Der Inhalt des Buches ist weit gefächert, von der Zusammenfassung des ersten (lesbisch angehauchten) Vampirromans um Carmilla und den wohl bekanntesten, literarischen Vampir Graf Dracula von Bram Stoker geht es queerbeet durch Definitionen und Abgrenzungen rund um das Vampirgenre. Aus einer verspielt-sachlichen Perspektive werden dem Leser zum Beispiel einige Informationen über die wahre Person Vlad Dracul nähergebracht, da er oft mit dem ursprünglichen Dracula(glauben) gleichgesetzt wird - zu Unrecht, wie der aufmerksame Leser des Buches früh feststellt.
Doch Vampire werden nicht nur durch blutrünstige Taten definiert. Es wird zwar ein ganzes Kapitel auf weitere (neben Vlad Dracul) bekannte Massenmörder, die dem Umfeld von Vampiren zugeschrieben werden, spendiert, allerdings ist dies auch nur ein kleiner Teil dessen, was einen Vampir ausmacht. Didaktisch aufeinander aufbauend werden alle Assoziationen rund um Vampire kurz angesprochen und dann mit Beispielen oder Gegenbeispielen be- oder widerlegt. Zwischendurch sind auch ein paar Blutflecken oder Cartoons und Bilder rund um die Texte abgedruckt abgedruckt worden, welche sich gut in die Atmosphäre aus Lockerheit und Informationsabsicht gesellen. So werden nach und nach alle Themenkomplexe von Blutdurst über Fledermausverwandlung und Reißzähnen abgehandelt, bis die Autoren uns in die Gegenwart holen und über die Gothicszene und Psivamps erzählen.
Inhaltlich sind die Texte leicht zu verstehen und auch Laien und nicht Vampirfanatiker können durchaus das Buch in kurzer Zeit durchlesen und sich ihre Gedanken zu den Texten machen, allerdings dürfte den meisten Menschen einfach der Elan fehlen, das Buch vollständig durchzulesen. Die Autoren sehen quasi hinter jeder Eigenschaft eines Vampires irgendwo einen Ursprung - was wahrscheinlich auch nicht von der Hand zu weisen ist -, allerdings verliert es für den unbedachten Leser seinen Reiz, da die Informationen sehr schlicht weitergegeben werden und meistens nur an der Oberfläche kratzen. Einige Kapitel schießen auch über das Ziel hinaus, gerade die Erklärung des Psivamps oder Energie- und Cybervampirs - letztere sitzen nachts (typisch Vampir) vorm PC und chatten mit ihren Freunden (Opfern) - können gar nicht überzeugen und wirken abschreckend auf den Leser, vor allem wenn er nachts am Rechner arbeitet ...
Fazit:
Auch wenn Ditte und Giovanni Bandini dem Buch einen eher informellen Charakter mit auf den Weg geben wollten durch zahlreiche mögliche Erklärungen für Attribute von Vampiren, im Endeffekt ist es doch eher leichter Lesestoff mit einem kräftigen Ruck in Richtung Unterhaltung. Gerade die Kapitel über neuere Vampire wie zum Beispiel Cybervampire wirken überflüssig und deplatziert. Ein nettes Taschenbuch, das sich für's Nebenbei-lesen eignet.