Wenn das so weiter geht, kommt Drewermann mit Paul Tillich, Martin Buber und Thich Nhat Hanh in denselben Himmel. Das Herz ist einfach zu subversiv für institutionelle Abgrenzungsbestrebungen und entdeckt früher oder später, dass "Gott" und "Nicht-Gott" ein und dasselbe ist, wenn es nur die Liebe spricht. Zur Schande der religiöse Institutionen werden solche Leute früher oder später derselben entekelt, und so ist Drewermann heute ebenso nicht mehr Katholik wie ich selbst meinen institutionellen Buddhisten-Status abgelegt habe. Es kommt eben niemand zum Herrn durch diese oder jene Religion, sondern eben "durch mich" (nicht unbedingt "durch ihn", und wenn durch ihn, dann auch nur durch das "ich bin" in ihm), dadurch dass - um mit Meister Eckhart zu sprechen - der Vater den Sohn in unserer Seele gebärt.