Das Buch Das V-Modell-XT ist nahezu 600 Seiten lang. Verantwortlich für dieses Werk sind eine Mehrzahl von Professoren verschiedener Universitäten und andere. Die Damen und Herren haben genau das getan, was man von ihnen erwartete, denn wahrscheinlich ist das Modell eine Auftragsfertigung für die Aufgaben des Bundes.Es handelt sich also nicht um ein maßgeschneidertes VGM, sondern ein Referenzmodell. Die Aufgabe des Benutzers ist es, dass Modell auf seine zu lösende Aufgabe zurechtzuschneiden. Das Problem eines solch angelegten Ansatzes, liegt oft in seiner Kompexität. Es ist quasi ein Vorgehensmodell zur Erstellung eines Vorgehensmodells.
Dominiert wir das Modell von sogen. Projekttypen: Systementwicklungsprojekt eines Auftraggebers, Systementwicklungprojekt eines Auftragnehmers und als drittem Typ Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells.Desweiteren beinhaltet das V-Modell-XT sogen. Vorgehensbausteine. Ein Vorgehensbaustein kapselt Produkte, Aktivitäten und Rollen, die zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabenstellung relevant sind und damit inhaltlich zusammengehören. Die dritte wichtige Komponente des V-Modell-XT sind die sogenannten Projektdurchführungsstrategien. Sie sind die dynamischen Elemente des Modells. Es wird unterschieden in: Inkrementelle Systementwicklung, Komonentenbasierte Systementwicklung und Agile Systementwicklung. Durch die Auswahl der Strategie wird die Reihung der Vorgehensbausteine determiniert. Meilensteine enthält das Modell auch, sie werden hier bloß Entscheidungspunkte genannt. Wenn ein Produkt fertiggestellt ist, d.h. ein Entscheidungspunkt erreicht wird, entscheidet der Lenkungsausschuss, ob die Projektfortschrittstufe mir Erfolg erreicht wurde und ob der nächste Projektabschnitt freigegeben wird. Das ist ein Kurzüberblick über das Konstruktionsschema das Modells. Das Modell ist in seiner Konzeption voluminös und schwerfällig. Das Buch: Das V-Modell-XT muss sich dem natürlich anpassen. Es ist ordentlich strukturiert und auch leicht zu verstehen. Aber Bücher über 500 Seiten schrecken ab. Vorgehensmodelle sollten u.a. eine Hilfestellung geben, die Softwareerstellung zu kanalisieren und vor allem zu vereinfachen. Dies kann dieses Modell natürgemäß nicht leisten, da man versucht hat ein Universalmodell zu kreieren. Ich kenne das V-Modell 97, die Beschreibung besteht aus zwei dicken Ordnern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Anwendungsbeschreibung für das V-Modell-XT weniger umfangreich ist. Dabei ist den Autoren wahrscheinlich kein Vorwurf zu machen, da sie sicher nur ihren Auftrag erfüllt haben. Vielleicht ist aus der Erkenntnis, dass hier zuviel des Guten angestrebt wurde, ein Spezialmodell V-Modell-XT-Bund nachgeschoben worden.