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Das Vaterspiel Roman
  
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Das Vaterspiel Roman [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Frankfurt am Main : S. Fischer 2000 (1. Januar 2000)
  • ASIN: B002CD6STK
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

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Josef Haslinger
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bestechend durch die Sprache 13. Februar 2003
Format:Taschenbuch
Josef Haslingers Roman ist ein Paradebeispiel für die Montagetechnik. Es gibt hier zunächst eine Rahmenhandlung und zwei Binnenerzählungen. Die Rahmenhandlung ist die Autofahrt von Rupert im dichten Schneefall. Sie wird immer am Anfang der vier Teile erzählt. Sie ist die eigentliche Handlung, läuft streng chronologisch ab und ist zeitdeckend erzählt. Dazwischen eingeschoben machen die Binnenhandlungen den Hauptteil, den wichtigen Teil der Geschichte aus. Die erste Binnenhandlung, die Geschichte von Ruperts Familie, ist die Erklärung für den zunächst direkten Einstieg, der sich am Anfang sehr schwer liest, da man sich kaum auskennt. Die Familiengeschichte ist chronologisch, wirkt wie eine Lebensgeschichte von A bis Z. Sie ist zwar zeitraffend, erzählt jedoch jedes noch so kleine Detail an der Familienhistorie und macht so ungefähr  der Buchseiten aus. Sie wird dreimal unterbrochen durch die zweite Binnenhandlung, dem Protokoll der Zeugenaussage von Jonas Shtrom. Diese wirkt noch chronologischer und wirkt wie wochenlang vorbereitet. Jedes Mal gibt es einen großen Knick in der Geschichte, da meist am Höhepunkt von Ruperts Familiengeschichte das Protokoll eingeschoben wird. Aber kaum hat man zwei Seiten gelesen, wird alles noch spannender als zuvor. Man bekommt hier einen schockierend detaillierten Einblick in das Kaunauer Ghetto und dem Holocaust als Ganzes. Es dauert allerdings bis Seite 450 von 573, dass man kapiert, warum hier immer wieder das Protokoll eingeschoben wird. Man erfährt, dass Lucas Munkaitis tatsächlich Kriegsverbrecher ist und zu allem Überdruss noch Mimis Großonkel ist und sich in New York versteckt. Haslinger behandelt in diesem politischen Thriller zweierlei Themen: die österreichische Vetternwirtschaft und Nazi-Gräueltaten bzw. den Umgang mit diesen. Zum Teil satirisch wird die (traditionelle) österreichische Vetternwirtschaft beleuchtet, die einen Mann wie Jörg Haider groß gemacht hat. Haslinger übt hier sicherlich deutlich Kritik an diesem verkrusteten Nachkriegs?Proporz?System, indem er Ruperts Vater, einem Nutznießer, als korrupt und anti-familiär darstellt und ihn vom ultralinken Jungsozialisten zum arrivierten Politiker, der in zahlreichen Aufsichtsräten sitzt, wandern lässt. Das zweite Thema wird wahrscheinlich leichtes Übergewicht für Haslinger gehabt haben. Es geht hier primär nicht um die Verbrechen während des nationalsozialistischen Regimes an sich, sondern um deren Nachwirkung, die bis in die Jetzt-Zeit zu spüren sind. Beide, Opfer und Täter, flüchten nach Amerika. Die beiden ehemaligen Schulfreunde kommen (indirekt) das erste Mal im Kaunauer Ghetto in Kontakt und das zweite Mal (indirekt) wieder, jedoch ganz wo anders, nämlich in New York. Der Täter muss sich nach 32 Jahren des Versteckens in einem Keller noch immer vor seiner Entdeckung fürchten, das Opfer gibt auch nach 32 Jahren nicht auf, ihn zu finden. Und Rupert gerät völlig schuldlos mitten hinein. Auch ihn holt die Vergangenheit ein, sein Großvater war im KZ und er lässt sich überreden, einem derartigen Mensch zu helfen. Darin ergibt sich meiner Meinung nach die gewisse Spannung des Buches. Wörtlich aus dem Buchvorspann: „Bestechend genau beleuchtet Haslinger die Verwerfungen des vergangenen Jahrhunderts und macht eindringlich spürbar, dass man der Geschichte nicht entkommen kann.“
Als ich mir dieses Buch ausgeliehen habe, glaubte ich, ein Buch über irgendwelche „Nazigeschichten“ lesen zu werden, weil dies im Klappentext so angedeutet wird. Ohne Vorkenntnis stürzte ich mich ins Geschehen. Nach und nach wurde es mir klar, dass der Klappentext nicht den Inhalt des Romans widerspiegelt. Kurz war ich enttäuscht, las aber dennoch weiter und im Nachhinein betrachtet war es kein Fehler. Es ist zuallererst Haslingers gestochen scharfer, eigenartig lässiger, Stil, der mich fasziniert. Diese Lässigkeit, mit der Rupert Kramer das Leben meistert, und sein Leben selbst halten mich bis heute in Atem. Obwohl es hier teilweise provinziell wird, ist es doch ein Roman von der großen weiten Welt. Vielleicht kommt hier keine eindeutige Interpretation zustande, da Haslinger nicht nur die Vetternwirtschaft oder nicht nur den Nationalsozialismus kritisiert, trotzdem regt dieser Roman sehr zum Denken an. „Das Vaterspiel“ von Josef Haslinger kann ich nur sehr, sehr empfehlen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein buch zum verschlingen 17. Februar 2007
Von IG
Format:Taschenbuch
nachdem ich haslingers zugvögel gelesen hatte, entschloß ich mich dazu, weitere werke von hasliger zu lesen. vaterspiel ist ein buch, daß mich mit jeder weiteren seite mehr und mehr zu fesseln wußte. ich hatte im vorfeld eine kritik gelesen, in welcher die handlungsstränge und der aufbau kritisiert wurden. wer halbwegs bücher lesen kann, wird mit dem aufbau des buches keinerlei schwierigkeiten haben.

sehr positiv hervorzuheben ist die sprache in diesem buch. einfach, verständlich, aber dennoch faszinierend in aufbau und gestaltungsweise. manchmal ist weniger eben doch mehr. und besonders in den protokollen des überlebenden litauischen juden entfaltet die einfache und klare sprache ihre wirkung. diese seiten gingen mir voll unter die haut und das lesen hat psychisch richtig geschmerzt. haslinger erzählt in einem so nüchternen stil, der gerade deswegen sehr glaubwürdig und realistisch wirkt. er nutzt keine großen übertreibungen oder dramatiserungselemente. er erzählt und dabei tut sich der schrecken dieser zeit auf.

auch die rahmenhandlung weiß zu feseln. ich habe die schneeflocken vor meinen augen gesehen und auch das räumfahrzeug, daß eine weile vor dem auto des protagonisten (ratz) gefahren ist.

mit der eigentlichen familiengeschichte verhält es sich ebenso wie mit den "judenprotokollen". zutiefst beeindruckend (mir ist noch sehr präsent die geschichte mit dem asiatischen freund der schwester von ruppert (ratz). da wird das spießige im menschen voll und ohne viel federlesens aufs korn genommen, das es eine freude für den leser ist.

und überhaupt, wie haslinger das alles zusammenführt, alle achtung. so macht das lesen von romanen spaß. ich muss nicht schon ab seite 10 erahnen können, wie es weitergeht oder was für einen sinn eingeschobene protokolle haben. der autor weiß schon, was er viel. eine sprachgewalt wird hier mit einfachsten mitteln entfacht, wie ich sie in der letzten zeit selten vor meine augen bekommen habe. ich denke, ich werde mir die anderen sachen von haslinger auch recht bald vornehmen. denn wenn sie nur halb so gut sind wie das vaterspiel sind sie des lesens allemale wert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Litauische Nazi-Kollaborateure, ein korrupter Verkehrsminister in Österreich mit einem fast nichtsnutzigen Sohn. Verliebte, verlobte, verheiratete - Geschiedene. Lebensdurstige, Geschundene und Ermordete. Und eine flippige Studentin in New York. Josef Haslinger reiht viele geschichte aneinander, die sich erst gegen Schluss zu einem Ganzen fügen. Was erst nur erahnbar ist kommt dann als Paukenschlag. Der österreichische Autor ist ein Meister der Komposition und ein Künstler der sprachlichen Sinnlichkeit. Kommt er mit Farben, leuchten sie. Kommt er mit Gerüchen, duftet es - oder stinkt gewaltig. Schenkt er wein ein, schmeckt man die Lage. Platischer gehts nicht. Einer der besten deutschsprachigen Romane des Jahres 2000.
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Jeder Handlungsstrang (ausser die Rahmenhandlung, die ist einfach nur notwendig in diesem Aufbau) ist für sich spannend, interessant und nett erzählt. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Karl Faustmann veröffentlicht
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Konstruiert !
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Veröffentlicht am 27. März 2007 von whistmaster
Zusammengeflickt?
Zeitgenössische Romane aus Österreich haben anscheinend nur zwei Themen: Die Kritik des vetternwirtschaftlichen Systems in unserem Nachbarland - oder die Aufbereitung der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. August 2002 von Thomas Liehr
Im Ansatz gut, in der Ausführung naja...
Die Geschichte eines ungeliebten Sohnes eines sozialdemokratischen Politikers, der nicht weiß, ob er mit der Welt d'accord gehen soll oder eben nicht, der erste (? Lesen Sie weiter...
Am 15. Oktober 2001 veröffentlicht
Alles in allem gelungen
Obwohl der Roman sehr lang und in seiner Anlage verschachtelt ist, ist er eine fesselnde Lektüre. Ich hatte ihn nach zwei Tagen durchgelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Mai 2001 von Ulrich Hartmann
Bester Schriftsteller Österreichs
Nach Thomas Bernhards Tod wurde oft die Frage gestellt, wer denn nun seine Nachfolge antreten werde, soll heißen, wer ist der bedeutendste Schriftsteller Österreichs. Lesen Sie weiter...
Am 19. Februar 2001 veröffentlicht
Scharfsinn und Handwerkskunst!
Haslinger beschäftigt immer noch das Thema des Rechtsradikalismus. Dies ist legitim und angesichts zeitgeschichtlicher Ereignisse leider auch bitter nötig. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Januar 2001 von bereiter@gmx.de
Österreichische Vergangenheitsbewältigung
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Am 17. Januar 2001 veröffentlicht
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