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Ich habe "Das Uschi-Prinzip" zufällig auf dem Küchentisch bei einer Freundin liegen sehen, aus Langeweile (ich musste warten, bis neuer Kaffee gekauft war) darin geblättert und mich festgelesen. Schließlich, der Kaffee war gekauft und getrunken, habe ich mir das Buch ausgeliehen und innerhalb eines Tages zu Ende gelesen. Im Prinzip geht es darum, wie Frauen einen Mann (oder besser: mehrere Männer) finden, indem sie sich der alten Rollenklischees bedienen (zur "Uschi"-Werden wird das in dem Buch genannt), nicht gerade eine emanzipatorische Vorstellung. Aber genau damit spielt die Autorin, die sich primär an emanzipierte und selbstbewusste Frauen richtet. Diesen soll geholfen werden, Spaß zu haben und sich nicht selbst im Weg zu stehen. Man könnte so was zweckorientiertes Handeln nennen, das ja in der Tat für den Mainstream zum Paradigma geworden ist. Warum also zurückstecken und zugucken, wie die Uschis und die Guidos alles kriegen, wenn man es selbst mit dem Befolgen der entsprechenden Spielregeln haben kann? Schließlich müssen auch die Leute im Kapitalismus und Patriarchat leben, die diese nicht so toll finden.
Im Bezug auf die Männer, die als nach bestimmten Schemata funktionierende Objekte beschrieben werden, tun sich Abgründe auf. Das Frustrierende daran ist, dass die Beschreibungen wahr sind.
Da das Buch eine Offenheit aufweist, da es zum Nachdenken anregt und - dadurch dass es witzig geschrieben ist - einen hohen Unterhaltungswert besitzt, da es zudem nicht krampfhaft versucht zu pauschalisieren und weit davon entfernt ist, ins esoterische abzurutschen, ist es (auch für Männer) ein lohnendes Stück Literatur und ein schönes Geschenk. Es befreit natürlich nicht von der aufklärerischen Pflicht, sich mit Judith Butler oder mit Simone de Beauvoir auseinander zu setzen.
Auch wenn ich mir meinen „Wüstenrot-Traum" schon erfüllt habe und somit wohl eher nicht zur eigentlichen Zielgruppe dieses Buches gehöre, habe ich mich beim Lesen köstlich amüsiert, obwohl „Das Uschi-Prinzip" in erster Linie auf die Erfüllung genau dieses „Wüstenrot-Traums" zielt: also einen „Mr. Right" zu finden, und zwar mit allem Drum und Dran wie Häuschen, Einbauküche etc.
Auch wenn „Das Uschi-Prinzip" mir durch Wortwitz, Scharfsinn, einen Hauch Selbstironie mit einer Prise Selbsterkenntnis und Glitzer und dem Hinweis auf die Wichtigkeit guter Freundinnen (jawoll!) einige vergnügliche Stunden bereitet hat, ist dabei allerdings nicht allzuviel Neues dabei herumgekommen. Daher auch „nur" 4 *
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