider nur äußerst unzureichend zu füllen versteht. Vielleicht sollte sich die Redaktion der edition unseld überlegen, das gleiche Thema noch einmal von einem Sozialphilosophen behandeln zu lassen. Ein Blick auf die Autorenliste der ebenfalls dem Suhrkamp-Verlag zugehörigen stw-Reihe könnte hier weiterhelfen.
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3.0 von 5 Sternen
Essaysammlung mit abnehmendem Gehalt, 11. Februar 2010
Diese Büchlein hinterläßt einen sehr zwiespältigen Eindruck, was schade ist, denn die ersten Essays sind recht interssant..
Positiv ist der kritische Blick auf gesellschaftliche Normen, welche die Verbreitung von Wissen und den Wert von Wissen an sich steuern. Es wird der Begriff von "gefährlichem Wissen" entwickelt und auf die Stigmatisierung und Behinderung von öffentlicher Forschung und damit letztendlich der Gesellschaft eingegangen die damit einhergeht.
Die ersten sechs Essays entwickeln den Gedankengang, wenn auch ein wenig oberfächlich, konsequent fort.
Negativ fällt ab dem siebten bzw. vor allem achten Essay ein beißender, zynischer Unterton auf. Im gleichen Maß wie die Häufigkeit an Attacken gegen Regierungen, Wirschaft und die Welt an sich zunehmen , nimmt die Qualität der Argumentation ab, es schleichen sich Ungenauigkeiten, Verallgemeinerungen und leider auch Fehler ein.
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