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Das Vaterspiel

Ulrich Tukur , Christian Tramitz , Michael Glawogger    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Ulrich Tukur, Christian Tramitz
  • Regisseur(e): Michael Glawogger
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 30. April 2010
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 113 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B003A6OHXM
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 55.434 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

Ein Anruf, und am anderen Ende der Leitung eine Stimme aus längst vergangenen Tagen: Mimi. Sie will, dass ihr Jungendfreund Ratz nach New York kommt - sie braucht seine Hilfe. Für Mimi war Ratz immer bereit gewesen, vieles zu tun, und in Wien macht ihm sowieso einiges zu schaffen: Der übermächtige Vater, die verquere Liebe zu seiner Schwester und sein autistisches Dasein vor dem Computer - es ist gar nicht so schlecht, einmal weg zu kommen. Doch auch New York stellt Fragen von der dunklen Seite: Wer ist der alte Mann im Keller? Mit welchen virtuellen Morden darf man sein Geld machen und wie echt sind Mimis Gefühle?

Produktbeschreibungen

Ein Anruf, und am anderen Ende eine Stimme aus lange vergangenen Tagen: Mimi. Sie will, dass ihr Jungendfreund Ratz nach New York kommt - sie braucht seine Hilfe. Für Mimi war Ratz immer bereit gewesen, vieles zu tun, und in Wien macht ihm sowieso einiges zu schaffen: Der übermächtige Vater, die verquere Liebe zu seiner Schwester und sein autistisches Dasein vor dem Computer - es ist gar nicht so schlecht, einmal weg zu kommen. Doch auch New York stellt Fragen von der dunklen Seite: Wer ist der alte Mann im Keller? Mit welchen virtuellen Morden darf man sein Geld machen und wie echt sind

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch 7. April 2010
Format:DVD
Vaterspiel ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des österreichischen Schriftstellers Josef Haslinger aus dem Jahr 2000. Rupert Kramer (Helmut Köpping), genannt Ratz, ist Sohn eines Politikers und hasst seinen Vater (Christian Tramitz auf Wienerisch). Der Film liefert dafür nicht die Erklärung. Doch aktiviert dieser Hass eine Energie, die ihn das Vater-Vernichtungs-Computer-Spiel entwickeln lässt. Als seine Jugendliebe Mimi (Sabine Timoteo) ihn nach New York bittet, will er dies nutzen sein Computerspiel zu verkaufen. In New York sieht er sich mit einem Familien-Geheimnis Mimis konfrontiert. Mimis Großvater ist ein untergetauchter Nazi-Kriegsverbrecher, dem er helfen soll. Zwischen Mimis Großvater und Ratz, dessen Großvater das KZ Dachau überlebt, entwickelt sich eine seltsame Beziehung.
Der Film verurteilt nicht, bietet weder Entwicklung, noch Lösungen, enthält sich Verurteilungen und Entschuldigungen. Zeichnet nur auf. Eine Sammlung und Montage verschiedener Schicksale und Zeitebenen. Am intensivsten wirkt der Film, wenn Ulrich Tukur als überlebender Jude, seine Aussagen in einem spartanisch ausgestatteten Büro vor einem Grundig-Tonbandgerät macht. Diese Szenen sind konzentriert und spannend, überzeugen durch die schauspielerischen Darstellungskraft Tukurs. Im Vergleich zum Rest des Filmes wirken sie sehr ruhig und konzentriert. Auch die reduzierten Farben unterstützen die Atmosphäre.
Ursprünglich wurden wesentlich mehr Szenen gedreht, in denen auch der Großvater Ratzes als junger Mann zu Wort kommt. Der Film entstand dann jedoch im Schnitt noch einmal neu und viele dieser Szenen wurden verworfen. Das erklärt einiges. Man hat nämlich durchaus das Gefühl, dass der Regisseuer nicht recht weiß wohin. Vielleicht ist das ja auch Haslingers Vorlage (immerhin knapp 600 Seiten), und ihrer Bearbetitung (Drehbuch: Glawogger und Haslinger) geschuldet, welcher der Regisseur nicht Herr werden konnte. Glawogger öffnet einige Handlungsstränge, ohne sie weiter zu entwickeln, z.B. die Figur der Schwester (mit angedeutetem Inzest) oder die der Geliebten des Vaters. Vielleicht ist deren Weiterführung auch im Papierkorb gelandet. Auffallend ist durchaus, dass Mimmis Großvater (im Gegensatz zum Opfer, der Großvater Ratzes) viel Platz gegeben wird zur Entfaltung. Der Höhepunkt dieser Entfaltung ist sein Monolog vor Ratz am Weihnachtsabend. Darin schildert er, noch immer von seiner Ideologie der Herrenrasse überzeugt, seine Verbrechen während des 2. Weltkrieges. Unkommentiert steht dieser Monolog im Film. Ratz nimmt nicht das zwischen ihnen liegende Käsemesser und sticht ihn nieder, holt auch nicht die Polizei, sondern nur die Weihnachtsplatte aus der Wohnung, die sich der tausendfache Mörder wünscht. Übrigens, der Kriegsverbrecher wird als alter und jungerMann von Vater und Sohn gespielt: Itzhak und Samuel Finzi.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Der Regisseur und Drehbuchautor Michael Glawogger schuf mit "Das Vaterspiel" einen verwirrenden Film, dessen Aussage erst nach einer längeren Einleitung an Kraft gewinnt und einen erahnen lässt, was die Motivation der Umsetzng eines vielseitigen Romans gewesen sein könnte. Der Österreicher Michael Glawogger, der mit Filmen wie "Slumming" und "Contact High" und der leider viel zu unbekannten Dokumentation "Workingmans's Death" meiner Meinung nach großartige Produktionen veröffentlichte bleibt seiner Linie in "Das Vaterspiel" auf der einen Seite treu, indem auch hier die Frage nach der individuellen Rolle im großen Spiel des Ganzen thematisiert wird, was in nachhaltigen Bildern und unkonventionellen Erzählweisen unterstrichen wird, auf der anderen Seite ist dem auf mehreren Erzählebenen und Rückblenden aufgebaute Film weit aus schwerer zu folgen, da eine klare Struktur manchmal zu fehlen scheint, weil experimentelle Spielereien manchmal überhand nehmen und somit den Platz für die Geschichtserzählung einnehmen.

Der Langzeitstudent Ratz lebt noch bei seinem Vater, einem herrschaftssüchtigen und einen auf die Etikette achtenden Mann. Ratz sitz die meiste Zeit in seinem Zimmer und programmiert an seinem Langzeitprojekt herum, einem Ego-Shooter der dem User erlaubt, seinen Vater mehrfach zu ermorden. Schnell wird klar, dass das Spiel namens "Kill Daddy Good Night" eine Art Eigentherapie darstellt um der Abscheu dem Vater gegenüber ein Ventil geben zu können. Eine bizarre Beziehung besteht zwischen Ratz und seiner Schwester, die aufgrund ihres gemeinsamen Hasses gegen das Familienoberhaupt viele Gemeinsamkeiten entwickelten, in der es aber auch zu inzestuösen Annäherungen kommt.
Ratz bekommt eines Tages einen Anruf von Mimi, einer alten Liebesbeziehung aus frühen Studentenzeiten, die ihn bitten, möglichst am nächsten Tag zu ihr nach New York zu kommen, da sie seine handwerklichen Fähigkeiten benötige. Als er in den USA ankommt, wird er allerdings mit der Wahrheit konfrontiert, in der sich der Großvater seit über 30 Jahren im Keller versteckt hält, aus Angst vor der Aufdeckung des Verhaltens während des zweiten Weltkrieges, in dem er als Anführer einer litauischen Einheit an der Ermordung hunderter Juden beteiligt war. Das karge und dunkle Kellerverlis des Großvaters benötigt eine großangelegte Renovierung, allerdings geht es Mimi um viel mehr als die Verschönerung von Wohnraum für einen Kriegs- und Naziverbrecher.

In einer parellel erzählten Geschichte geht es um den Jounalisten Jonas Shtrom, dessen jüdischer Vater 1941 in Litauen erschlagen wurde und der im Zuge der Suche nach den Schuldigen und der Gewissheit darüber, ob die eigene angetretene Fluch dem Vater das Lebe kostete, ab den fünfziger Jahren nach Deutschland kommt, um als Zeuge die erlebte Geschichte zu Protokoll zu geben. Eigene Schuldzuweisungen und Zweifel treiben ihn immer wieder unnachgiebig an, durch die Hölle der eigenen Geschichte und Biographie zu gehen.

Auch wenn wie oben bereits beschrieben die Handlungsstränge, der Erzählstil und die filmische Umsetzung streckenweise sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, kann der Film einen bleibenden Eindruck hinterlassen und dazu führen, dass man über die Verkettung der verschiedenen Vater/Sohn Ebenen, einem nicht nur in der Nachkriegszeit herrschenden Generationskonflikt und den (Kausal)Zusammenhängen von Sozialisation, Erfahrungen, Gefühlen etc zu dem eigenen Verhalten, nachdenken muss. Es ist insbesondere die psychologische Ebene des Streifens, die ihm, vielleicht erst auf den zweiten Blick deutlich werdende Besonderheit enthüllt. "Das Vatespiel" ist bildgewaltig wie auch anstrengend, streckenweise einer Linie folgend und dann ins experimentell-freiheitlich-chaotisch abdriftend. Er könnte ein Tip für diejenigen sein, die Gefallen an den Arbeiten von Julio Medem ("Lucia Und Der Sex" und "Das Rote Eichhörnchen), Jonasson Nossiter ("Signs And Wonders"), oder sogar Andreas Dresen ("Halbe Treppe") finden. Nicht weil die genannten unbedingt Filme ähnlichen Inhalts gemacht haben, sonder weil die Bildersprache, die Verwendung von Symbolik und Zeichen, der freie und undogmatische Stil des Erzählens und Filmens, etc denen von Michael Glawogger Film von Zeit zu Zeit nicht unähnlich sind.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruchsvolle Romanverfilmung 17. März 2010
Von rosebud
Format:DVD
Michael Glawogger, der bislang vor allem mit seinen dokumentarischen Arbeiten "Megacities" & "Workingsmans Death" für Furore gesorgt hat, zeigt mit dieser Literaturverfilmung nach Josef Haslinger ein Händchen für komplexe Themen.
Wie schon der Roman bewegt sich auch der Film gekonnt durch mehrere Handlungsstränge, die sich zu einer atmosphärisch dichten Erzählung mit Anleihen beim film noir, Ödipus-Referenzen und historischer Aufarbeitung zusammen fügen.
Sabine Timoteo gibt als Mimi die femme fatale, die ihren alten Studienfreund Ratz nach New York lockt, um ihr bei einem Umbau zu helfen. Ratz, der ohnehin ein eher trostloses Leben führt, lässt sich nicht lange bitten. Dort hofft er nicht nur dem problembehafteten Verhältnis zu seinem Vater (Christian Tramitz in einer untypischen Rolle als sozialdemokartischer Minister) zu entkommen, sondern vielleicht auch in den USA sein Computerspiel, das titelgebende Vaterspiel zu verkaufen. Doch in New York angekommen stellt Ratz fest, dass er das geheime Versteck eines ehemalige Nazi-Schergen, Mimis Großvater, renovieren soll...

Die thematische Vielschichtigkeit, aber auch die präzise Zeichnung der brüchigen Figuren und ein herausragender Look machen das Vaterspiel zu einem der ungewöhnlichsten und sehenswertesten Filme des letzten Jahres.
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