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Das Verbrechen der Vernunft: Betrug an der Wissensgesellschaft (edition unseld)
 
 
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Das Verbrechen der Vernunft: Betrug an der Wissensgesellschaft (edition unseld) [Taschenbuch]

Robert B. Laughlin , Michael Bischoff
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


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Robert B. Laughlin
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wie die Wissensgesellschaft betrogen wird: Das Wissen der Welt wächst explosiv. Doch aus Profitgier und Angst wird der Zugang zu neuen Erkenntnissen immer stärker beschränkt. Physik-Nobelpreisträger Robert B. Laughlin warnt in einem Essay für SPIEGEL ONLINE vor einem neuen dunklen Zeitalter der Desinformation und Ignoranz.« (Spiegel online )

Kurzbeschreibung

Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die freien Zugang zu Informationen ermöglicht. Doch ist längst eine paradoxe Situation entstanden: Wissen ist gefährlich. Die Möglichkeiten, Wissen zu erwerben, können zu erheblichen Konflikten führen. "Was darf ich wissen?" Diese Frage könnte in unserem Informationszeitalter zu einer Schlüsselfrage werden. Wer Wissen erwirbt, noch dazu technisches Wissen, kann schnell an den Rand der Legalität geraten. Je mehr Technologien vermögen, desto weniger wird das Wissen über diese Technologien frei verfügbar. Wir müssen uns daher mehr und mehr mit dem bizarren Konzept des "Verbrechens der Vernunft" auseinandersetzen, damit, daß frei erworbene Erkenntnisse aus wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Gründen als illegal erklärt werden. So gehört es zu den Absurditäten des Patentrechts, daß Konzerne in großem Umfang neue und auch zu erwartende Entwicklungen schützen lassen und damit andere Erfindungen blockieren; ein Geistesblitz kann dann schnell eine Verletzung des Patentrechts bedeuten. Ob es um Atomphysik geht, um Gentechnik oder Computerprogramme – der Physiknobelpreisträger Robert B. Laughlin enthüllt in seinem Essay die Mechanismen der Geheimhaltung von Wissen und zeigt anhand von vielen Beispielen, daß bald ein neues Dunkles Zeitalter beginnen könnte, dessen Kennzeichen nicht Information und Wissen sind, sondern Desinformation und Ignoranz.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In seinem vor kurzem erschienenen Buch "Warum Denken traurig macht" führt George Steiner 10 (mögliche) Gründe an, warum (Nach)Denken nicht gerade dazu führt, das man sich besser fühlt. Die Beobachtungen und Hypothesen (im Büchlein) von Robert Laughlin könnten der elfte Grund sein. Auch wenn man nicht auf Anhieb mit allem was er schreibt oder vorträgt einverstanden ist. Man muß nicht, trotzdem kommt man nach der Lektüre dieses Büchleins ins Grübeln. Was läuft da eigentlich (falsch) zwischen Gesellschaft und Wissenschaft? "Akademische Freiheit"? "Informationsgesellschaft"? "Open Society"? "Open Source"? Keine einzige dieser Utopien bzw. Idealen bleibt ausgespart. Laughlin ist Physiker, kein Soziologe oder Politiker. Das Büchlein ist deshalb weder als soziologische Analyse noch als politisches Manifest gedacht, und darf auch nicht als solche verstanden werden. Es ist eine Soziographie, mit Sicherheit persönlich gefärbt, und das macht auch Teil des Reizes dieses Büchleins aus. Dass ein Physiker, zumal Nobelpreisträger, dem doch keine Türe verschlossen bleiben sollten (darf man annehmen), sich solche Gedanken macht, und sie dann auch noch ausspricht, ist schon bemerkenswert. Sicher hat jede(r) von denen die in die sog. Wissensgesellschaft hineingewachsen sind (und sie nicht als Kind schon geschenkt bekommen haben) sich schon mal Gedanken über deren Unvollkommenheiten und Widersprüche gemacht, aber so geballt wie hier zusammengetragen und analysiert wirkt es ernüchterend und erschütterend. Jetzt sehen wir klarer (wenn Laughlin dann recht hat): wir stehen am Anfang einer Desinformationsgesellschaft, genau das Gegenteil von dem was die Wissen(schaft)smanager und Informationstechniker uns glauben lassen.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Klappentext zu Robert Laughlins Essay verspricht viel, leider mehr, als der Text dann schlussendlich zu halten im Stande ist.

Tatsächlich ist der Beginn recht vielversprechend: Laughlin richtet den Blick auf die zunehmenden Einschränkungen der Freiheit von Wissen und Informationen, die seiner Ansicht nach einerseits der staatlichen Sicherheit geschuldet ist, etwa bei den Details zur Herstellung von waffenfähigen Stoffen oder Techniken. An dieser Stelle gesteht Laughlin eine gewisse Berechtigung zur Einschränkung der Informationsfreiheit zu, selbst wenn er an einigen Beispielen die problematische Konsequenzen aufzeigt, die damit verbunden sind: Etwa den beiden in Kapitel 6 ("Präzedenzfall Nukleartechnologie") genannten Fällen aus den 1970er Jahren, in denen ein findiger Journalist sowie ein engagierter Student unabhängig voneinander aus frei verfügbaren Quellen Informationen zum Bau einer Atombombe zusammenstellten - und damit zum Ziel behörlicher Ermittlungen und beinahe auch Sanktionen wurden.

Auf der anderen Seite, und dies ist der eigentliche Kritikpunkt Laughlins, wird die Freiheit von Wissen und Informationen durch ein überbordendes Patentwesen massiv eingeschränkt. Zentral ist hier das fünfte Kapitel ("Absurditäten des Patentwesens"), in dem der Autor etliche Beispiele für die z.T. moralisch recht fragwürdige Praktiken von Patentinhabern (meist Konzernen) liefert, etwa die geringfügige Änderung und anschließende Neuanmeldung der "Neuentwicklung" usw.

Soweit, so gut. Zwar formuliert Laughlin auch in diesen beiden Kapiteln inhaltlich recht ausufernd, sodass man die interessanten Teile gut auf die Hälfte hätte kürzen können. Doch verglichen mit den Kapiteln 8 ("Klonkriege"), 9 ("Spam, Spam, Spam") und 10 ("Das getrübte Utopia") stellen sie sich noch als die inhaltlichen Glanzlichter dar. Es fällt schwer, zu dem inhaltlichen "Geschwurbel" der genannten Kapitel eine geeignete inhaltliche Zusammenfassung zu liefern, wenn Laughlin etwa darüber in Kap. 10 (S. 127) schreibt, dass unseren aktuellen Probleme natürlich nicht annähernd so gravierend seien, wie die Sklaverei. Das sei auch sicher gut so, '"denn ein Angriff zorniger, mit Tastatur, Pizza und Cola bewaffneter Computerfreaks wäre sicher ganz fürchterlich. Wir müßten um unser Leben laufen. In die Ecke gedrängt, hätten wir keine andere Wahl, als Aufzugmusik in unseren Stereorecorder einzulegen und die Angreifer wegzupusten. Dann würden wir zwar als herzlose Schlächter in die Geschichte eingehen, aber wir könnten uns immerhin auf Notwehr berufen."

Manche mögen solche weitschweifigen Ausführungen unterhaltsam finden. Der Verdeutlichung des eigentlichen ernsten Zwecks der Betrachtung sind sie keinesfalls dienlich. Hinzu treten einige begriffliche Unschärfen, wie z.B. die Verwechslung von "Inzest" mit "Inzucht" (S. 104ff) und der Verweis auf die "afrikanische Sklaverei", wo die "us-amerikanische" gemeint ist.

Laughlin bemüht sich in seinem Essay um ein ebenso interessantes wie brisantes Thema, das er inhaltlich jedoch leider nur äußerst unzureichend zu füllen versteht. Vielleicht sollte sich die Redaktion der edition unseld überlegen, das gleiche Thema noch einmal von einem Sozialphilosophen behandeln zu lassen. Ein Blick auf die Autorenliste der ebenfalls dem Suhrkamp-Verlag zugehörigen stw-Reihe könnte hier weiterhelfen.
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Format:Taschenbuch
Wer bei dem Gedanken an MicroSoft oder den Ex-Präsidenten George W. Bush Kopfschmerzen bekommt, wer verwundert in den Fernseher kuckt, wenn es um Wiki Leaks und die Reaktionen auf deren Veröffentlichungen geht, wo unter anderem die Todesstrafe wegen "Hochverrats" gegen Herrn Assange gefordert wird, wer die abenteuerliche Diskussion um Stammzellen- und Embryonenforschung und PID verfolgt, dem kann man dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es zeigt die realen gesellschaftlichen und politischen Zwänge auf, die zu solchen Diskussionen und Scheindiskussionen führen.

In all diesen Fällen geht es um die Einschränkung der Menschenrechte auf Informationsfreiheit, freien Wissenserwerb und Selbstbestimmung, und genau das wird in dem kleinen Buch von Robert Laughlin eindrucksvoll herausgearbeitet. Bedauerlich ist an dem Buch nur der reißerische deutsche Titel: "Das Verbrechen der Vernunft. Betrug der Wissensgesellschaft" Im Englischen heißt es schlicht "The Crime of Reason", was soviel bedeutet wie "Die Kriminalisierung der Vernunft." ein Thema das schon der spanische Maler Goya zu Beginn des 19. Jahrhunderts "an die Wand" gemalt hat.

Jeden Tag zeigt man uns im Fernsehen potentielle Katastrophen, wie Meteoreinschläge, Vulkanausbrüche, Gamma Strahlung aus fernen Galaxien und ähnlichen Unsinn, aber Atomkraftwerke sind sicher. Leider haben in Japan gerade die Notstromaggregate versagt, oder umgangssprachlich gesagt, die Dieselmotoren sind nicht angesprungen, ein banaler technischer Defekt.

Bedauerlicherweise erfahren wir das erst, wenn die Katastrophe kurz bevorsteht (mit dem freundlichen Hinweis der deutschen AKW Betreiber: "Unsere Atomkraftwerke sind Erdbeben sicher." was vollkommen uninteressant ist, weil es in Deutschland seit ewigen Zeiten keine vergleichbaren Erdbeben gegeben hat wie in Japan, Stromausfälle über mehrere Tage aber sehr wohl, zum Glück lag halt kein AKW in der betroffenen Zone im Münsterland, sonst hätten wir schon erfahren, wie es um unsere Notstromaggregate bestellt ist. Dies Beispiel soll nur zeigen, wie wir bewußt falsch informiert werden und die Suche nach der richtigen Information wird kriminalisiert (weil sie geheim oder patentrechtlich geschützt ist).

Warum das so ist, das beschreibt Robert Laughlin in eindrucksvoller Weise und ob der Übersetzer "Inzucht" oder "Inzest" richtig übersetzt hat, ist dabei vollkommen belanglos, denn es geht um genetische Vielfalt, nicht Strafbarkeit der Handlung bei Robert Laughlin und diese wird in beiden Fällen beeinträchtigt.
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